Artikel der Ausgabe 5 / 2022

  • Auf geht%27s!
    Erste Sitzung des neuen Landtags.

    S. 1 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Plenum Landtag, 18. Wahlperiode, konstituierende Sitzung

    ID: LI220501

  • Start in die neue Wahlperiode.
    18. Landtag hat sich konstituiert.
    Plenarbericht;

    S. 3-5 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    1. Juni 2022 - Zweieinhalb Wochen nach der Wahl hat der 18. nordrhein-westfälische Landtag seine Arbeit aufgenommen. Alterspräsident Herbert Reul (CDU) eröffnete die konstituierende Sitzung und nahm die Verpflichtung der 195 Abgeordneten vor. Zu ihren ersten Aufgaben gehörte die Wahl eines neuen Landtagspräsidiums.
    Zahlreiche Ehrengäste hatten auf der Besuchertribüne des Plenarsaals Platz genommen - unter ihnen Angehörige des Konsularischen Korps, ehemalige Abgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Sport und anderen Teilen des öffentlichen Lebens.
    Alterspräsident Herbert Reul, geschäftsführender Innenminister und mit 69 Jahren ältestes Mitglied des Landesparlaments, gratulierte den neuen Abgeordneten zur Wahl und dankte den Ausgeschiedenen. Als "Lebensältester" wolle er das "lebensjüngste Mitglied" des 18. Landtags hervorheben, sagte er: "Es ist mit 24 Jahren der Kollege Michael Röls von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen."
    Reul erinnerte an die Bedeutung der Demokratie. "Zu viele Bürgerinnen und Bürger fremdeln mit der parlamentarischen Politik", sagte er. Die Abgeordneten sollten auf diese Menschen zugehen: "Probleme erkennen, Probleme benennen und dann Lösungen finden - klar, deutlich, ehrlich."

    In geheimer Wahl

    Dann die Verpflichtung der Landtagsmitglieder. Der Alterspräsident sprach die Verpflichtungsformel: "Die Mitglieder des Landtags von Nordrhein-Westfalen bezeugen vor dem Lande, dass sie ihre ganze Kraft dem Wohle des Landes Nordrhein-Westfalen widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, die übernommene Pflicht und Verantwortung nach bestem Wissen und Können erfüllen und in der Gerechtigkeit gegenüber jedem Menschen dem Frieden dienen werden."
    Im Anschluss wählten die Abgeordneten in geheimer Abstimmung das Präsidium. Traditionell schlägt die stärkste Fraktion im Landtag dessen Präsidentin oder Präsidenten vor. Als Fraktion mit den meisten Abgeordneten nominierten die Christdemokraten den bisherigen Präsidenten André Kuper (Porträt Seite 11). Der Landtag wählte André Kuper zum Präsidenten des Landtags mit den Stimmen von 178 der 195 Abgeordneten.
    André Kuper bedankte sich bei den Abgeordneten für das Vertrauen und sagte: "Das Parlament hat die Aufgabe, zwischen der manchmal unübersichtlich gewordenen Welt und alltäglichen Problemen zu vermitteln. Wir werden die Sorgen und Nöte der Menschen aufgreifen, sie in den Landtag einbringen und nach konkreten Lösungen suchen. Das Land steht vor großen Herausforderungen. Die großen Fragen unserer Zeit sind auch die Fragen dieses Parlaments: Klimawandel und Energiewende, der Schutz der Kinder, der Krieg in Europa und die Inflation. Die Zeitenwende und die Folgen des Ukrainekriegs treffen jeden Einzelnen und jede Einzelne in Nordrhein-Westfalen; sei es beim Einkauf, beim Tanken, beim Heizen. In der jetzt begonnenen Wahlperiode gilt mehr denn je: Demokratie ist unsere Aufgabe, Frieden unsere Verpflichtung."
    Zum 1. Vizepräsidenten wählten die Abgeordneten Rainer Schmeltzer (SPD, 152 Stimmen). Berivan Aymaz (Grüne, 170 Stimmen) wurde 2. Vizepräsidentin, Christof Rasche (FDP, 161 Stimmen) 3. Vizepräsident.
    Die AfD-Fraktion hatte Prof. Dr. Daniel Zerbin fürs Amt des 2. Vizepräsidenten vorgeschlagen. Zerbin erhielt 13 Stimmen und unterlag damit Berivan Aymaz von den Grünen.
    Der Tag der konstituierenden Sitzung war auch ein Tag der Begegnung. Er hatte vormittags mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Düsseldorfer Kirche St. Maximilian begonnen und klang mit einem Empfang in der Bürgerhalle aus. Gäste und Abgeordnete, frühere und aktuelle, nutzten die Gelegenheit für viele Gespräche.
    red

    Bildunterschriften:
    Das neue Präsidium (v.l.): Vizepräsident Rainer Schmeltzer, Präsident André Kuper, Vizepräsidentin Berivan Aymaz und Vizepräsident Christof Rasche.
    "Ist einer oder eine der Abgeordneten älter als ich? - Pech gehabt." Alterspräsident Herbert Reul eröffnete die Sitzung humorvoll.
    Zahlreiche Ehrengäste verfolgten die Sitzung von der Besuchertribüne aus, darunter (erste Reihe, v.l.): Prof. Dr. Dr. Barbara Dauner-Lieb (Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen), die ehemaligen Landtagspräsidentinnen Carina Gödecke und Regina van Dinther sowie der ehemalige Vizepräsident Oliver Keymis.
    Alterspräsident Herbert Reul (r.) gratulierte Präsident André Kuper zur Wiederwahl und übergab die Sitzungsleitung.

    Zusatzinformation:
    Ein Video der konstituierenden Sitzung finden Sie im Internet: www.landtag.nrw.de

    Systematik: 1220 Landesregierung; 1100 Parlament

    ID: LI220503

  • Das Präsidium des neuen Landtags.

    S. 6-7 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    1. Juni 2022 - Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments haben die Abgeordneten André Kuper (CDU) als Landtagspräsidenten bestätigt. Neu im Amt sind Vizepräsidentin Berivan Aymaz (Grüne) sowie die Vizepräsidenten Rainer Schmeltzer (SPD) und Christof Rasche (FDP).

    3. Vizepräsident
    Christof Rasche ist seit 2000 Landtagsabgeordneter und war von Oktober 2017 bis Mai 2022 Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. Er wurde 1962 in Erwitte geboren, wo er noch heute zu Hause ist. Christof Rasche schloss eine Ausbildung zum Bankkaufmann ab und war vor seinem erstmaligen Einzug in den Landtag Geschäftsstellenleiter eines örtlichen Kreditinstituts. Kommunalpolitisch ist er seit 1989 aktiv. Seit 1996 ist er Vorsitzender von FDP-Stadtverband und -Ratsfraktion in Erwitte. 2002 wurde Rasche zum stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion sowie in den FDP-Landesvorstand gewählt, 2012 übernahm er das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers. Zugleich war er verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion. Im Oktober 2017 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt, als Nachfolger von Christian Lindner. Seit 2021 ist Rasche Mitglied im Bundesvorstand der FDP. Zur Wahl ins Landtagspräsidium erklärt der 59-Jährige: "Ich danke für die Wahl und das Vertrauen der anderen Fraktionen und trete die Aufgabe mit Respekt und Freude an. Als Vizepräsident werde ich den Landtag in allen Teilen unseres Landes repräsentieren und die Arbeit des Parlaments für Bürgerinnen und Bürger greifbar machen." Besonders freue er sich auf den Dialog mit den Menschen im Land: "Politik muss zu den Menschen gehen und ihnen zuhören. Wenn wir die Probleme und Sorgen der Menschen besser verstehen, kann die Politik bessere Antworten finden."

    2. Vizepräsidentin
    Berivan Aymaz gehört dem Landtag seit 2017 an und war in der vergangenen Wahlperiode Sprecherin der Grünen-Fraktion für Integrations- und Flüchtlingspolitik sowie Internationales/Eine Welt. Bei der Landtagswahl im Mai 2022 wurde die Grünen-Politikerin in ihrem Wahlkreis Köln VI direkt gewählt. Die 49-Jährige stammt aus der kurdischen Provinz Bingöl in der Türkei und kam im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Schon in ihrer Jugend engagierte sie sich politisch und ist seit 2009 Mitglied bei den Grünen. Im Jahr 2012 gründete sie die Landesarbeitsgemeinschaft "Säkulare Grüne NRW" mit, deren Sprecherin sie bis 2018 war. Von 2013 bis 2016 war sie Mitglied der von der Bundespartei eingesetzten Kommission "Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat". Von 2013 bis 2014 war sie im Kreisvorstand von Bündnis 90/ Die Grünen Köln. Aymaz kandidierte 2014 für den Rat der Stadt Köln, wo sie die Fraktion bis 2017 vertrat. Seit 2017 ist sie u. a. Mitglied im Kuratorium des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung sowie im Beirat der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige Büren. Über ihr künftiges Amt im Landesparlament sagt sie: "Ich freue mich riesig über die Nominierung meiner Fraktion für das Amt der Vizepräsidentin des Landtags. In meiner politischen Arbeit leitet mich seit jeher eine tiefe Verbundenheit zu demokratischen Werten, Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle Menschen. Besonders treibt mich an zu zeigen, dass der Landtag ein Ort ist, an dem Vielfalt in jeder Hinsicht mitgedacht und gelebt wird."

    Präsident
    André Kuper (CDU) ist seit 2017 Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen. Kuper wurde 1960 in Wiedenbrück geboren und lebt in Rietberg. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Seit 2012 ist er Mitglied des Landtags, wobei er bis 2014 Sprecher seiner Fraktion für Kommunalpolitik sowie von 2014 bis 2017 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion war. Zu seiner Zuständigkeit zählten die Kommunal-, Sport-, Integrations- sowie Flüchtlingspolitik. Bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 wurde Kuper in seinem Wahlkreis Gütersloh III erneut direkt gewählt. Vor seinem Landtagsmandat war Kuper von 1997 bis 2012 erster Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Rietberg im Kreis Gütersloh in Ostwestfalen. In dieser Zeit bildete neben vielen anderen Projekten auch die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Rietberg mit einer Million Besucherinnen und Besuchern sowie die Gründung eines Klimaparks einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Zuvor war Kuper fünf Jahre hauptamtlicher Dozent für den Fachbereich Betriebswirtschaft am Studieninstitut in Bielefeld. André Kuper hat Studienabschlüsse als Diplom-Verwaltungswirt sowie Diplom-Betriebswirt. Nach der erneuten Wahl zum Präsidenten des Landtags sagte er vor den Abgeordneten: "Ich danke Ihnen für das große Vertrauen, mit dem Sie mich als Präsident des 18. Landtags gewählt haben. Ich empfinde Dankbarkeit und Verpflichtung." Kuper versprach: "Ich werde dieses Hohe Haus nach innen wie außen mit Blick auf das Wohl der Menschen unseres Landes, die Förderung der Demokratie und die Wahrung der Freiheit in Frieden mit ganzer Kraft vertreten." Ein ausführliches Porträt über André Kuper finden Sie auf Seite 11.

    1. Vizepräsident
    Rainer Schmeltzer gehört dem Landtag seit 2000 als Abgeordneter der SPD-Fraktion an. Bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 ist er im Wahlkreis Unna II erneut direkt gewählt worden. Schmeltzer wurde 1961 in Lünen geboren, wo er bis heute lebt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Danach arbeitete er als Wohnungsfachwirt und später als Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). Schmeltzer ist verheiratet und Vater eines Kindes. Im Jahr 1977 trat er in die SPD ein und ist heute der dienstälteste Abgeordnete der Landtagsfraktion. Von Oktober 2015 bis Juni 2017 war er Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Über seine neue Aufgabe als Vizepräsident des Landtags sagt Schmeltzer: "Ich habe große Lust, im Präsidium des Landtags zu arbeiten. Während meiner politischen Arbeit war mir die Stärkung und der Schutz unserer Demokratie immer besonders wichtig. Unsere Demokratie muss sichtbar sein - und das nicht nur im Parlament selbst. Dafür möchte ich im Präsidium eintreten." Und weiter: "Wir müssen schon Schülerinnen und Schülern den Weg zur parlamentarischen Demokratie ebnen. Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung ist es wichtig, dass wir in der Gesellschaft insgesamt sichtbar und hörbar sind. So begeistern wir Menschen für unsere Demokratie und sorgen dafür, dass sie standhaft gegen extreme Strömungen unserer Gesellschaft ist."

    ID: LI220504

  • Die 18. Wahlperiode hat begonnen - sie stehen an der Spitze der Fraktionen.
    Plenarbericht;

    S. 8-9 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Am 1. Juni 2022 ist der nordrhein-westfälische Landtag in seine 18. Wahlperiode gestartet. Fünf Parteien war bei der Wahl am 15. Mai 2022 der Wiedereinzug in den Landtag gelungen. Die größte Fraktion stellt die CDU mit 76 Sitzen gefolgt von SPD (56), Günen (39), FDP (12) und AfD (12). Landtag Intern stellt die Spitzen der Fraktionen vor.

    Abbildung siehe Originalseiten.

    ID: LI220512

  • Porträt: André Kuper (CDU).
    Porträt;

    S. 11 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Wie kamen sie in die Politik? Wo liegen ihre politischen Schwerpunkte? Landtag Intern stellt in jeder Ausgabe Abgeordnete vor. Diesmal im Porträt: André Kuper, der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen. Der CDU-Abgeordnete aus Rietberg wurde am 1. Juni 2022 mit 178 von 195 Stimmen gewählt. Kuper war bereits in der 17. Wahlperiode Landtagspräsident.
    Als André Kuper vor fünf Jahren das erste Mal gefragt wurde, ob er Landtagspräsident werden wolle, ließ ihm der damalige Fraktionsvorsitzende Armin Laschet (CDU) nur knapp eine halbe Stunde Bedenkzeit. "Dieses Mal kam der Anruf von Hendrik Wüst und die Entscheidung der Fraktion immerhin eine ganze Woche vorher", erzählt er und lacht. Lange nachdenken musste er aber in beiden Fällen nicht: "Das Amt ist besonders und das Vertrauen der Abgeordneten in meine Person ist mir eine Verpflichtung, die Aufgabe in Demut auszufüllen", sagt Kuper.
    Als langjähriger Hauptamtlicher Bürgermeister von Rietberg habe er schon immer eine Politik des Ausgleichs gesucht, sagt Kuper. Er wolle trotz Parteibuch überparteilich agieren, Brücken zwischen den Fraktionen schlagen. "Ich bin kein Hau-Drauf-Politiker", sagt Kuper über sich selbst. "Ich habe stets versucht, Prozesse zu moderieren und Streit auszugleichen. Dabei hilft mir, dass ich auch in kontroversen Situationen in der Regel sehr ruhig bleibe."
    Auch das Amt des Bürgermeisters sei ihm damals angetragen worden. Politisch engagiert hat sich Kuper aus eigenem Antrieb: "Schon als Schüler habe ich erkannt, dass es zwei Wege gibt, auf denen man durchs Leben kommt. Der bequeme ist, sich einfach zurückzulehnen und über alles zu wettern. Der in einer Demokratie mögliche und herausforderndere Weg ist, sich zu informieren und mitzuwirken."
    Kuper entschied sich für den zweiten Weg, trat in die Junge Union ein und engagierte sich dort für Umwelt und Naturschutz. "Wir brachten damals eine Zeitschrift heraus, die das Ziel verfolgte, die Menschen wachzurütteln und für Umweltschutz und ein nachhaltiges Leben zu sensibilisieren", erinnert sich Kuper. Aber auch praktische Aktionen für Abfallvermeidung, der Einsatz für Mehrweg statt Einweg und der Einsatz für eine schnelle Verbreitung von bleifreiem Benzin bestimmten seine Freizeit. "Im Prinzip waren die Ziele beim Klima- und Umweltschutz damals ähnliche, wie sie heute verfolgt werden."
    Kuper entschied sich nach seinem Realschulabschluss zunächst für eine duale Ausbildung, machte danach parallel zur täglichen Arbeit in drei Jahren am Abendgymnasium das Abitur. Es folgten erfolgreiche Diplom-Studiengänge der Verwaltungswissenschaften sowie der Betriebswirtschaft. Er arbeitete als Dozent für den Fachbereich Betriebswirtschaft am Studieninstitut in Bielefeld, ehe er in die Politik wechselte und Bürgermeister wurde. Dass er es schon früh verstand, Brücken zu bauen, zeigen seine Wahlergebnisse: Bei der Kommunalwahl 1999 wurde er mit 83 Prozent im ersten Wahlgang im Amt bestätigt, auch 2004 und 2009 gewann er über 70 Prozent der Stimmen. Als der bisherige Landtagsabgeordnete seines Wahlkreises nicht mehr antrat, kandidierte Kuper. 2012 zog er in den Landtag ein. "Ich habe immer gesagt, dass wir die Demokratie nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen, sondern für sie handeln, werben und überzeugen müssen", sagt Kuper - auch wenn das heute zunehmend zu einer beliebten Floskel geworden sei.
    Für ihn hieß das in seiner ersten Amtszeit als Landtagspräsident ganz konkret: So vielen (jungen) Bürgerinnen und Bürgern wie möglich einen "Demokratiekontakt" zu vermitteln und sie in den Landtag zu holen. Mit Parlamentsnächten und anderen Veranstaltungen verfolgte Kuper das Ziel, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die Arbeit des Landtags zu geben. Rund 30.000 Besucherinnen und Besucher kamen in früheren Legislaturperioden pro Jahr in das Landesparlament - Kuper hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, diese Zahl auf 150.000 anzuheben.
    Das habe zunächst auch gut funktioniert, man war bei über 100.000 Besucherinnen und Besuchern im Landtag - doch dann kam die Pandemie. "Corona hat unsere Arbeit völlig auf den Kopf gestellt, auf allen Ebenen", erinnert sich der alte und neue Präsident. Viele Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern musste der Landtag absagen, gerade um junge Menschen habe ihm das sehr leid getan: "Die vergangenen zweieinhalb Jahre waren ein ständiger Ausnahmezustand."
    Das beziehe sich nicht nur auf die Kontakte zu Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch auf die vielen Debatten im Landtag, die Kuper geleitet hat. Die Corona-Pandemie, aber auch die Flutkatastrophe und zuletzt der Krieg in der Ukraine hätten hitzige Diskussionen und auch viele Ordnungsrufe mit sich gebracht: "Wenn man auf die vergangenen Legislaturperioden blickt, dann gab es mal neun, mal zwölf Ordnungsmaßnahmen - in der zurückliegenden Periode waren es dagegen 113", sagt Kuper. Hier wünsche er sich in Zukunft einen faireren Umgang miteinander.
    Auf die kommenden fünf Jahre in Düsseldorf freut sich Kuper auch privat: Fast täglich joggt er frühmorgens am Rhein, nimmt gemeinsam mit seiner Frau Monika auch am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. Das Wochenende gehört dann den Terminen im Land und seinem Wahlkreis: "Der Kreis Gütersloh ist meine Heimat - die Menschen und ihre Anliegen sind und bleiben mir im Herzen."
    Maike von Galen

    Zur Person
    Der Präsident des Landtags, André Kuper, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Er wohnt in Rietberg. Als Abgeordneter gehört Kuper dem Parlament seit 2012 an. Der frühere Hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Rietberg war in der 16. Wahlperiode stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Zu Beginn der 17. Wahlperiode wurde Kuper erstmals zum Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtags gewählt. Er ist Chef der Landtagsverwaltung, vertritt den Landtag und führt dessen Geschäfte. Dem Präsidenten stehen das Hausrecht und die Polizeigewalt in allen Gebäuden und auf den Grundstücken zu, die der Erfüllung der Aufgaben des Landtags dienen. Er leitet im Wechsel mit seinen Stellvertreterinnen und Stellvertretern die Sitzungen des Plenums. Er ist oberster protokollarischer Repräsentant des Landes.

    Nachgefragt
    Was ist Ihr Lieblingsbuch und warum?
    "Sag niemals, das ist dein letzter Weg" von Jetta Schapiro-Rosenzweig.

    Welche Musik hören Sie gerne?
    Beim Sport höre ich aktuelle Charts. Ansonsten gern Boogie-Woogie, Rock ’n’ Roll und Klassik.

    Was haben Sie immer in Ihrem Kühlschrank vorrätig?
    Zartbitter-Nuss-Schokolade und Boskop-Äpfel.

    Ihr liebstes Reiseziel?
    Ägypten ist uns mittlerweile sehr ans Herz gewachsen - und die Landschaft Südtirols.

    ID: LI220505

  • Besuch im Landtag.
    S. 12 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause öffnet der Landtag nochmals an zwei Sonntagen seine Türen für Interessierte: Am 12. und 26. Juni 2022 sind Besucherinnen und Besucher jeweils von 11 bis 16 Uhr eingeladen, das Parlamentsgebäude zu erkunden. Zu jeder Stunde werden rund 45-minütige Führungen angeboten. Zudem können sich Interessierte auf die "Demokratie-Tour" begeben und sich an ausgewählten Standorten im Landtag Informationen per NFC oder QR-Code auf ihr Smartphone holen. Dazu werden auch Audiovarianten angeboten. Der Sonntagsbesuch im Landtag ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich. Für den Einlass wird nur ein amtliches Ausweisdokument benötigt. Das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske wird während des Besuchs dringend empfohlen.

    ID: LI220508

  • Ausschüsse.
    S. 12 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Der Landtag hat in seiner ersten Sitzung am 1. Juni 2022 den Petitionsausschuss eingesetzt. Damit stellt er sicher, dass Bürgerinnen und Bürger bei Ärger mit Ämtern und Behörden ununterbrochen eine Anlaufstelle haben. Der Ausschuss ist erreichbar unter petitionsausschuss@ landtag.nrw.de. Eingesetzt wurden zudem u. a. der Haushalts- und Finanzausschuss und der Hauptausschuss. Weitere Fachausschüsse folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Wie in der 17. Wahlperiode wird sich auch in der 18. ein Untersuchungsausschuss mit der Aufarbeitung der Fälle von Kindesmissbrauch in Nordrhein- Westfalen beschäftigen. Auch dieses Gremium wurde eingesetzt.

    ID: LI220509

  • Die Abgeordneten des 18. Landtags.
    S. 12 in Ausgabe 5 - 08.06.2022

    Bildunterschrift:
    195 Abgeordnete gehören dem 18. Landtag Nordrhein-Westfalen an, der am 1. Juni 2022 seine Arbeit aufgenommen hat. Einen Überblick über die neuen Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit Bildern bietet die Vorabauflage des Handbuchs. Sie informiert u. a. auch über die Altersgliederung des neuen Parlaments und das Wahlergebnis vom 15. Mai 2022. Die Vorabauflage kann kostenlos beim Landtag bestellt werden unter: (0211) 884-2442 oder oeffentlichkeitsarbeit@landtag.nrw.de. Das gebundene Handbuch wird voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen.

    ID: LI220511

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