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Dokument anzeigen Ein Mann des Ausgleichs: Landtagspräsident Ulrich Schmidt beging seinen 60. Geburtstag.
Zur Person
Landtag intern, 33. Jahrgang, Ausgabe 4 vom 23.04.2002, S. 5

Wäre es nach seiner Mutter gegangen. dann wäre Ulrich Schmidt nie Politiker geworden. Sie riet ihm früh davon ab, sich damit zu beschäftigen, denn Politik sei viel zu wechselhaft und unberechenbar. Doch alles kam ja bekanntlich anders: Ulrich Schmidt begann als 14-Jähriger eine kaufmännische Lehre bei Hoesch in Dortmund, trat 1954 in die SPD ein, wurde 1975 Bürgermeister in Wetter/Ruhr und 1995 Landtagspräsident. Am 10. April feierte der Landtag offiziell seinen 60. Geburtstag in der Villa Horion. Vize-Präsident Dr Helmut Linssen würdigte ihn in seiner Laudatio als "Mann der Harmonie".
Am 31. März 1942 wurde Ulrich Schmidt geboren, kurz nachdem sein Vater als Soldat in Stalingrad gefallen war. Die Familie geriet wie viele andere nach dem Krieg unverschuldet in wirtschaftliche Not. Der Junge aus Wetter/Ruhr bekam schon früh die Demonstrationen in Bonn mit. Bei diesen Aktionen und später bei dem Protest gegen die Wiederbewaffnung lernte Schmidt, dass man sich selbst engagieren muss. wenn sich politisch etwas bewegen soll.

Soziale Verantwortung

Nach dem Ende seiner Ausbildung bei Hoesch fand Schmidt, so wie es vielen anderen damals auch erging, keine Anstellung im erlernten Beruf. Stattdessen wurde ihm eine Stelle bei der Hoesch-Betriebskrankenkasse angeboten. Fünf Jahre arbeitete er dort am Schalter, bekam tagtäglich mit. wo die sozialen und wirtschaftlichen Probleme der ""kleinen Leute" lagen. Die soziale Verantwortung ist Schmidt nie mehr losgeworden. Schön früh engagierte er sich für die Behindertenhilfe, wo er bis heute als Vorsitzender der Lebenshilfe in NRW und als Vorstand der Evangelischen Stiftung Volmarstein seinen Einsatz sehr ernst nimmt. Schmidt hat sich stark auf die sozialen Fragen konzentriert, denn er ist nach wie vor der Meinung, dass ein Politiker nicht alles wissen kann: "Man bleibt nur glaubwürdig, wenn man kompetent ist."
Schmidts politische Karriere begann früh: 1964 trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein, 1965 bis 1967 stand er den Jungsozialisten Volmarstein vor, seit 1969 ist er Ortsvereinsvorsitzender in Wetter-Volmarstein. Er ist ein Mann der Kontinuität geblieben: Trotz Landtagspräsidenten-Beruf im achten Jahr bleibt er seinem Ortsverein als Vorsitzender treu: "Den Job behalte ich inne und mache ihn auch gerne."
Die Stationen in der Politik führten Schmidt zunächst 1970 in den Rat der Stadt Wetter/Ruhr. Er war damals zweitjüngstes Ratsmitglied. Von 1975 bis 1995 repräsentierte Schmidt als Bürgermeister seine Stadt Wetter/Ruhr. In die Industriegewerkschaft Metall trat er 1960 ein, in die Arbeiterwohlfahrt 1968. Am 28. Mai 1975 wurde er in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt, von 1990 bis 1995 wurde er 2. Vizepräsident, engagierte sich für die Stiftung Wohlfahrtspflege. Seit 1995 ist er Landtagspräsident: "Mir macht es viel Freude Vorsitzender des Parlaments und gleichzeitig Chef der Verwaltung zu sein."
Seine Bilanz als Landtagspräsident kann sich sehen lassen: Seine erste Herausforderung war die Umsetzung einer schlankeren Verwaltung, dann wurde in seiner Zeit das Fraktionsgesetz verabschiedet. die geplante Verkleinerung des Parlaments auf 181 Mitglieder, er schloss eine Vereinbarung zur Integration schwerbehinderter Menschen im Februar diesen Jahres ab und im März diesen Jahres überreichte ihm die Diätenkommission ihr Gutachten zu einer neuen transparenten Vergütung und steuerlichen Gleichstellung von Abgeordneten mit allen anderen Bürgerinnen und Bürgern.

Duett mit Heino

Wer den Privatmann Schmidt kennt, weiß, dass er sich für Kultur interessiert, vor allem alles Moderne mag. Er singt gerne und oft. als Solist. einmal sogar mit dem Volksmusiker Heino im Duett. Von sich selbst sagt er, er sei ein ganz guter 2. Tenor und übt dafür regelmäßig zu Hause. Das offizielle Geburtstagsfest in der Villa Horion sieht Schmidt als Diensttermin an, alle Abgeordneten, das Kabinett. die Konsuln, Vertreter relevanter Gruppen, von der Gewerkschaft über die Wirtschaftsverbände bis zu den Kirchen, haben Gelegenheil, dem Landtagspräsidenten zu gratulieren.
Schmidt hat nie verheimlicht, dass er nach der nächsten Landtagswahl nicht mehr als Landtagspräsident zur Verfügung steht. Wer ihn danach fragt, was 2005 kommt, erhält die Antwort: "Ich kann mir unterschiedliche Schwerpunkte vorstellen. Darüber denke ich gerade nach." Nur eines weiß er ganz bestimmt: Dass er auch etwas für die Alten im Lande machen will, denn deren Kompetenz würde zurzeit nicht genutzt.

Bildunterschrift:
Der Jubilar mit seiner Frau Marlies im Kreis von Gratulanten: Ministerpräsident Wolfgang Clement (l.), Landtagsvizepräsident Dr. Helmut Liessen (r.) und Präses Manfred Kock (2. v. l.) von der Evangelischen Kirche im Rheinland.

ID: LIN02567

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