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Blick zurück-31. März 1950: Ende der Lebensmittelrationierung

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31. März 1950: Ende der Lebensmittelrationierung

Das Bundeskabinett beschließt, die Rationierung der Lebensmittel zu beenden. Künftig werden keine Lebensmittelkarten mehr ausgegeben.Dieser Beschluss der Bundesregierung signalisierte, dass die jahrelange Ernährungskrise in Deutschland als Folge des Zweiten Weltkriegs überwunden war. Was das für die Menschen in Deutschland hieß, verdeutlicht der Rückblick auf die Jahre 1945 bis 1950.

Die Briten übernahmen in ihrer Besatzungszone aus den Kriegsjahren das u.a. nach Lebensalter und Beruf gestaffelte Rationierungssystem, um durch Bezugsschein bzw. Lebensmittelkarte die knappen Lebensmittelbestände zu verteilen. Es wurde ein System totaler Bewirtschaftung eingeführt.

Ende 1945 sind 80 Prozent aller Deutschen unterernährt, 50 Prozent leiden an Hungerschäden und 40 Prozent sind tuberkulosegefährdet. Im Hungerwinter 1946/47 verschärfte sich die Lage weiter. Im Ruhrgebiet gab es  damals Zuteilungen, die nicht einmal 850 Kalorien erreichten. Selbst Schwerarbeiter erhielten allerhöchstens 1350 Kalorien täglich. Die Verzweiflung der Menschen machte sich in Streiks und Hungermärschen Luft.

"Der Hunger lehrte mich die Preise, der Gedanke an frisch gebackenes Brot machte mich ganz dumm im Kopf, und ich streifte oft abends stundenlang durch die Stadt und dachte nichts anderes als: Brot. Meine Augen brannten, meine Knie waren schwach, und ich spürte, dass etwas Wölfisches in mir war. Brot. Ich war brotsüchtig wie man morphiumsüchtig ist … Noch jetzt  … überkommt mich die Erinnerung an die wölfische Angst jener Tage, und ich kaufe Brot, wie es frisch in den Fenstern der Bäckereien liegt", so beschrieb Heinrich Böll 1955 die Erinnerung an den Hungerwinter 1946/47.

Angesichts der dramatischen Lage hinterließen die nach dem damaligen US-Präsidenten Hoover benannten Speisungen der von Unterernährung bedrohten Schulkinder einen nachhaltig positiven Eindruck bei der deutschen Bevölkerung. Das galt auch für die umfangreichen Hilfslieferungen karitativer Organisationen aus den USA oder aus der Schweiz, Irland, Schweden, Norwegen und Großbritannien. Ab April 1948 kam es dank der nun einsetzenden Lieferungen des nach dem damaligen amerikanischen Außenminister benannten Marshall-Plans, der eine umfassende politische und wirtschaftliche Hilfe zum Wiederaufbau Europas vorsah, und besonders durch die Währungsreform im Juni 1948 , durch die der Schwarzmarkt bekämpft wurde, zu einer deutlich spürbaren Verbesserung der Ernährungslage. Zwei Jahre später wurde die Rationierung aufgehoben und die Bewirtschaftung der Lebensmittel beendet. Alsbald kam die "Fresswelle".



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