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Film: 60 Jahre Landtag NRW – Einsatz für die Demokratie

Vorspann (als Text im Bild):

60 Jahre Landtag NRW
Einsatz für die Demokratie

Sprecherin: Der Landtag Nordrhein-Westfalen.
Hier werden die Interessen von 18 Millionen Bürgerinnen und Bürgern aus ganz NRW vertreten. Inzwischen blickt das Parlament auf 60 Jahre Landesgeschichte zurück. Sechs Jahrzehnte politische Debatten, Verhandlungen und teils lebhafte Auseinandersetzungen um Themen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit und Soziales, Familie und innere Sicherheit.
Über 1.500 Bürgerinnen und Bürger sind bislang als Abgeordnete in das Parlament gewählt worden. Sie haben in der Regierung oder in der Opposition mitgewirkt und Entscheidungen getroffen, die die Menschen in Nordrhein-Westfalen unmittelbar betrafen.

Regina van Dinther Landtagspräsidentin seit 2005: Also, ich bin in die Politik gekommen über ehrenamtliche Arbeit vor Ort. Ich war zunächst in der Jugendarbeit tätig und ich war auch im Behindertenbereich aktiv.
Dann bin ich eingestiegen in die Politik, weil ich allzu oft merkte, dass da Grenzen da waren und ich dann gelernt habe, dass man noch tiefer rein musste ins Metier und das hieß, Politik zu machen, ganz praktisch Politik zu machen und das habe ich dann ja 10, 15 Jahre ehrenamtlich gemacht, bevor ich dann in den Landtag gewählt wurde.

Ingeborg Friebe Landtagspräsidentin von 1990 bis 1995: Also, wenn ich gefragt wurde, warum ich Politikerin geworden bin, dann muss ich erst einmal darauf hinweisen, dass ich zu einer Generation gehöre, die den Zweiten Weltkrieg noch ganz bewusst erlebt hat und auch die Diktatur erlebt hat, und so habe ich mich schon sehr früh engagiert in Jugendgruppen, zumeist mit bei der Gewerkschaftsjugend, und wir haben uns dort damit auseinandergesetzt, wie ist es eigentlich dazu gekommen. Und der nächste Schritt war natürlich, man muss etwas tun, damit es  nie wieder so wird, wie es einmal war.

John van Nes Ziegler Landtagspräsident von 1966 - 1970 und 1980 bis 1985: Wenn überhaupt Deutschland wieder auf die Beine kommen will im Unterschied zu heute, dann müssen wir was tun. Und wer soll was tun? Die wollen nicht - ohne mich. Also bleibt nur unsere - sagen wir einmal, Schicht von jungen Leuten oder zurückgekehrten Soldaten, die keinen Dreck am Stecken haben.

Sprecherin: Der höchste Repräsentant des Landtags NRW ist die Landtagspräsidentin bzw. der Landtagspräsident. Die Landtagspräsidentin vertritt das Parlament nach außen, führt dessen Geschäfte, leitet die Plenarsitzungen und steht an der Spitze der Landtagsverwaltung. Landtagspräsidenten haben, bevor sie in dieses Amt gewählt werden, oftmals viele Jahre Parlamentsarbeit geleistet. Der erste Tag im Landtag hat bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ulrich Schmidt Landtagspräsident von 1995 - 2005: Also, an den ersten Tag im Landtag erinnere ich mich sehr gut. Ich war, wie immer, sehr pünktlich, obwohl die Verkehrsverbindungen in der Zeit noch nicht so optimal waren und der ganze Raum, unser Fraktionsraum, war leer. Es war noch keiner da war. Aber ich, und ich habe mir den besten Platz ausgesucht. Sie können sich vorstellen, was dann passiert ist, als die alle Wiedergewählten genau ihren Platz wiederhaben wollten. Nachdem ich das dann zwei-, dreimal mitgemacht hatte, nach dem Motto: Junge, steh auf, hier sitze ich, habe ich mich dann draußen erst mal aufgehalten und gewartet, bis alle da waren und dann merkte man sehr schnell, nach dem Motto: Der ist nicht wiedergewählt, da kannst du dich hinsetzen.

Sprecherin: Der Landtag Nordrhein-Westfalen ist in seiner 60-jährigen Geschichte bereits mehrmals umgezogen. Am 2. Oktober 1946 kam das Parlament erstmals im Düsseldorfer Opernhaus zusammen. Danach tagte man in einem Saal der Henkel-Werke. Von 1949 bis in das Jahr 1988 diente das wieder aufgebaute Ständehaus am Düsseldorfer Schwanenspiegel als Parlamentsgebäude. Doch auch das Ständehaus eignete sich auf Dauer nicht für die steigenden Anforderungen eines modernen Landesparlaments.

Ulrich Schmidt Landtagspräsident von 1995 - 2005: Die Rahmenbedingungen für die Abgeordneten waren außerordentlich schlecht. Wir saßen ja wie im Kino da, in einem ansteigenden Saal. Und da saßen wir, und zwar alle nah beieinander. Die Fraktionen sehr nah zusammengerückt, und das gab also so ein Gefühl von: Wir sind da. Und wir klatschten auch alle gemeinsam im richtigen Moment.

Ingeborg Friebe Landtagspräsidentin von 1990 bis 1995: Wenn ich beschreiben soll, wie die Situation war, würde ich sagen: eng und gemütlich. Wenn wir eine Rede gemacht haben, dann haben wir auf dem Flur gesessen, wir hatten keine eigenen Büros. Wir hatten keine Mitarbeiter, die es gemacht haben. Dann haben wir unsere Rede dort erarbeitet und dadurch waren sie aber viel lebendiger, finde ich.

Sprecherin: Die räumliche Enge des Ständehauses führte im Frühjahr 1981 zu dem Entschluss, einen neuen Sitz für den Landtag zu bauen. Dieser sollte von innen und außen auf einen Blick als Parlamentsgebäude erkennbar sein.

Karl Josef Denzer, Landtagspräsident von 1985 bis 1990: Erstens für alle Abgeordneten, die Mitarbeiter, die Verwaltung, die Fraktionen, erstmal ausreichend Raum zu haben, damit sie Arbeitsbedingungen hatten.
Zum Zweiten baut man ja keinen neuen Landtag, ohne auch die Entwicklung im Bereich der Technologie und der Kommunikation mit einzubeziehen. Das waren also die Grundvoraussetzungen, dieses zu machen.

Sprecherin: Dazu kamen weitere bauliche Herausforderungen. Beispielsweise musste sichergestellt werden, dass während einer Plenarsitzung möglichst viele Besucher auf die Zuschauertribüne gelangen können.

Karl Josef Denzer, Landtagspräsident von 1985 bis 1990: Da brauchen wir einen Aufzug, der genau 56 Personen fasst. Ja warum denn das? Ja so ein Bus hat 55 Sitze, und der Fahrer dazu sind 56.

Sprecherin: Der Landtag steht allen offen: Künstlern, Schülergruppen, Menschen aus den Regionen NRWs. Die Besucher werden hier Zeugen von aktueller Landespolitik und manchmal auch von historischen Highlights.

Karl Josef Denzer, Landtagspräsident von 1985 bis 1990: Keiner von uns hatte zu diesem Zeitpunkt überhaupt an Wiedervereinigung gedacht, dass das so plötzlich kam, hat doch uns nicht nur überrascht, aber es war auch ein Gefühl, na, jetzt wird es aber endlich Zeit, dass es stattfindet.

Hans-Ulrich Klose, Landtagsvizepräsident von 1982 bis 2000: Ein herausragendes Ereignis wiederum war, dass ich am 4. Oktober 1990, als hier im Landtag ein Festakt aus Anlass der Wiedervereinigung stattfand, die damalige Präsidentin vertreten durfte und die Ansprache halten durfte, wozu dann alle hier vertretenen Fraktionen, die SPD, die CDU, die FDP und die Grünen ihre Zustimmung gaben. Dass das passieren konnte, war für mich persönlich besonders bewegend.

Sprecherin: Nordrhein-Westfalen hat in den 60 Jahren seines Bestehens viel erreicht. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist deutscher Exportmeister und ein Hightech-Standort von Weltrang.

Regina van Dinther Landtagspräsidentin seit 2005: Nordrhein-Westfalen ist ein ganz wunderschönes Land und vor allen Dingen ganz liebenswürdig sind die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die verlässlichen Westfalen, die fröhlichen Rheinländer und die Menschen im Ruhrgebiet, die eine sehr große Integrationsleistung in den vergangenen Jahren und auch jetzt machen. Sie sind sehr offen und sehr liebenswürdig.

Hans-Ulrich Klose, Landtagsvizepräsident von 1982 bis 2000: Nordrhein-Westfalen ist meine zweite Heimat. Zwei Drittel meines Lebens habe ich inzwischen hier verbracht. Ich bin hier am Niederrhein sehr schnell heimisch geworden. Es ist ja der Vorteil hier in Nordrhein-Westfalen, insbesondere auch im Rheinland, dass man auch als Fremder, als Zugezogener offen aufgenommen wird.

John van Nes Ziegler Landtagspräsident von 1966 - 1970 und 1980 bis 1985: Meine Vision wäre, dass Nordrhein-Westfalen wieder uns zum Wohlstand und der industriellen Bedeutung führt, die uns zusteht.

Ulrich Schmidt, Landtagspräsident von 1995 bis 2005: Dieses Bindestrich-Land Nordrhein-Westfalen, das ist eine echte Heimat für viele Menschen, für mich und andere geworden, und ich möchte nirgendwo anders leben.

Sprecherin: Sich für andere Menschen einsetzen und aktiv für die Demokratie engagieren, das sind zentrale Motive für Politiker in NRW.
Doch warum sollten sich gerade junge Menschen in die Politik einmischen?

Ingeborg Friebe Landtagspräsidentin von 1990 bis 1995: Ich denke, es ist wichtig, dass die Jugendlichen erkennen, dass Politik ihr Leben bestimmt. Und wenn sie es mitgestalten wollen, dann sollen sie mitmachen.

Karl Josef Denzer, Landtagspräsident von 1985 bis 1990: Wir brauchen junge Menschen als Nachwuchs, denn das ist nicht nur eine Frage von alten Menschen oder Erfahrenen, das zu machen. Wir brauchen auch junge Menschen in der Politik. Es ist zwar sehr mühsam und es kostet manchmal viel Zeit, aber wir brauchen sie.

Regina van Dinther Landtagspräsidentin seit 1995: Junge Leute, finde ich, dürfen die Zukunft nicht anderen überlassen, sondern müssen sich für ihre Zukunft selbst engagieren. Auch die Meinung junger Leute ist in der Politik gefragt. Darüber hinaus gilt es, Demokratie zu verteidigen. Das ist eines der besten Systeme der Welt, die wir hier haben und das sollten auch junge Leute nach 60 Jahren Frieden und Freiheit sich täglich vor Augen führen.

Sprecherin: Für die Zukunft unseres Landes ist es entscheidend, dass sich die politische Generation von morgen bereits heute auf den Weg macht. Das politische  Interesse und das Engagement junger Menschen ist auch ein Teil der Zukunft von Nordrhein-Westfalen.


Abspann (als Text im Bild):

 

Ein Film des
Landtags Nordrhein-Westfalen

Herausgegeben von
Landtagspräsidentin Regina van Dinther

Redaktion
Florian Melchert

Sprecherin
Katrin Bauerfeind

Mitarbeit
Nora Ebbinghaus
Vanessa Gronau
Lukas Haberland
Jana Rose

Produktion
studio-henkel.tv

Für die freundliche Unterstützung
dankt der Landtag dem
Westdeutschen Rundfunk

sowie der
Feuerwehr Düsseldorf

© 2006

 

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