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Parlamentsgespräch „Die Macht der Meinungsumfragen – Beeinflusst die Demoskopie die Demokratie

Off-Stimme:

Die Macht der Meinungsumfragen: Unter diesem Titel stand das siebte Parlamentsgespräch, zu dem Landtagspräsident André Kuper ins Parlament eingeladen hatte. Wissenschaftler und Journalisten diskutierten über die Frage, ob und inwieweit die Demoskopie die Demokratie beeinflusst.

Der Präsident konnte wieder zahlreiche Gäste in der Bibliothek begrüßen.

In seinem Grußwort gab er erste Impulse für die Diskussion. Er betonte:

André Kuper, Präsident des Landtags NRW:

Können Wahlumfragen ein Problem für die Demokratie werden? Findet eine Entwertung der Wahl dadurch statt? Es stellt sich auch die Frage, ob mit ständigen Umfragen Einflussnahme ausgeübt wird? Und doch ist die Demoskopie – ungeachtet vieler Kritik – als Element angewandter Demokratie zwischen den Wahlen für mich aus dem politischen Leben nicht mehr wegzudenken.

Off-Stimme:

An der sich anschließenden Diskussion nahmen der Berliner Politikwissenschaftler und Wahlforscher Prof. Dr. Thorsten Faas, die Hauptstadt-Journalistin Eva Quadbeck von der „Rheinischen Post“, WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn und Dr. Yvonne Schroth von der Forschungsgruppe Wahlen teil. Die Moderation hatte Anne Gesthuysen übernommen.

Die Expertinnen und Experten waren einig darin, dass Meinungsumfragen ein wichtiger Bestandteil der Demokratie seien. Wichtig sei, verantwortlich mit dem Instrument umzugehen.

Dr. Schroth von der Forschungsgruppe Wahlen hob die Bedeutung der Demoskopie für die Demokratie hervor.

Dr. Yvonne Schroth, Vorstandsmitglied der „Forschungsgruppe Wahlen“:

Weil Demokratie und Demoskopie ein Paar sind, das man nicht trennen kann. Es gibt zum Beispiel in totalitären, autoritären Gesellschaften keine Umfrageforschung. Schon das sagt eigentlich viel. In der ehemailigen DDR gab es das zum Beispiel nicht. Und in der Demokratie muss die politische Herrschaft ständig legitimiert werden – und zwar durch Wahlen. Und der Bürger ist quasi die Quelle dieser Demokratie.

Off-Stimme:

ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn ergänzte:

Jörg Schönenborn, WDR-Fernsehdirektor:

Und deshalb sind, glaube ich, für die Funktionsweise unserer Demokratie wie wir sie leben, eine parlamentarische Demokratie mit Kräften, die in der Regel nicht alleine eine Regierung stellen können, Umfragen eine wichtige Orientierungsgröße.

Off-Stimme:  

Die Journalistin Eva Quadbeck sagte:

Eva Quadbeck, stellvertretende Chefredakteurin der „Rheinischen Post“:

Je besser der Kompass eines Politikers funktioniert, desto besser kann er auch mit Umfragen umgehen. Wenn er nämlich einen eigenen Kompass hat, eine eigene Richtung, einen eigenen Kurs, dann wird er den verfolgen. Und die Umfragewerte, das, was das Volk sagt, wird er mit einbeziehen, auch in seine politischen Entscheidungen. Aber er wird seine politischen Entscheidungen nicht komplett davon abhängig machen. Und genau das merken die Wähler, das merken die Bürger, ob da jemand souverän ist, der ihre Wünsche berücksichtigt, oder ob da jemand ist, der einfach nur hektisch auf sie reagiert.

Off-Stimme:

Und der Politikwissenschaftler Prof. Faas appellierte:

Prof. Dr. Thorsten Faas, Politikwissenschaftler:

Das ist einerseits hilfreich, wenn ich sage, ich möchte vielleicht eine Regierung wählen, die die Form XY hat, und ich tue das auf Basis einer bestimmten Umfrage. Die Gefahr dabei ist natürlich, dass sozusagen die Verhaltensänderung von Menschen in Reaktion auf Umfragen, dazu führen, dass die Umfragen dann am Wahltag vermeintlich falsch war.   

Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks:

Ich rate da wirklich zur Gelassenheit. Wenn Wählerinnen und Wähler ihre Alltagsentscheidungen alleine nach Umfragen treffen würden, dann hätten wir in diesem Land sehr viel größere Probleme, glaube ich.

 

 

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