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Literatur im Landtag: Wenn Gletscher schmelzen

Treibhausgase, Ökostrom oder steigende Meeresspiegel: Der Klimawandel ist seit Jahren heiß diskutiertes Topthema in der politischen Debatte. Nun hat er es im Landtag auch zwei Etagen unterhalb des Plenarsaals auf die Agenda geschafft: in der Parlaments-Bibliothek - zur dritten Ausgabe von "Literatur im Landtag".  

Carina Gödecke, Präsidentin des Landtags NRW:
"Viele von Ihnen waren schon bei den beiden Veranstaltungen davor hier und wissen: Hier werden Sie richtig gut verwöhnt. Hier erwartet Sie ein spannender Abend."

Die Literatur-Reihe gibt es seit fast zwei Jahren. Alle paar Monate diskutieren Autoren und Fachleute in der Landtagsbibliothek über aktuelle gesellschaftspolitische Fragen - stets im Spiegel der Literatur. Bildgebend diesmal: Ilija Trojanow mit seinem 2011 erschienenen Roman "EisTau". Die Geschichte eines Mannes, der Gletscher so sehr liebt, dass er an ihrem Sterben schier verzweifelt.

Ilija Trojanow, Deutscher Autor:
"Unter der rußgeschwärzten Oberfläche war Eis. Ich strich mit meinen Fingern über die Kälte, dann über mein Gesicht. Gewohnte Manier, mein Begrüßungsritual. Ich leckte an meinen Finger: Es schmeckte nach nichts. Erst da stieg ein erster völlig belangloser Gedanke in mir auf: Ich würde nie wieder Adelholzener-Falschen mit Gletscherwasser füllen, um zu Hause daran zu nippen. ich legte mich auf das Geröll, zusammengekauert lag ich da."

Ein persönliches Drama rund um das Klima und seinen Wandel. Aber auch der wissenschaftliche Blick fehlte in der Landtagsbibliothek nicht: Den lieferten der Wuppertaler Umweltexperte Manfred Fischedick und die Wettermoderatorin Claudia Kleinert:

Manfred Fischedick, Institut für Klima, Umwelt und Energie:
"Wir leben im Moment in einer Zeit, wo die Schere eigentlich immer weiter aufgeht zwischen dem, was sich real entwickelt an Treibhausgasemission und dem, was man eigentlich erreichen müsste."

Claudia Kleinert, Wettermoderatorin:
"Da wird man damit rechnen müssen, dass die Winter deutlich nasser werden. Dass es im Winter deutlich mehr Regen oder Niederschläge gibt, die dann eben nicht mehr in den höheren Lagen - denn die Gletscher gibt wirklich auch bei uns in den Alpen immer, immer weniger - dieses Wasser wird dann nicht mehr gebunden in Form von Schnee, und bleibt dann erstmal eine Weile liegen und taut dann irgendwann mal ab. Sondern es geht mehr oder weniger eins zu eins runter als Wasser."

Manfred Fischedick, Institut für Klima, Umwelt und Energie:
"Selbst bei zwei Grad Celsius werden wir uns schon anpassen müssen. werden wir Anpassungsmaßnahmen ergreifen müssen."

Claudia Kleinert, Wettermoderatorin:
"Vor zehn Jahren wusste man so, ab Mai konnte man in die Wettermoderation mit reinnehmen, dass es in Brandenburg und in Sachsen Waldbrandstufe eins hat. Mittlerweile, so innerhalb von sieben, acht Jahren, merken Sie: Das ist jetzt schon im März so."

Manfred Fischedick, Institut für Klima, Umwelt und Energie:
"Die wesentlichen Strategieelemente, die wir haben, um Klimaschutz ernst zu nehmen, ist auf der einen Seite tatsächlich der Ausbau erneuerbarer Energien: Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse. Auf der anderen Seite, sparsamer mit Energie umzugehen, effizientere Produktionsverfahren einzusetzen, effizientere Geräte in unseren Wohnungen zu nutzen."

Es bleibt also dabei: Beim Kampf gegen den Klimawandel ist jeder gefragt. Und so hitzig die Debatte um Energiewende und Co politisch auch sein mag. Zumindest in der Landtags-Bibliothek ging sie am Ende doch ganz harmonisch aus - nicht zuletzt dank Feline und Florian.

 

Herausgeberin
Die Präsidentin des Landtags
Carina Gödecke

Platz des Landtags 1
40221 Düsseldorf

Redaktion & Produktion
Daniela Braun

Inhaltlich Verantwortlicher (§ 10 Absatz 3 MDStV)
Dr. Florian Melchert

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