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Anhörung zum Thema „Integration und Arbeit“

(13.3.2019) In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie des Integrationsausschusses haben sich Sachverständige zum Thema „Integration und Arbeit“ geäußert.

Grundlage der Anhörung waren drei Anträge: „Sie sind in Nordrhein-Westfalen willkommen! – Berufsanerkennungsverfahren verbessern und im Sinne der antragstellenden Menschen weiterentwickeln“ (17/3805), „Integration beginnt mit Ausbildung und Arbeit – Bewährtes bewahren, Ideen entwickeln, Unterstützung leisten“ (17/4113, beide von den Fraktionen von CDU und FDP) sowie „Die Landesregierung muss die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt vorantreiben“ (17/3011, SPD-Fraktion).

Die Fraktionen weisen in ihren Anträgen auf die Bedeutung von Arbeit und Ausbildung für die Integration geflüchteter Menschen, aber auch auf den Fachkräftemangel im Land hin. Unabhängig voneinander setzen sie sich für eine Verbesserung der Berufsanerkennungsverfahren ein.

„Fehlende Grundbildung“

Ein Teil der Geflüchteten verfüge nicht über die für eine Ausbildung erforderliche Grundbildung, schreiben die nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern (IHK) in ihrer Stellungnahme für die Ausschüsse. Wer das 18. Lebensjahr vollendet habe, sei jedoch nicht mehr schulpflichtig. Die Landesregierung habe sich deshalb zurecht vorgenommen, eine „Schulpflicht für nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge“ einzuführen. Von größter Bedeutung seien „vertiefte Sprachkenntnisse“. Es fehle insbesondere an „Angeboten zur Förderung der berufsspezifischen Fachsprache“.

„Sprachförderung“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hob ebenfalls die Bedeutung der Sprachförderung hervor. Außerdem: „Sofern eine im Ausland erworbene Berufsqualifikation sowie ggf. einschlägige Berufserfahrungen vorliegen, jedoch in einem Anerkennungsverfahren wesentliche Unterschiede zwischen der ausländischen Berufsqualifikation und dem deutschen Referenzberuf festgestellt worden sind, sollen diese durch bedarfsgerechte Anpassungsqualifizierung ausgeglichen werden.“

„Informationsmanagement“

Die Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen („unternehmer nrw“) hält ein „systematisches Integrationsmanagement vor Ort“ für sinnvoll. Angebote und Maßnahmen müssten sinnvoll verzahnt sein – „auch über thematische und behördliche Zuständigkeiten hinweg“. Für junge Geflüchtete, denen es an Grundbildung fehle, sollten die Internationalen Förderklassen der Berufskollegs „von vornherein auf zwei Jahre mit einem gezielten Förderkonzept“ angelegt werden.

„Zu lange Verfahrensdauer“

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion NRW) ist die „Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen ein Instrument zur schnelleren Integration von Migrantinnen und Migranten und zur Fachkräftesicherung“. Dringender Handlungsbedarf bestehe bei den „zu langen Verfahrensdauern“.

„Informell erworbene Kompetenzen“

Die Bertelsmann-Stiftung schreibt in ihrer Stellungnahme vom großen Potenzial „informell erworbener Kompetenzen“. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten würden in den meisten Ländern nicht im Berufsausbildungssystem erworben, sondern in der beruflichen Praxis („on-the-job“). Durch „Kompetenzfeststellungsverfahren“ müsse geprüft werden, ob diese Kompetenzen mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes vergleichbar seien.

Eine Übersicht über die eingegangenen Stellungnahmen finden Sie hier.

Text: zab

 

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