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„Aufbruch in die Demokratie“ - Tagung im Landtag

(7.11.2018) Rund 100 Historikerinnen und Historiker und Gäste beschäftigen sich bei einer zweitägigen Tagung im Landtag mit der Revolution 1918/19 im Rheinland und in Westfalen. Eingeladen hatten das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, die Historische Kommission für Westfalen, die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde und der Landtag.

Der Präsident des Landtags, André Kuper, sagte zur Eröffnung der Tagung im Plenarsaal des Landesparlaments: „Unsere erfolgreiche und starke Demokratie und unsere repräsentative freiheitlich-demokratische Grundordnung wären nicht denkbar ohne die Ereignisse von 1918. Es gab keine rheinische, westfälische oder lippische Revolution, sondern viele lokale Ereignisse. Vor 100 Jahren setzten sich die demokratischen Kräfte dafür ein, dass eine parlamentarische Demokratie entstand. Dies sollte uns heute lehren, dass freiheitliche Grundwerte und Demokratie und nicht nur einmalig erkämpft, sondern immer wieder neu verteidigt werden müssen.“


Der Präsident des Landtags, André Kuper (2.v.r.), eröffnete die Tagung im Plenarsaal des Landtags. Sie wurde gestaltet u. a. von Dr. Guido Hitze, Leiter der Planungsgruppe "Geschichte, Politik und Demokratie Nordrhein-Westfalens (l.)“, Dr. Frank M. Bischoff, Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen (2.v.l.) und Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, ehemaliger Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen.  

Während der Tagung am Donnerstag, 8. November 2018, stellt Prof. Dr. Stefan Ber­ger (Bochum) in seinem Vortrag den Zusammenhang zwischen den revolutionären Entwicklungen in Deutsch­land und in Europa zwischen 1917 und 1923 her. Die Reihe der Fachvorträge geht dann auf die militärischen Rahmenbedingungen am Ende eines verlorenen Kriegs ein. Dr. Thomas Tippach (Münster) sieht in der bewaffneten Macht sowohl Garanten der öffentli­chen Ordnung als auch revolutionäre Elemente. Dr. Horst-Pierre Bothien (Bonn) schildert die Folgen der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Truppen am Beispiel von Bonn. Vier Vorträge zu allgemeinen Entwicklungen beschließen den ersten Tag. Prof. Dr. Wilfried Rei­ninghaus (Münster) schildert die Wahlkämpfe vor den Wahlen zur Deutschen Nationalver­sammlung am 19. Januar 1919 und wertet die (überraschenden) Wahlergebnisse aus. Unter dem Titel „Berlin, nein Danke?“ behandelt Dr. Martin Schlemmer (Duisburg) die Loslösungs­bestrebungen in Rheinland und Westfalen nach 1918. Dr. Bärbel Sunderbrink (Detmold) analysiert die Rollen der Frauen während der Revolutionszeit, vor allem an ost­westfälisch-lippischen Beispielen. Prof. Dr. Ulrich Wyrwa (Berlin) fragt, wie sich im Zusam­menwirken von Krieg, Revolution und Konterrevolution in Rheinland-Westfalen extremer An­tisemitismus herausbilden konnte.

Der zweite Tag am Freitag, 9. November 2018, ist lokalen und regionalen Fallstudien gewidmet. Dr. Johannes Heck (Düs­seldorf) sieht die sozialistische Linke in Düsseldorf zwischen dem revolutionärem Anspruch und der fehlenden Konzeption einer proletarischen Revolution gefangen. Dr. Oliver Schulz (Clermont-Ferrand) untersucht das bergisch-märkische Industriegebiet, eine Hochburg der unabhängigen Sozialdemokratie. Dr. Jens Hahnwald (Arnsberg) geht dem politischen Wan­del im katholischen Sauerland unter dem Einfluss der Revolution nach. Drei Beiträge sind dem Ruhrgebiet gewidmet. Dr. Klaus Wisotzky (Essen) stellt die Sozialisierungsbewegung im Bergbau unter dem Einfluss des Essener Arbeiter- und Soldatenrats in den Mittelpunkt. Prof. Dr. Stefan Goch (Düsseldorf) sieht die Entstehung linksradikaler Bergarbeiter-Organi­sationen als Resultat enttäuschter Erwartungen an die Novemberrevolution. Die Dortmunder Mehrheitssozialdemokraten wandelten sich, so Dr. André Biederbeck (Dortmund), von „roten Milieumanagern“ zu „schwarz-rot-goldenen Republikgründern“. Dr. Hans-Peter Mensing (Honnef) widmet sich dem Verhältnis Konrad Adenauers zur Novemberrevolution in Köln.

Fotos: bs
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