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Ende des Steinkohlenbergbaus: Festveranstaltung mit Blick in die Zukunft

(12.9.2018) Die Landtage von Nordrhein-Westfalen und dem Saarland haben mit einer Festveranstaltung die Verdienste des Steinkohlenbergbaus gewürdigt und die Bergleute im Ruhrgebiet, in Ibbenbüren und im Saarland verabschiedet. Viele Bergleute, Mitglieder der Landtagspräsidien, Abgeordnete der beiden Landesparlamente, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierungen waren in den Plenarsaal des Landesparlaments in Düsseldorf gekommen.

Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand die Erinnerung an die Geschichte des Bergbaus, seine Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und seinen prägenden Einfluss auf die Entwicklung von Nordrhein-Westfalen und des Saarlands. Dabei wurde nicht nur zurückgeschaut, der Blick ging auch in die Zukunft.

Der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, André Kuper, sagte: „Wir verneigen uns vor dem Lebenswerk der Bergleute mit einem optimistischen Bekenntnis für die Zeit nach der letzten Schicht. Ihre unermüdliche Arbeit half der deutschen Wirtschaft beim Aufstehen aus den Kriegstrümmern und ihr Zusammenhalt führte Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen. Mit der Geschichte der Steinkohle ist auch die Geschichte der europäischen Einigung eng verbunden. Das Ende der Steinkohlenförderung bedeutet jetzt auch Chancen für die Regionen. Und wir stehen in der Verantwortung, diese Chancen zu nutzen.“


Der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, André Kuper, begrüßte die zahlreichen Gäste im Landtag.

Der Präsident des Landtags des Saarlandes, Stephan Toscani, sagte: „Das Ende des Steinkohlenbergbaus im Saarland im Jahr 2012 leitete eine Zeitenwende für unser Bundesland ein. Der Bergbau hat das Leben des Landes und der Saarländerinnen und Saarländer über Generationen hinweg maßgeblich geprägt. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen, wo viele saarländische Bergleute bis heute weiterbeschäftigt wurden. Die Feierlichkeiten am heutigen Tag haben diese Tradition und die damit verbundenen Emotionen noch einmal eindrucksvoll aufleben lassen.“

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, sagte: „Mit dem Abschied von der Steinkohle geht eine industrielle Ära endgültig zu Ende, die das Saarland und Nordrhein-Westfalen tief geprägt und unsere Länder verbunden hat. Ich denke da auch an die vielen Saar-Kumpel, die nach dem Kohle-Aus in ihrem Land nach Nordrhein-Westfalen umzogen, um fortan in Ibbenbüren ihre Schicht anzutreten. Sie waren bei uns immer herzlich willkommen“, so Ministerpräsident Laschet. „Wir haben der Steinkohle viel zu verdanken. Wichtige Impulse für Demokratie und Gerechtigkeit sind von den Arbeitern in Zechen und Stahlwerken erkämpft worden. Diese Leistung werden wir immer würdigen! Jetzt gilt es, das Potenzial des Ruhrgebiets weiter zu entfalten. Mit der von der Landesregierung initiierten Ruhr-Konferenz wollen wir das Ruhrgebiet zu einer erfolgreichen Metropolregion im digitalen Zeitalter entwickeln. Glückauf!“


Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, bedankte sich bei den Bergleuten aus NRW und dem Saarland.

Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, sagte: „Die Bergleute an der Ruhr und an der Saar haben ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte geschrieben. Sie haben mit ihrer harten Arbeit die Grundlagen gelegt für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, für das Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg und für den Wohlstand in unserem Land. Für die historische Leistung des deutschen Steinkohlenbergbaus und die unschätzbaren Verdienste der Bergleute im Steinkohlenbergbau spreche ich, im Namen der saarländischen Landesregierung und im Namen aller Saarländerinnen und Saarländern, meinen tief empfundenen Dank aus. Nun gilt es, den weiteren Strukturwandel im Saarland und in Nordrhein-Westfalen mit Mut und Zuversicht anzugehen. Glückauf!“


Der Ministerpräsident des Saarlandes, Tobias Hans, lobte die Verdienste der Bergleute für die Wirtschaftsentwicklung Deutschlands.

Auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, sprach im Plenarsaal des Landtags. Er sagte: „Gemeinsam haben wir im Bergbau eine Mitbestimmungs- und Unternehmenskultur geschaffen, die bis heute beispielhaft ist. Das ist die Grundlage für die historische Leistung, den gewaltigen Personalabbau sozialverträglich gestaltet haben zu können. Niemand fällt ins Bergfreie – diese Losung darf nicht nur für uns Gewerkschafter Auftrag und Motivation sein. Sie sollte Leitlinie aller politischen Akteure sein, wenn es um die Bewältigung jedweden Strukturwandels geht.“


Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, sagte, die Unternehmenskultur im Bergbau sei beispielhaft.

Mitgestaltet wurde die Veranstaltung vom Ruhrkohle-Chor, dem WDR-Kinderchor Dortmund und dem Opern-Kinderchor der Chorakademie Dortmund. Während des Steigerliedes übergab ein Sänger des Bergmannschors eine Grubenlampe an den Kinderchor – symbolisch für den Strukturwandel in den vom Steinkohlenbergbau geprägten Regionen.


Der Ruhrkohle-Chor gestaltete den musikalischen Rahmen der Veranstaltung mit.

Der Landtag zeigte zur Festveranstaltung die Ausstellung „Blickpunkt Bergwerk. Fotografien von Michael Bader“ aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und die Ausstellung „Glückauf Nachbarn-Modellquartier Integration“, mit städtebaulichen Lösungsansätzen für moderne Integrationsviertel. Außerdem präsentierte der Westdeutsche Rundfunk das WDR-Bergwerk 360°, das einen virtuellen Einblick in die Welt unter Tage ermöglicht. Die Landesmedienanstalt Saarland zeigte das Projekt „Das ERBE on Tour“ mit digitalisierten Exponaten, 3D-Fahrten und virtuellen Räumen zum saarländischen Bergbau.

Fotos: bs
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