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Präsident des Landtags mit Delegation in Israel eingetroffen: Begegnungen im Zeichen von Vertrauen und Verantwortung

(5.9.2018) Der Präsident des Landtags, André Kuper, bereist von heute bis Donnerstag, 6. September 2018, Israel und die palästinensischen Gebiete. „Die Reise nach Israel und nach Bethlehem steht im Zeichen von Verantwortung und Vertrauen: Wir tragen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen Verantwortung, für den Staat Israel, auch im 70. Jahr seines Bestehens. Und wir werben um Vertrauen in unsere Solidarität zu jüdischen Menschen in aller Welt ebenso wie für Frieden in der Region“, sagte Präsident Kuper. Die Reise fiele in eine Zeit, in der israelkritische und antisemitische Stimmen in Deutschland lauter würden und zunehmend ein Grund zur Besorgnis seien.

Die Delegation des Präsidenten des Landtags besteht aus dem Vorsitzenden der Parlamentariergruppe Israel im nordrhein-westfälischen Landtag, Norbert Römer (SPD), dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer aus Köln, sowie der Generalsekretärin der Union Progressiver Juden, Irith Michelsohn aus Bielefeld.

Die Stationen der Reise geben Einblicke in die Spannungsfelder des Landes und der Region: Geschichte und Moderne, Konflikte und Versöhnung, medial vermitteltes Israel-Bild und tatsächlicher Alltag in Israel und den palästinensischen Gebieten. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern von gesellschaftlichen Gruppen und Religionsgemeinschaften, Politik und Nichtregierungsorganisationen, wie zum Beispiel des Gewerkschaftsbunds Histradut, israelischen Ärztinnen und Ärzten, die sich um syrische Kriegsopfer kümmern, aber auch engagierten Jugendlichen aus Deutschland und Nordrhein-Westfalen, die ihren Bundesfreiwilligendienst in Israel absolvieren. Auch die Konflikte in der Region sind Thema der Reise, unter anderem bei einem Besuch in den palästinensischen Gebieten.


Gespräch beim israelischen Gewerkschaftsbund Histradut: Norbert Römer, Vorsitzender der Parlamentariergruppe Israel im Landtag, Gershon Gelman, Vorsitzender des Gewerkschaftsbunds, und der Präsident des Landtags, André Kuper (v. l.)

Um die besondere Verantwortung für die deutsche Geschichte geht es bei einem gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. „Wir können nicht wiedergutmachen, was Deutsche dem Volk Israel angetan haben. Es ist aber unsere Verantwortung, nie zu vergessen, immer zu erinnern und Antisemitismus, Hass und Gewalt in unseren Demokratien zu bekämpfen“, sagte Kuper. Er wertete es als „starkes Zeichen der Solidarität Nordrhein-Westfalens mit Israel, dass gleich mehrere Delegationen 70 Jahre nach der Staatsgründung das Land besuchen“. Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten wird der Präsident des Landtags einen Kranz in der „Halle der Erinnerung“ niederlegen.


Der Präsident des Landtags, André Kuper, (l.) und Ministerpräsident Armin Laschet legten in der Gedenkstätte Yad Vasehm einen Kranz nieder.


"Erschüttert über das beispiellos Geschehene und doch erfüllt von der wunderbaren Chance zur deutsch-israelischen Freundschaft. Den Opfern der Shoa zum Gedächtnis. Uns Heutigen zur Mahnung und Verpflichtung. Unseren Kindern zur Freundschaft mit Israel!" (Eintrag des Präsidenten des Landtags im Gedenkbuch in Yad Vashem)

Im „Yad Kennedy Memorial“ wird Präsident André Kuper einen Baum pflanzen. Bäume sind gerade im Judentum ein Zeichen für Leben und Zukunft. Zuletzt hatte Außenminister Heiko Maas im Yad Kennedy Memorial einen Baum gepflanzt. Vorgesehen ist auch ein Treffen mit der Vorsitzenden des Dachverbands der Holocaustüberlebenden der ehemaligen UdSSR in Israel, Gita Koifman. „Ich bin dankbar dafür, dass es Frau Koifman nicht nur möglich, sondern ihr auch wichtig war, sich mit der Delegation zu treffen. Zuletzt sind wir uns vor einem halben Jahr in Düsseldorf begegnet. Eine solche Freundschaft einer jüdischen Frau, die den Holocaust überlebt hat, ist ein Wunder vor meinen Augen und erfüllt mich mit Respekt und tiefer Dankbarkeit”, sagte André Kuper.


Im Yad Kennedy Memorial pflanzte Präsident Kuper einen Baum.


Paul Juretzky, Geschäftsführer des jüdischen Nationalfonds, Norbert Römer, Vorsitzender der Parlamentariergruppe Israel, Irith Michelson, Generalsekretärin der Union Progressiver Juden, Präsident André Kuper und Abraham Lehrer, Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.


Der Bürgermeister von Tel Aviv, Avi Ron Huldai (M.), empfing den Präsidenten des Landtags gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Partnerstadt Essen, Thomas Kufen (l.).

Zu Beginn der Reise trifft die Delegation den Bürgermeister von Tel Aviv, Avi Ron Huldai, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Partnerstadt Essen, Thomas Kufen. Gemeinsam nehmen die Delegationen am Empfang des Bürgermeisters von Tel Aviv aus Anlass des „DLD Innovation Festivals“ teil; einer Messe, bei der  sich israelische Start-ups präsentieren. In Tel Aviv sind auch Gespräche mit dem dortigen Vorsitzenden des Gewerkschaftsbunds Histradut, Gershon Gelman, sowie der neuen Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Susanne Wasum-Rainer, vorgesehen.


Die Einrichtung Lifegate kümmert sich um Kinder und Jugendliche mit Behinderung im Westjordanland.

Im Krankenhaus „Galilee Medical Center“ in Nahariya an der Grenze zum Libanon informieren sich Präsident Kuper und die Mitglieder der Delegation über das Engagement von Ärztinnen und Ärzten, die hier Opfer des syrischen Bürgerkriegs versorgen. Bei einem Besuch der palästinensischen Gebiete trifft die Delegation den stellvertretenden Leiter des deutschen Vertretungsbüros und informiert sich in der Nähe von Bethlehem über die Arbeit der Einrichtung „Lifegate“ für Jugendliche mit Behinderungen.


Der Arzt Dr. Masad Barhoum zeigt Präsident Kuper einer Bombe, die 2006 ins Krankenhaus eingeschlagen war.


Dr. Masad Barhoum zeigte André Kuper den Schockraum des Krankenhauses.

Vor dem Hintergrund der Konflikte zwischen Israel und seinen Nachbarn wird die Delegation sich vor Ort zudem mit der Sicht auf das „Israelbild in den deutschen Medien“ beschäftigen und ein Gespräch mit Arye Shalicar, dem langjährigen Pressesprecher der israelischen Armee führen. Von ihren persönlichen Erfahrungen mit Israel und dem deutsch-israelischen Verhältnis werden deutsche Jugendliche berichten, die aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr in Jerusalem absolvieren.

Über aktuelle Strömungen im Judentum tauscht sich die Delegation mit dem Präsidenten des Weltverbands progressiver Juden, Rabbiner Daniel Freelander, aus. Das deutsch-israelische Verhältnis sowie die parlamentarische Arbeit stehen bei einem Besuch des israelischen Parlaments (Knesset) und einem Austausch mit dem Vorsitzenden der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Israel-Deutschland, Dr. Nachman Shaik, MdK, im Fokus.


Im israelischen Parlament Knesset traf die Delegation den Vorsitzenden der israelisch-deutschen Parlamentariergruppe, Dr. Nachman Shai.

Zum Abschluss der Reise, die am Donnerstagabend endet, wird die Delegation durch die Jerusalemer Altstadt geführt.


Gespräch mit der Philantropin Raya Strauss


Norbert Römer, Raya Strauss, André Kuper, Paul Juretzky (v.l.)

Fotos: Besim Mazhiqi

 

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