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9. Jugend-Landtag: Debatte über Informatikunterricht an Schulen

(30.6.2018) Informatik soll an allen weiterführenden Schulen in NRW als Pflichtfach eingeführt werden, das hat der Jugend-Landtag mehrheitlich beschlossen. Im Plenum sprachen sich Jugend-Abgeordnete u. a. dafür aus, dass sich Lehrkräfte fortbilden müssen, um Anforderungen des Informatikunterrichts gerecht zu werden.

Grundlage der Diskussion im Plenarsaal des Landtags war der Antrag „Das Fach ‚Informatik‘ an weiterführenden Schulen“. Digitale Medien seien aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken, heißt es darin. Während sich der Arbeitssektor und die meisten Privathaushalte auf den Wandel eingestellt hätten, seien „viele Schulen in NRW kaum auf diese Herausforderungen der modernen Zeit vorbereitet“. Digitale Themen fänden sich meist nur am Rande des Lehrplans. „In einigen Schulen wird noch nicht einmal Informatikunterricht angeboten.“

In Änderungsanträgen präzisierten vier Fraktionen ihre Forderungen: Die Grünen-Fraktion forderte u.a., dass Profilklassen mit dem Schwerpunkt Informatik und einem fächerübergreifendem Fokus auf Medienkompetenz „probeweise“ eingerichtet und Fortbildungen für Lehrkräfte fernab des Einflusses der Privatwirtschaft durchgeführt werden sollen. Die SPD-Fraktion forderte, das Fach Informatik als Wahlpflichtfach ab Klasse 5 einzuführen und in den Klassen 1 bis 4 ein neues Pflichtfach „Medienkompetenz“ zu entwickeln. Die Fraktionen von CDU und FDP forderten in ihrem gemeinsamen Änderungsantrag, Informatik als Pflichtfach für einen Zeitraum von zwei Jahren einzuführen.

Florian Schröder (CDU-Jugend-Landtagsfraktion) wies in der Plenardebatte darauf hin, die digitale Infrastruktur an Schulen müsse auf dem aktuellen Stand sein und das Fach Informatik solle als Pflichtfach für zwei Jahre an weiterführenden Schulen angeboten werden, damit alle Schülerinnen und Schüler eine solide digitale Grundausbildung erhielten.

Dem entgegnete Niklas Offermann (SPD-Jugend-Landtagsfraktion), dass bei der Einführung von Informatik als Pflichtfach die Gefahr bestehe, dass der Unterricht zulasten des zeitlichen und inhaltlichen Umfangs anderer Schulfächer gehe und es Schülerinnen und Schülern selbst überlassen sein sollte, ob sie sich für Informatik als Wahlpflichtfach entschieden.


Florian Schröder (v.l.), Niklas Offermann, David Dekorsi, Carla Brinkmann und Leon Spindeldreier

David Dekorsi (FDP-Jugend-Landtagsfraktion) bemerkte, es gebe in Deutschland einen immensen Nachholbedarf bei der digitalen Bildung an Schulen, das Fach Informatik müsse daher als Pflichtfach in der 5. und 6. Klasse und anschließend als Wahlpflichtfach eingeführt werden.

Auch Carla Brinkmann (Grüne-Jugend-Landtagsfraktion) stimmte zu, dass die digitale Bildung gefördert werden müsse; dazu müssten allerdings Profilklassen eingerichtet werden, in denen Schülerinnen und Schülern Informatikkenntnisse mit individualisierten Lehrplänen vermittelt würden.

Leon Spindeldreier (AfD-Jugend-Landtagsfraktion) hielt dagegen, dass es grundsätzlich an Infrastruktur an Schulen mangele – Unterricht häufig ausfalle, Toiletten nicht funktionierten, Wände bröckelten – und es dringlicher sei, diese Missstände zu beheben, als das Fach Informatik einzuführen.

Der Antrag „Das Fach ‚Informatik‘ an weiterführenden Schulen“ wurde mit den Stimmen der Fraktionen von CDU und FDP angenommen. Die Fraktionen von SPD, Grünen und AfD stimmten dagegen.

Auch der Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP wurde mit den Stimmen der beiden Fraktionen angenommen. Die Änderungsanträge von SPD und Grünen fanden keine Mehrheit.

Den Antrag zur Debatte finden Sie hier.

Text: tob
Fotos: bs

 

 

 

 

 

 

Herausgeber: Der Präsident des Landtags
Redaktion: Wibke Busch, Pressesprecherin; Dr. Stephan Malessa, stv. Pressesprecher
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