Landtag Nordrhein-Westfalen
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Im September 1948 trat in Bonn der Parlamentarische Rat zusammen, um das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu erarbeiten – ein Prozess, der acht Monate dauerte. Die 65 gewählten Mitglieder des Rates wurden von den Landtagen der elf Bundesländer entsandt und verabschiedeten im Mai 1949 den Gesetzestext, der noch im gleichen Monat in Kraft trat. Die ersten Exemplare des Grundgesetzes wurden in der Bonner Druckerei Stodieck produziert, die heute als Kulturzentrum genutzt wird.

Vor diesem historischen Hintergrund haben die Bonner Ateliergemeinschaft „Kunstbrennerei“ und die Künstlergruppe „Amorph“ rund 90 Künstlerinnen und Künstler gebeten, einen oder zwei Artikel des Grundgesetzes sowie die Präambel zu thematisieren. Entstanden sind 145 Kunstwerke, die einen Beitrag zur politischen Bildung leisten, darunter Gemälde, Fotocollagen, Grafiken und dreidimensionale Objekte.

Zur Eröffnung der Ausstellung „70 Jahre Grundgesetz“ wies André Kuper, Präsident des Landtags NRW, auf die Bedeutung des Grundgesetzes für die Demokratie und den Rechtsstaat hin. „Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates haben unter schwierigen Bedingungen zweifelsohne eine herausragende Arbeit vollbracht. Sie mussten nicht nur parteipolitische Grenzen überwinden, sondern auch die richtigen Lehren aus der Vergangenheit ziehen.“ Nach dem Scheitern der Weimarer Republik, den grausamen Verbrechen der Shoa und dem Leid des Zweiten Weltkriegs sollte das Grundgesetz den Menschen „endlich ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit ermöglichen“.

André Kuper, Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, (2.v.l.) mit Tobias Stutz, Vorstandsmitglied des Vereins Kunstbrennerei, Angela Schmitz von der Künstlergruppe Amorph und Ali Monzavi, Mitglied des Vereins Kunstbrennerei (v.l.)

 

Die Bandbreite der Motive, Materialien und Zugänge der Künstlerinnen und Künstler ist groß. Da ist zum Beispiel das Werk „Bundbunt“ von Bettina Guckler, bestehend aus einem Holzpaneel, auf dem Nägel die Konturen des Bundesadlers andeuten; darunter sind die Wappen der 16 Bundesländer zu sehen. Das Werk nimmt Bezug auf Artikel 70 des Grundgesetzes, der u.a. die Zuständigkeiten von Bund und Ländern regelt.

In einem anderen Werk beschäftigt sich der Künstler Jérôme Padilla mit Artikel 65, der sich mit Richtlinienkompetenzen des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin befasst. Der Künstler hat Drahtfiguren in einem Metallrahmen auf einem Notenständer postiert – und oben thront eine Figur, bei der die Fäden wie bei einem Dirigenten zusammenlaufen.

Die Ausstellung kann bis einschließlich 8. Juli 2018 an den Wochenenden während der Besucheröffnungszeiten jeweils von 11 bis 17 Uhr ohne Voranmeldung und kostenfrei besichtigt werden. Anschließend ist die Ausstellung in verschiedenen Orten in Deutschland zu sehen.

Besucher der Ausstellung in der Wandelhalle des Landtags

Text tob
Fotos bs

 

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