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"Geschichte des Landes greifbar und erlebbar machen"

(18.1.2018) Der Landtag wird eine parteiübergreifende und unabhängige Planungsgruppe zum Thema „Geschichte, Politik und Demokratie Nordrhein-Westfalens“ einsetzen. Dies hat das Plenum mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen beschlossen. Die AfD-Fraktion stimmte dagegen.

Es sei das „gemeinsame Ziel von Landtag und Landesregierung, das Geschichtsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, ihr Verständnis für das politische, das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Nordrhein-Westfalen parteipolitisch neutral und zugleich auf der Höhe der wissenschaftlichen Forschung zu fördern“, heißt es in einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen („Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Menschen greifbar und erlebbar machen“, 17/1662).

Die Gruppe soll aus wissenschaftlichen Expertinnen und Experten bestehen und mit Museen, Instituten sowie wissenschaftlichen Lehrstühlen zusammenarbeiten. Zu ihren Aufgaben gehört die Entwicklung eines Konzepts für ein „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ als Verbindung von Forschungsinstitut und Museum. Das bereits bestehende „Haus der Parlamentsgeschichte“ könne Grundlage und eigenständiger Bestandteil sein.

Dr. Stefan Nacke (CDU) sagte, es gebe genug Gründe, auf „unser Bundesland“ stolz zu sein. „Ob es die Kumpel unter Tage oder die Dorfgemeinschaften auf dem Lande sind – wir sind bei allem Strukturwandel Solidaritätsexperten“, sagte Nacke. Bei der Identifikation mit dem Bundesland gehe es auch um das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der föderalen Struktur. Ziel der Initiative sei es, die Geschichte des Landes NRW begreifbar und erlebbar zu machen. „Wir benötigen einen gemeinsamen Ort der Selbstreflexion unserer Landesidentität“, um der jungen Generation und auch neu Zugewanderten die NRW-Identität zu veranschaulichen.

Prof. Dr. Rainer Bovermann (SPD) sagte, die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sei ein „zentraler Baustein für die Ausprägung eines Landesbewusstseins“. Trotz oder gerade wegen der vielen regionalen und lokalen Identitäten habe die Landespolitik immer wieder versucht, ein nordrhein-westfälisches Landesbewusstsein zu fördern. Es sollten jetzt nicht nur ein Konzept für ein „Haus der Geschichte“ erarbeitet, sondern u. a. auch Ausstellungen und Symposien organisiert sowie Interviews mit Zeitzeugen geführt werden. Inhaltlich gehe es um die großen Erzählungen der NRW-Geschichte, im Mittelpunkt sollten die Menschen stehen.

Für die FDP-Fraktion sagte Lorenz Deutsch, es sei richtig, die Geschichte Nordrhein-Westfalens erforschen und präsentieren zu wollen. Hier gebe es eine „Fehlstelle“, die geschlossen werden müsse. Er sprach auch von einer „großen Chance“. Entscheidend sei nun die Entwicklung eines Konzepts. Deutsch wies darauf hin, dass moderne Museumskonzepte insbesondere auf eine multimediale Vermittlungsform zurückgriffen. Die Geschichte müsse für die Bürgerinnen und Bürger „greifbar und erlebbar“ werden. Hier könnten digitale Techniken hilfreich sein. Gefordert sei zudem eine moderne Museumsdidaktik.

Josefine Paul (Grüne) sagte, dass Nordrhein-Westfalen sich insbesondere durch die Vielfältigkeit seiner Bewohnerinnen und Bewohner auszeichne. Ein wesentlicher Teil der Landesgeschichte sei dabei die Zuwanderung. Nordrhein-Westfalen sei stark durch die Migration geprägt worden. Sie müsse daher einer der Schwerpunkte im geplanten „Haus der Geschichte“ sein. Paul betonte zugleich, dass auch die Geschichte vor der Landesgründung 1946 nicht vergessen werden dürfe. Hier gehe es auch um das Thema Demokratie und die Erinnerungskultur. Wichtig sei nun vor allem, ein gutes Konzept zu entwickeln.

Helmut Seifen (AfD) sagte, dass im geplanten „Haus der Geschichte“ vermutlich auch die politische und parlamentarische Arbeit dargestellt werde. Fraglich sei, welcher Platz der AfD dort eingeräumt werde. „Vielleicht nur eine Abstellkammer oder ein Kellerraum, in dem man die Verachtung, die einige von Ihnen uns entgegenbringen, manifest darstellen kann?“, fragte Seifen an die Abgeordneten gerichtet. Statt die AfD stets als fremdenfeindlich und „völkisch“ darzustellen, müssten sich die Parteien im Landtag kritisch mit ihrer eigenen Vergangenheit beschäftigen. Sie dürften eigene „Sünden nicht unter den Teppich kehren“.

Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) wies darauf hin, dass es in absehbarer Zeit keine Zeitzeuginnen und -zeugen mehr „für viele wichtige Ereignisse in der Geschichte von NRW“ geben werde. Die Aufgabe einer Planungsgruppe werde künftig sein, „Fragen der Landesgeschichte und der Landesidentität aufzuarbeiten und die konzeptionellen Grundlagen für das ‚Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens‘ zu entwickeln“. Die Konzeption des Hauses solle aber nicht allein von einem Fachgremium, sondern auch von Gruppen entwickelt werden, die das Land geprägt hätten – etwa die Bergleute im Ruhrgebiet.

Text: sam, wib, tob

 

 

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