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Lebensgeschichten von Sinti und Roma in NRW

(6.11.2015) In der Wandelhalle des Landtags wird bis zum 20. November 2015 die Ausstellung „Ungesehen: Lebensgeschichten von Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen“ gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Porträts und Interviews. Eröffnet wurde sie von Landtagspräsidentin Carina Gödecke.

Gödecke stellte ihrer Begrüßung Sätze von Goran Jovanovic voran, einem Berufsmusiker, dessen Porträt auch in der Ausstellung zu sehen ist: „Wir wünschen uns lediglich ein normales Leben. Die Erlaubnis zu arbeiten und für uns selbst zu sorgen. Wir fiebern dem Tag entgegen, an dem das möglich wird. In Serbien waren wir als Musiker überregional bekannt, gebracht hat uns das irgendwann aber nichts mehr. Die Vorurteile waren zu groß.“

Goran Jovanovics Aussage bringe das Problem auf den Punkt, sagte die Landtagspräsidentin: „Die Vorurteile und die damit verbundene fehlende Anerkennung ziehen sich durch die Jahrhunderte alte Geschichte der Roma und Sinti in Europa und Deutschland und währen bis heute.“ Sie erinnerte in diesem Zusammenhang an den Völkermord an Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten: „Heute, 70 Jahre danach, freuen wir uns, dass es nach der Gründung des Zentralrats 1982 als Sprachrohr der Sinti und Roma auch längst einen intakten und überaus aktiven Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW gibt.“

Sinti und Roma seien auch heute noch Vorurteilen ausgesetzt, bestätigte Roman Franz, der Vorsitzende des Landesverbandes. Diese Vorurteile finde man in allen Teilen der Bevölkerung. Für viele Betroffene sei es deshalb naheliegend, „weiter ungesehen zu bleiben, um sich nicht persönlichen Nachteilen oder gar Hass auszusetzen“. Die Bilder der Ausstellung sollen, so Franz, die Verborgenheit und Anonymität durchbrechen. Die Menschen, die zu sehen sind, stünden beispielhaft für die Sinti und Roma.


Landtagspräsidentin Carina Gödecke gemeinsam mit Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes

 

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Zeitzeugen-Projektes zur Situation der Sinti und Roma in NRW. Federführend war die Internationale Gesellschaft für Bildung, Kultur und Partizipation (bikup) aus Köln. Die Interviews führten Schüler, Auszubildende und Studierende. Die Bilder und Texte zeigten nur einen kleinen Ausschnitt der Lebenssituationen, erklärte Varinia Morales, die geschäftsführende Gesellschafterin von „bikup“. Die Ausstellung solle zur Aufklärung und Sensibilisierung beitragen. Einige Sinti und Roma hätten sich im Zuge des Projektes erstmals öffentlich zu ihrer Zugehörigkeit bekannt. „Sie bereichern das Land und gestalten die Gesellschaft mit“, sagte Morales.

Interessierte können die Ausstellung in der Wandelhalle nach Voranmeldung besichtigen (Telefon 0211 / 884-2129, E-Mail: veranstaltungen@landtag.nrw.de).

 

Text: zab, Fotos: bs

 

Herausgeberin: Die Präsidentin des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Wibke Busch, stv. Pressesprecherin
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
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