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Tag der Gerechten: Armin T. Wegner und Doğan Akhanlı gewürdigt

(6.3.2015) Am „Europäischen Tag der Gerechten“ hat der Landtag NRW zwei Männer aus der Region gewürdigt, die sich gegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Wehr gesetzt haben.

Landtagspräsidentin Carina Gödecke hob den persönlichen Mut und das Engagement der Schriftsteller Dr. Armin T. Wegner und Doğan Akhanlı hervor. Beide haben sich für Verfolgte eingesetzt und wurden dadurch selbst zu Verfolgten.

Der Schriftsteller und Jurist, Armin T. Wegner, so die Landtagspräsidentin, sei von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet worden. Der Menschenrechtler und Kriegsgegner aus Wuppertal-Elberfeld, Weggefährte von Ernst Toller, Erich Maria Remarque und Erich Mühsam, sei nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend in Vergessenheit geraten: „Heute wollen wir Armin T. Wegner ins Licht der Öffentlichkeit zurückholen“, sagte die Landtagspräsidentin. Wegner habe als junger Sanitäter persönlich die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges, u.a. in Armenien, erfahren. Mit seinen viel gelesenen Büchern gegen den Krieg machte er sich zwangsläufig zum Feind der Nazis. Seine Werke wurden verboten und verbrannt. Mit seinem „Brief an Hitler“ protestierte Wegner 1933 gegen die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden in Deutschland. Die Gestapo verhaftete und folterte ihn. Nach seiner Haftentlassung konnte sich Wegner nach Italien retten. Er starb 1978 im Alter von 91 Jahren in Rom. Gödecke: „An sein Leben und Werk wollen wir heute mit einer Lesung und einer Ausstellung erinnern, die den Titel trägt: ‚Widersetzt euch viel und gehorcht wenig!‘“ Die von Judith Schönwiesner erstellte Ausstellung veranschaulicht mit unbekannten Bildern und Texten sowie original Objekten das Wirken Wegners.

Der Autor Hermann Schulz hielt die Laudatio auf Armin T. Wegner und wünschte sich, dass dessen Werk wieder Teil der deutschen Literatur werde: "Das moralische Erbe Wegners gehört uns allen." Die Schauspielerin und Regisseurin Günfer Cölgeçen ließ mit Wegner-Texten dessen Engagement lebendig werden. Als eine „Frage der ganzen Menschheit“ griff Wegner 1919 in seinem Offenen Brief an US-Präsident Woodrow Wilson die „Austreibung der Armenier in die mesopotamische Wüste“ auf und schilderte eindringlich deren Schicksal: „erschossen, erhängt, vergiftet, erdolcht, erdrosselt, von Seuchen verzehrt, ertränkt, erfroren, verdurstet, verhungert, verfault, von Schakalen angefressen“. In seinem „Brief an Hitler“ wandte sich Wegner gegen die Judenverfolgung und warnte„…Schmach und das Unglück aber, die Deutschland dadurch zuteil wurden, werden für lange Zeit nicht vergessen sein … wenn einmal die Städte zertrümmert liegen, die Geschlechter verbluteten…Mit Scham und Verachtung werden sie von den Geschlechtern künden, die nicht nur das Glück des Landes leichtfertig auf das Spiel setzten, sondern auch sein Andenken für immer geschändet haben!“

Mit den Worten „der Europäische Gedenktag für die Gerechten gilt auch ausdrücklich denen, die Zivilcourage leben – die sich trotz Drohungen das freie Wort nicht nehmen lassen und deshalb auch staatlicher Gewalt und Willkür ausgesetzt sind“, begrüßte die Landtagspräsidentin den türkischstämmigen deutschen Schriftsteller aus Köln, Doğan Akhanlı. Schwerpunkt seines zivilgesellschaftlichen Engagements sei das Gedenken an die Genozide des 20. Jahrhunderts. Dazu gehörten auch die Verbrechen, die die Armenier zu erleiden hatten. Akhanlıs Blick aber richte sich auch nach vorne; er setze sich ein für einen interkulturellen, auf Versöhnung ausgerichteten Dialog. Ulrich Klan, Vorsitzender der Armin-T.-Wegner-Gesellschaft mit Sitz in Wuppertal, würdigte das Engagement von Doğan Akhanlı. Dieser setze sich dafür ein, dass die Genozide thematisiert würden, dabei seien "Argumente immer erlaubt, Hass nie".

 

Herausgeberin: Die Präsidentin des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Wibke Busch, stv. Pressesprecherin
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