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Bahn braucht neue Brücken

(18.9.2014) Die Deutsche Bahn AG will innerhalb der nächsten zehn Jahre 195 ihrer insgesamt 4357 Eisenbahnbrücken in Nordrhein-Westfalen erneuern. Weitere 75 Brücken sollen bis 2029 folgen. Dies teilten Vertreter des Unternehmens heute im Ausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr mit.

Die Brücken seien zwar in die Jahre gekommen, dennoch „sicher und verkehrssicher“, betonte Herbert Dopstadt (DB Netz AG). Regelmäßig würden sie auf ihre Sicherheit hin überprüft.  Schwerpunkte der nun anstehenden Brückenerneuerungen seien unter anderem der Raum Köln sowie Bochum, Essen und Oberhausen. Eingeteilt würden die Bauwerke in vier Klassen, wobei die Klasse drei – jeweils nach Prüfung der Wirtschaftlichkeit – Sanierungsarbeiten und vier eine Erneuerung der entsprechenden Brücke bedeuteten. Eine Instandhaltung führe dazu, dass die Lebensdauer der Brücke deutlich verlängert würde. Dies sehe man am Beispiel der Müngstener Brücke, die ja ihre ursprünglich angenommene Nutzungszeit längst überschritten habe, so Reiner Latsch (Deutsche Bahn).

Dass Züge wegen des Zustandes der zu erneuernden Brücken langsamer als üblich fahren müssen, sei die Ausnahme. In NRW gebe es aktuell nur vier sogenannte Langsamfahrstrecken, die aber bis Ende 2014 aufgehoben sein sollen, sagte Latsch.

 

Orkantief Ela

Der Ausschuss nutzte zudem die Gelegenheit, sich bei den Vertretern der Deutschen Bahn AG über die Auswirkungen des Orkantiefs „Ela“ auf den Schienenverkehr in Nordrhein-Westfalen zu informieren. Das Unwetter war am 9. Juni 2014 übers Land hinweggefegt.  In dieser Form habe man so etwas noch nicht erlebt, sagte Latsch. Landesweit habe man rund 1.500 km Streckengleise sperren müssen; durch rechtzeitiges Zurückhalten seien nur wenige Züge auf freier Strecke liegengeblieben. Den durch „Ela“ entstandenen Schaden bezifferte er auf rund 60 Millionen Euro; unerwartet starke Schäden habe es an Signalanlagen und Fahrleitungen gegeben. Aufgrund der Schäden an den Oberleitungen hätten sich die Räumarbeiten auch dadurch verzögert, dass sie nur durch entsprechend geschultes Personal und Spezialfahrzeuge durchgeführt werden konnten, erklärte Latsch auf entsprechende Fragen der Abgeordneten. Diese verwiesen außerdem auf Probleme, die dadurch entstanden seien, dass Bäume zu nahe an Bahntrassen standen.

 

Rhein-Ruhr-Express

„Das Ding muss jetzt so schnell wie möglich auf die Schiene“, forderte Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) im Ausschuss. Gemeint war der Rhein-Ruhr-Express (RRX), und diesen will der Minister, aber auch die Bahn, nun Zug um Zug verwirklichen. Das bedeutet, so die Vertreter der Bahn im Informationsgespräch mit den Abgeordneten: schrittweise Baurecht schaffen, mit dem Bund die dazugehörige Finanzierungsvereinbarung treffen, die Arbeiten an Gleisen und/oder Bahnhöfen durchführen. Dazu gehörten aber auch das intensive Gespräch mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Deren Sorgen nehme man ernst, verwies Joachim Nied (DB Netz AG) auf einen deutlich höheren Lärmschutz zum Beispiel auf der Strecke Emmerich-Oberhausen.

So habe man die RRX-Kernstrecke zwischen Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Köln in sechs Planfeststellungsbereiche eingeteilt. Im Bereich 1 (Köln-Langenfeld) sei für die Teilstrecke Köln-Mülheim am 21. August 2014 der Planfeststellungsbeschluss erteilt worden. Bei den beiden anderen Teilstrecken Leverkusen und Langenfeld hätten die Erörterungstermine stattgefunden. Auch für den Bereich 4 (Mülheim) liege seit dem 31.10.2013 ein Planfeststellungsbeschluss vor. Die Absicherung der Gesamtfinanzierung des Projektes zum Bau soll abschnittsweise jeweils mit der Erlangung des Baurechts erfolgen; von daher befinde man sich im Bereich 1 (Köln-Langenfeld) in der Endabstimmung der Finanzierung. Man rechne damit, hier die Bauarbeiten im Jahr 2017 beginnen zu können, so Reiner Latsch (Deutsche Bahn).

Auf der Ausbaustrecke Emmerich-Oberhausen habe man die Finanzierungsvereinbarung (Investitionssumme rund 1,5 Milliarden Euro zwischen Bund, Land NRW und Bahn) abgeschlossen und alle 12 Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Mit einem Baubeginn rechne man hier in den Jahren 2016 und 2017, so die Bahnvertreter. Der Minister unterstützte dieses schrittweise Vorgehen und kündigte an, dass nach Möglichkeit ab 2018 die ersten neuen Züge fahren sollten.

In der Detailerörterung warfen die Abgeordneten Fragen nach einzelnen Streckenabschnitten – so nach dem möglicherweise eingleisigen Abschnitt Münster-Lünen – und Haltestellen auf. Dazu erklärte Nied, dass die für den RRX zunächst nicht vorgesehenen Bahnhöfe Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath nochmals überprüft würden. Entscheidend seien am Ende die möglichen Mehrkosten bzw. die Wirtschaftlichkeit solcher zusätzlichen Haltstellen. Außerdem müsse der RRX auch schnell genug fahren, um Pendler dazu zu bewegen, vom Auto auf die Schiene zu wechseln, ergänzte Minister Groschek.

 

Herausgeberin: Die Präsidentin des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
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