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"Wandbild" – von Emil Schumacher

Vom Landtagsrestaurant blickt man auf den dahinströmenden Rhein. Hat der Fluss Emil Schumacher zu seinem Wandgemälde inspiriert? Es ist zu vermuten, jedoch nicht zu belegen, dass der Künstler mit seinem Werk die Landschaft des Rheins aufnehmen und so eine direkte Verbindung vom Parlamentsgebäude zum Wasser des Rheins herstellen wollte. Es ist ein großformatiges Werk - Keramik auf Vulkanplatten - zweiundzwanzig Meter lang und über drei Meter hoch mit den Farben schwarz, weiß, blau und grau-weiß. Der Blick auf den Rhein und das expressive Werk mit seinen kräftigen, leuchtenden Farben nehmen dem großen Restaurantraum nicht nur die Nüchternheit, sondern verleihen diesem eine besondere Schönheit. Natur und Kunst ergänzen sich in beeindruckender Weise.

Die langgestreckte Arbeit im Landtagsrestaurant lässt sich durchaus als Flusslandschaft sehen, die Assoziation mit dem dahinströmenden Fluss ist - unterstützt durch den tatsächlich vorhandenen Rhein - naheliegend. Auch die blaue Farbe kann im Kontrast zum schäumenden Weiß die Vorstellung von Wasser hervorrufen. Keinesfalls aber wollte Schumacher den Rhein porträtieren. Dieser nämlich fließt an Düsseldorf in der Regel friedlich vorbei.

Das "Wasser" des Kunstwerks jedoch ist äußerst bewegt, ein Auf und Ab hoch schäumender Wellen, mehrfach unterbrochen, mehrfach neu ansetzend, keine ruhige, sondern eine sehr heftige Kraft: Brechen sich die Urkräfte der Natur hier ihre Bahn? Oder ist es die bewegte, geheimnisvolle Welt unter der ruhigen Wasseroberfläche mit ihren Wirbeln, ihren Luftblasen und diversen Strömungen und Strudeln?

Die Gestaltung der Restaurantwand entspricht dem Schumacherschen Stilprinzip, dem er gegen alle Zeitströmungen treu geblieben ist: Als Mitglied der 1949 gegründeten Münchener Künstlergruppe "Zen" entwickelte er seine oftmals archaisch anmutende Bildsprache, die manche Betrachter an Höhlenmalereien erinnert. Andere sehen eher eine graffitiähnliche Zeichensprache in den großformatigen Bildern. Schumacher war bekannt dafür, dass er nicht mit einem ausgeklügelten Konzept an die Arbeit ging. Seine Malereien sind aktionistisch, der gesamte Körper des Künstlers war beim Malprozess in Bewegung. So ist die Dynamik seiner Werke entstanden, so wurden die eigenen Empfindungen sowie externe Impulse in direkter Aktion in furiose, expressive Farbkombinationen übersetzt.

Der Blick auf die gestaltete Restaurantwand ist nicht frei, sondern durch runde Säulen und einen recht breiten rechteckigen Stützpfeiler verstellt. Diesen hat Schumacher später in sein Werk einbezogen, indem er ihn ebenfalls bemalte. Der bemalte Stützpfeiler harmoniert mit der Wand, ist jedoch keine bloße Kopie, erhöht vielmehr die Tiefenwirkung des Werks.

"Schumachers Kunst hat immer einen stark materiellen Charakter, überall in seinen Gemälden macht sich, über die reine Farbe hinaus, Materie bemerkbar. Die Farbe ist bei ihm nicht nur passives Medium, sondern eine aktive Substanz mit intensivem Eigenwert. Auch hier färbt die Farbe nicht nur die Oberfläche, sie ist vielmehr zu einer Eigenschaft des keramischen Materials geworden, so dass die Fläche an vielen Stellen fast zum Relief wird." (Werner Schmalenbach) In diesem Zusammenhang muss auch die herausragende handwerkliche Arbeit der Keramischen Werkstätten Lothar Herrmann aus Hassloch gelobt werden, die sämtliche Keramikplatten gebrannt hat.

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