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"Botschafter der repräsentativen Demokratie"

Jugend-Landtag hörte Sachverständige an und gab eine Pressekonferenz

(24.6.2016) In einer Expertenanhörung haben drei Fachleute Stellung zu den Anträgen des Jugend-Landtags bezogen und mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert. Bei der Pressekonferenz wurde auch das aktuelle Thema Brexit gestreift.

Prof. Dr. Mathias Albert, Studienleiter der Shell-Jugendstudie, berichtete, dass bei jungen Menschen das Interesse an Politik steige. Auch sagten viele, dass sie bereit seien, sich zu engagieren. Trotzdem sinke das tatsächliche Engagement.

Projekte zur politischen Bildung könnten der Politikverdrossenheit gegensteuern, erklärte Jana Wilkens, Organisatorin der „Juniorwahlen NRW“ aus ihrer Arbeit. Deshalb unterstützte sie den Antrag zur Einführung eines Politikprojekts an weiterführenden Schulen. Politische Prozesse würden greifbar, Zusammenhänge erkennbar, erklärte sie. Und: „In der Praxis lernt es sich leichter und nachhaltiger.“ Wenn Schülerinnen und Schüler selbst eine Plenardebatte inklusive Entscheidungsfindung simulierten, erführen sie, wie Entscheidungen zustande kämen und dass Politik ohne Kompromisse nicht auskomme. So verstünden sie auch besser, warum nicht alle Wahlversprechen eingehalten würden.

Gerd Josmann, Schulleiter a.D., verglich zunächst ausführlich das Oberstufensystem in NRW mit dem Oberstufensystem in Niedersachsen. Dort ist das "Gesellschaftswissenschaftliche Abitur" bereits möglich, allerdings gibt es dort auch 5 Abiturfächer, die geprüft werden (4 schriftlich, eines mündlich). Er warnte die Jugendlichen davor, das Gesellschaftswissenschaftliche Abitur in der Oberstufe einzuführen, ohne diese weiteren Regeln ebenfalls zu übernehmen, denn: "Dass sie in allen Bundesländern mit ihrem Abitur studieren und sich eine Uni aussuchen dürfen, ist ein hohes Gut. Das darf nicht gefährdet werden, indem man in NRW das Abitur verweichlicht. Das Abitur muss aus allen Bundesländern gleich viel wert sein."

Wilkens unterstützte die Idee, ein Politikprojekt verpflichtend in der Klasse 9 oder 10 umzusetzen. So würden noch alle Jugendlichen erreicht, bevor diejenigen die Schule verließen, die eine Berufsausbildung machten. Die Expertin plädierte für eine Projektwoche, um Kollisionen mit anderen Fächern zu vermeiden. Sie gab dem Jugend-Landtag Empfehlungen mit auf den Weg: Im Rahmen des Politikprojektes ließen sich Erfolgserlebnisse für die Jugendlichen schaffen, wenn politische Akteure mit eingebunden würden, die die Ergebnisse der Plenardebatte als Impuls für ihre reale politische Arbeit mitnähmen. Zweitens plädierte Wilkens für ein aktuelles politisches Thema als Debattengegenstand. Drittens schlug sie vor, den Schulen einen Leitfaden an die Hand zu geben, der neben organisatorischer Unterstützung auch Themenvorschläge enthalten könne – für den Fall, dass die Schülerschaft keine eigenen Ideen für das Thema der Plenardebatte entwickle.
Auch für die Lehrkräfte könne eine Politik-Projektwoche ein Gewinn sein: Das Thema stehe ohnehin auf dem Lehrplan, lasse sich in der Projektpraxis leichter vermitteln als durch trockene Fakten und mithilfe eines Leitfadens auch organisatorisch gut umsetzen, meinte Wilkens.

Die Jugendlichen hatten soviele Fragen an die Experten, dass die Anhörung leicht um Stunden hätte verlängert werden können - wenn es nicht einen straffen Zeitplan gäbe.

„Die Fraktionen sind handlungsfähig, der parlamentarische Arbeitsalltag hat begonnen.“ Dies erklärte Landtagspräsidentin Carina Gödecke bei der Pressekonferenz am zweiten Tag des 8. Jugend-Landtags.Sie sprach auch die aktuellen Entwicklungen in Europa an. Ob der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union im Jugend-Landtag eine Rolle spielen werde, müsse man abwarten. Möglicherweise könne er Thema eines Eilantrags oder der Aktuellen Stunde während der Plenarsitzung am Samstag sein. 

Der Jugend-Landtag sei mehr als ein „Planspiel“, sagte die Präsidentin: „Die getroffenen Entscheidungen werden dem Landtag mit der Bitte zur Verfügung gestellt, dass sich die Fachausschüsse damit befassen.“ Sie hoffe, dass die jungen Leute nach dem Jugend-Landtag zu „Botschaftern der repräsentativen Demokratie“ geworden sind – und überließ das Wort Martin Wendiggensen, dem Präsidenten des Jugend-Landtags. „Es gibt kaum Inspirierenderes, als den Landtag mit all seinen Facetten zu erleben“, sagte der 18-jährige Gymnasiast aus Bochum. Er habe im Jugend-Landtag unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen politischen Positionen kennengelernt: „Das politische Interesse eint aber alle.“

Im Gespräch mit den Jugend-Abgeordneten: die Sachverständigen Prof. Dr. Mathias Albert, Jana Wilkens und Gerd Josmann, Schulleiter a. D. des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Bergisch Gladbach (v. l.)

Landtagspräsidentin Carina Gödecke und der Präsident des Jugend-Landtags, Martin Wendiggensen bei der Pressekonferenz.

Fotos: Schälte

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