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Dank an die Einsatzkräfte

Eine etwas andere Rede zur Loveparade

(22.7.2011) Die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten war auch Thema beim vierten Jugend-Landtag. Im Rahmen einer "Aktuellen Stunde" (bei der nicht abgestimmt, nur vorgetragen wird) ging auch Marius Schumacher aus Espelkamp ans Rednerpult. Der 20-jährige Polizeikommissar-Anwärter, der selbst am 24. Juli im Tunnel im Duisburg war, setzt sich mit seiner Rede wohltuend von den vielen reißerischen und gegenseitig Schuld zuschiebenden Artikeln und Reden ab, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden. Anlässlich des Jahrestages der Katastrophe hier deshalb die Rede im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich spreche hier nicht als Angehöriger der CDU-Fraktion, sondern als Besucher, Helfer und Polizeibeamter. Nun ist es fast ein Jahr seit dieser tragische Tag über Duisburg herein brach. Ich spreche mein Mitgefühl für alle aus, die an diesem Tag Angehörige  und Freunde verloren haben. Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung sind Fehler gemacht worden. Aber es steht nicht in meiner Macht darüber zu urteilen, wer die Schuld trägt. Damit ist die Staatsanwaltschaft befasst und ich setze mein vollstes Vertrauen in ihre Arbeit. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass es nicht einen Schuldigen geben kann, sondern viele unglückliche Umstände zu dieser Katastrophe führten. Dennoch kann man nicht - wie es Juristen gerne tun - von einem Unglücksfall sprechen. Es handelt sich hierbei vielmehr um menschliches Versagen auf vielen Ebenen. 

Doch wollten an diesem Tag nicht nur Menschen sorglos feiern, sondern es haben auch Menschen gearbeitet und zwar bis zur völligen physischen und vor allem psychischen Erschöpfung. Wer sind diese Menschen? Ich habe hemmungslos weinende Polizisten gesehen! Ich habe völlig verdreckte Menschen mit leerem Blick gesehen, die sich gegenseitig stützten! Ich habe Verletzte gesehen, die vor Sanitätszelten saßen und von anderen mit Wasser versorgt wurden, weil in diesen Zelten nur Menschen mit schweren oder gar lebensgefährlichen Verletzungen versorgt wurden. Ich habe Menschen gesehen. die in Rettungswagen lagen und anderen die in der Hölle vor dem Tunnel ihre Schuhe verloren haben, IHRE gaben, damit diese nicht mehr mit blanken Füßen über den Schotter dieses Güterbahnhofs gehen mussten! Alle diese Helfer haben ihr möglichstes getan um Menschen zu helfen. Ich erinnere mich persönlich an Pedro, einen Spanier, der in London lebte - dem wir unser Wasser gegeben haben, der total verdreckt und staubig und allein durch Duisburg irrte. 

Ich möchte nun diese Möglichkeit nutzen, abschließend allen Hilfs- und Rettungskräften und natürlich meinen Kollegen der Polizei, die an diesem Tag Großes geleistet haben, meinen ausdrücklichen Respekt auszusprechen und euch zutiefst zu danken.

Marius während der Rede am Rednerpult im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags. Die Rede ist auch mit Video aufgezeichnet und online gestellt worden: Video Plenarsitzung Jugend-Landtag

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