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Studie belegt Erfolg des Jugend-Landtags

Diplomarbeit: 90 % würden sofort wieder an einem Jugend-Landtag teilnehmen - 100 % würden Freunden eine Teilnahme empfehlen

(24.8.2010) Als Folge des Jugend-Landtags sind 27 Prozent der Teilnehmer in eine Partei eingetreten und wollen dort aktiv politisch tätig sein. Des Weiteren gaben über 70 Prozent an, dass sich ihr politisches Interesse durch ihre Teilnahme auch langfristig gesteigert habe. Zu diesen Erkenntnissen ist eine politikwissenschaftliche Arbeit gelangt, die untersucht hat, ob in den Jahren 2008 und 2009 Aufwand und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis standen und die Ziele des Jugend-Landtags auch tatsächlich erreicht wurden. Der Titel der Diplomarbeit von Benjamin Speckenbach lautet: „Erster Jugend-Landtag NRW 2008 als partizipatives Bildungsangebot für Jugendliche“. Sie erhielt an der Ruhruniversität Bochum die Note "Sehr gut".

Mittels eines speziell entwickelten Online-Fragebogens wurden im Jahr 2009 die Teilnehmer des ersten Jugend-Landtags 2008 befragt. Von 187 möglichen Befragten beteiligten sich mit 121 Personen außergewöhnlich viele junge Menschen an der Befragung und gaben - immerhin auch ein Jahr nach ihrer Teilnahme am Jugend-Landtag – Auskunft. 70 % der Befragten fühlten sich beim Jugend-Landtag 2008 von den tatsächlichen Abgeordneten und der Landtags-Verwaltung anerkannt und ernst genommen. Das ist besonders interessant, da aus aktuellen Jugendstudien hervorgeht, dass sich junge Menschen von den Politikern nicht ausreichend ernst genommen und wertgeschätzt fühlen.

Knapp 40 % der Teilnehmer konnten durch die Veranstaltung auf das Informationsangebot des Landtags aufmerksam gemacht werden, welches ihnen bis dato unbekannt war. Ferner erklärten 60 %, dass sie das Informationsangebot auch ein Jahr später noch nutzen würden. Dabei schnitt vor allem die Internetpräsenz der Jugendseite als häufig genutztes Informationsmedium besonders gut ab.

Es gaben fast 100% der Befragten an, dass der Jugend-Landtag eine gute Möglichkeit gewesen sei, um Politik realitätsnah erleben zu können und weit über 90% erklären, dass sie politische Abläufe und Prozesse nun besser verstünden.

Erstaunlicherweise konnten auch die Politiker ihr Image und ihren Bekanntheitsgrad unter den Teilnehmern (und auch darüber hinaus) wesentlich verbessern. 80 % der Jugendlichen gaben an, nun mehr Verständnis für die Arbeit von Politikern zu haben und dass die Politiker überwiegend einen positiven Eindruck bei ihnen hinterlassen hätten. Ebenso wie bei den Politikern hat sich auch das Image des Landtags mit der Durchführung weiter verbessert. Während 70 % angaben, sich seit ihrer Teilnahme mit dem Landtag verbunden zu fühlen, erklärte fast die Hälfte aller Befragten, dass sie den Landtag nach ihrer Teilnahme wieder besucht hätten. Fangruppen in sozialen Online-Netzwerken und die Durchführung von selbstorganisierten Jugend-Landtags-Nachtreffen können ebenfalls als Beleg für den positiven Charakter dieser Veranstaltung herangezogen werden.

Über 90 % würden sofort wieder an einem Jugend-Landtag teilnehmen. 100 % würden Freunden eine Teilnahme empfehlen.

Anmerkungen des Dimplomarbeit-Autoren Benjamin Speckenbach:

"Es sollte beachtet werden, dass es sich im Jahr 2008 um die erste Veranstaltung dieser Art in NRW handelte. So gab es bereits zum 2. Jugend-Landtag einige praktische und organisatorische Verbesserungen. Bei der zweiten Veranstaltung bewarben sich Teilnehmer des Vorjahres als Helfer und konnten mit ihren Erfahrungen die Folgeveranstaltung 2009 unterstützen und optimieren.

In Anbetracht der teilweise recht hohen Zustimmungswerte darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es sich bei den Teilnehmern des Jugend-Landtags nicht um einen repräsentativen Querschnitt der Jugendlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen handelte. So beteiligten sich an dem Projekt überproportional viel Gymnasiasten und recht wenig Haupt- oder Realschüler. Es handelte sich also in einem gewissen Umfang um bereits politisch interessierte Heranwachsende, die aufgrund ihrer Schulbildung oder des bereits bestehenden politischen Engagements tendenziell eher zu den bildungsnahen Schichten zu zählen sind.

Jedoch darf der Jugend-Landtag nicht für sich alleine betrachtet werden, sondern muss im Kontext zahlreicher anderer landespolitischer Bildungsmaßnahmen gesehen werden. Er ist ein Schritt der etablierten Politik in die richtige Richtung, sich jungen Menschen weiter zu öffnen. Die Initiatoren haben erkannt, dass sie verstärkt auf die Jugend zugehen müssen, deren Wünsche sowie Interessen ernst zu nehmen haben und ihnen verstärkt politische Partizipationsmöglichkeiten anbieten müssen. Angesichts seines projektorientierten, eventähnlichen und flexiblen Charakters hat der Jugend-Landtag jedoch den Nerv zahlreicher junger Menschen getroffen und diese in seinen Bann gezogen. Er ist folglich als eine adäquate Maßnahme zur Förderung der politischen Kultur zu betrachten und stellt ein effizientes und effektives Instrument zur Vermittlung politischer Bildungsinhalte dar. Auf der anderen Seite bot sich auch der etablierten Politik die Chance, ihr Image und Ansehen etwas aufzupolieren. Dies ist jedoch nichts Verwerfliches, sondern eine logische Konsequenz der Veranstaltung und sollte daher nicht zu kritisch bewertet werden. Denn schließlich ist es eine existentielle Aufgabe der Politik, sich ihren Bürgern zu präsentieren und unter ihnen um Sympathie zu werben.

Die Bemühungen und Anstrengungen, welche seitens des Landtags und seiner Mitarbeiter in die Veranstaltung investiert wurden, haben sich auf Grundlage der empirischen Ergebnisse ausgezahlt. Es ist gelungen, eine Veranstaltung zu etablieren, welche nicht nur unter ihren Teilnehmern, sondern auch bei den Politikern auf breite Akzeptanz und ein wachsendes Interesse gestoßen ist."

Der nächste Jugend-Landtag findet vom 7. bis zum 9. Oktober statt und beschäftigt sich mit den Themen "Europa voran bringen" und "Schulen sollen Ehrenämter fördern". Rückfragen zum Jugend-Landtag richten Sie bitte direkt an den Sachbereich Jugend und Parlament, Frau Dorothea Dietsch, Telefon (0211) 884-2450, E-Mail dorothea.dietsch@landtag.nrw.de

 

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Kontakt Jugend & Parlament

Doro Dietsch
Tel.: 0211 884 2450
Fax: 0211 884 3047
Email: dorothea.dietsch
@landtag.nrw.de

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