05.11.2025
- Drohnen über europäischen Flughäfen und über kritischer Infrastruktur: Die Bedrohungslage auch für Deutschland wird ernster.
„Welt im Krisenmodus – Wie verteidigungsbereit ist Deutschland?“ - so lautete der Titel des Parlamentsgespräch. Der Präsident des Landtags, André Kuper, begrüßte dazu den ehemaligen deutschen UN-Botschafter und Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Dr. Christoph Heusgen, und den Kölner Völkerrechtler Professor Klemens H. Fischer.
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Parlamentsgespräch „Welt im Krisenmodus“
Off-Stimme:
Drohnen über europäischen Flughäfen und über kritischer Infrastruktur.
Über Bundeswehrstandorten.
Die Bedrohungslage für Deutschland wird ernster.
Geheimdienste und Sicherheitsexperten sprechen von verstärkter Sabotage und Spionage aus Russland.
Welche Verantwortung trägt Deutschland in dieser Situation als größter Nato-Partner in Europa?
„Welt im Krisenmodus – Wie verteidigungsbereit ist Deutschland?“
So lautet der Titel des Parlamentsgesprächs im Landtag.
Präsident André Kuper konnte dazu wieder hochkarätige Gäste begrüßen.
Zu Gast waren der ehemalige deutsche UN-Botschafter und Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Dr. Christoph Heusgen, und der Kölner Völkerrechtler Professor Klemens Fischer.
Der Präsident sagte:
André Kuper, Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen:
Putins Russland stellt unsere Verteidigungsfähigkeit und unsere Verteidigungsbereitschaft bereits gegenwärtig vielfach und offensichtlich auf die Probe. Denken wir nur an die wiederholten Nato-Luftraum-Provokationen. Denken wir an viele Cyber-Attacken, Angriffe auf unsere Infrastruktur,
Desinformations-Kampagnen im Netz und zahlreiche Drohnen-Vorfälle in diesen Tagen. Es bleibt festzuhalten: Wir leben in einer Zeit, in der die sicherheitspolitische Lage
unübersichtlicher ist als je zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges.
Off-Stimme:
In der von Vivien Leue moderierten Diskussion waren sich die beiden Experten einig, dass die Europäer in den vergangenen Jahren Fehler im Umgang mit Russland gemacht hätten. Und beide betonten die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit deutlich zu stärken.
Fischer erinnerte an die Strategie der gegenseitigen Abschreckung während des Kalten Krieges.
Prof. Dr. Klemens H. Fischer, Völkerrechtler und Professor an der Universität zu Köln:
Der Kalte Krieg hatte einen gravierenden Vorteil: Es waren zwei rationale Partner, die ungefähr wussten, wie weit sie gehen konnten. Und die Proliferation war auch nicht so wie heute, dass sie neun Staaten haben, die über Atomwaffen verfügen. Sondern es war ein Gleichgewicht eines gewissen Schreckens. Aber beide Seiten wussten, dass ein Angriff mit der Selbstvernichtung endet. Also, wir leben in einer Zeit, in der ein Mann, das ist in diesem Fall Wladimir Putin, sehr klar sagen kann: Wenn ich mich vom Ukraine-Krieg erholt habe und die Europäer wieder nichts tun, ist es an sich ein offenes Tor.
Off-Stimme:
Auch Heusgen sprach von „Abschreckungsbereitschaft“ und ergänzte, dass man die Menschen auf diesem Weg mitnehmen müsse.
Dr. Christoph Heusgen, ehemaliger UN-Botschafter und Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz:
Mein Eindruck ist aus vielen Gesprächen, auch aus Umfragen, dass die Menschen sehen: Da ist eine Gefahr. Ich halte es für falsch, wie Pistorius zu sagen, wir müssen kriegsbereit sein. Ich finde sehr viel besser, wenn wir sagen, wir müssen abschreckungsbereit sein. Wir müssen wieder zu dem Zustand kommen, in dem wir bis 1989 waren, wo wir abgeschreckt haben. Da müssen wir wieder hinkommen. Das muss man den Leuten erklären, muss sie mitnehmen.