21.06.2022

Schülerinnen und Schüler schreiben Geschichte

Mit Gedichten, Fotos oder Kurzfilmen haben Schülerinnen und Schüler die Geschichten von so genannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern neu erzählt. Landtagsvizepräsident Rainer Schmeltzer hat die Gewinnerinnen und Gewinner des Schülerwettbewerbs „Du schreibst unsere Geschichte – Bizim Hikayemizi yaz!“ des Landesintegrationsrat NRW zum Anwerbeabkommen von 1961 ausgezeichnet.

Landtagsvizepräsident Rainer Schmeltzer (3.v.l.), Tayfun Keltek (r.), Vorsitzender des Landesintegrationsrat NRW, Staatssekretärin des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen, Gonca Türkeli-Dehnert (2.v.l.), und Ahemet Atasoy (l.) vom Lehrernetzwerk zeichneten Schülerinnen und Schüler für ihre Projekte zum Anwerbeabkommen von 1961 aus.

Wie haben die ersten Einwanderinnen und Einwanderer aus der Türkei die erste Zeit in Deutschland erlebt? Welche Erinnerungen und Erfahrungen haben sie aus dieser Zeit? Was haben sie hier in Deutschland alles geleistet? „Du schreibst unsere Geschichte!“ lautete der Aufruf des Landesintegrationsrates Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Ministerium Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen.

Anlässlich des 60. Jubiläums des Anwerbeabkommens haben sich Schülerinnen und Schüler der 5. bis 13. Klassen - mit und ohne Migrationshintergrund - auf Spurensuche in die deutsch-türkische Einwanderungsgeschichte begeben. Die Kinder und Jugendlichen haben auf Deutsch und Türkisch Lebensgeschichten der ersten Einwanderergeneration aufbereitet. Im Film "Gastarbeiter" des Türöffner e.V. aus Würselen berichtet beispielsweise Ilhan Önder, 83 Jahre alt, in Interviews und anhand von Einblendungen seiner Erinnerungsstücke unter anderem über seine Erlebnisse und Erfahrungen in einem fremden Land und seine Eindrücke bei der Ankunft in Deutschland. Auch sein ehemaliger Chef, der ihn damals aus Istanbul anwarb, kommt im Film zu Wort. Die Schülerinnen und Schüler der Kaiserin-Theophanu-Schule in Köln nutzten hingegen Fotos, Videos, Gedichte und Kurzgeschichten, um die Integrationshistorie und Vielfalt ihrer Schule in einer online begehbaren Multimedia-Ausstellung darzustellen.

„Unser Land ist den so genannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern für immer dankbar, denn sie haben mitgeholfen, Nordrhein-Westfalen nach Diktatur, Krieg und Zerstörung auf die Beine zu stellen. Zu dieser Anerkennung gehört es auch, die Lebensgeschichten der Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Vielleicht kann dieser Wettbewerb Denkanstöße für ein besseres deutsch-türkisches Zusammenleben geben. Denn die Geschichten der damaligen Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter sind auch unsere Geschichte“, sagte Landtagsvizepräsident Rainer Schmeltzer.

Gewinnerinnen und Gewinner

Klasse 5 und 6: 
1. Stadtgymnasium Dortmund 
2. Hunsrück-Grundschule Berlin 
3. Gymnasium Broich (Mülheim)
Klasse 7-10 (G8-Gymnasium: 7-9): 
1. Ferdinand-Lassalle-Realschule (Köln)
2. Ricarda Huch Gymnasium Gelsenkirchen 
3. Türöffner e.V. (Würselen) und Gymnasium Meschede
Klasse 11-13 (G8-Gymnasium: 10- 12): 
1. Gustav Heinemann-Gesamtschule (Alsdorf)
2. Albert-Schweitzer-/ Geschwister-Scholl Gymnasium Marl 
3. Kaiserin-Theophanu-Schule Köln und Europaschule Marie-Curie-Gymnasium Neuss

Der Landesintegrationsrat NRW ist der Landesverband der Integrationsräte in Nordrhein-Westfalen. Er vertritt die Interessen der nordrhein-westfälischen Migrantinnen und Migranten und setzt sich für deren kulturelle, soziale, rechtliche und politische Gleichstellung ein.

Die Fraktionen im Landtag NRW