01.12.2021

Vierte Chanukka-Kerze im Landtag entzündet

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden seit 1700 Jahren auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Der Landtag Nordrhein-Westfalen beteiligt sich am Festjahr „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Heute eröffnete André Kuper, Präsident des Landtags, die Ausstellung „Jekkes in Israel“. Zudem wurde zudem die vierte Kerze des „Chanukka“-Festes entzündet.

„Jekkes“, so werden Jüdinnen und Juden bezeichnet, die in den Jahren 1933 bis 1939 als Flüchtlinge aus dem nationalsozialistischen Deutschland in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina kamen. Viele von ihnen wanderten aus Angst vor Repression und Verfolgung aus. Die Anwesenheit dieser Einwandererinnen und Einwanderer war in Israel spürbar, bevor das Land offiziell ein Staat wurde. Sie waren Ärzte, Lehrer, Beamte, Rechtsanwälte oder Architekten und brachten ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Kultur aus Deutschland nach Israel. 

In der Foto-Ausstellung „Jekkes in Israel“ werden einige dieser ersten Einwandererinnen und Einwanderer porträtiert. Die beiden Künstler Moshe Beker und Oranit Ben Zimra haben sich dafür in Israel auf Spurensuche begeben und die „Jekkes“ in ihrem Lebensumfeld besucht. Über Fotografien und Videosequenzen dokumentieren sie die Lebensgeschichten der Immigrantinnen und Immigranten und bringen den Betrachterinnen und Betrachtern ihrer Werke deren schicksalsträchtige Erinnerungen näher.

„Es sind die Kinder und Enkel der ersten Einwandererinnen und Einwanderer, die dieser Ausstellung ihr Gesicht geben. Die Verbindung der Portraits mit gesungenen deutschen Kinderliedern zeigt, welche Kultur, welche Identität diese Menschen ausmacht: Geboren und sozialisiert im Kulturraum Deutschlands standen sie vor der Aufgabe, ihr Leben neu aufzubauen und neu zu gestalten. Ihre Prägung und ihre Herkunft haben sie bis heute nicht verleugnet. Ihre Lieder gehen unter die Haut. In der Ausstellung werden sie gesungen von denen, die sie als Kinder von ihren Eltern gelernt und verinnerlicht haben – so wie wir alle als Kinder Lieder verinnerlicht haben. Das zeigt uns: Wir stehen zusammen und wir gehören zusammen“, sagt der Präsident des Landtags, André Kuper. 

Traditionell wird im Landtag Nordrhein-Westfalen „Chanukka“ begangen, dazu wird die vierte Kerze des achttägigen Lichterfestes entzündet. Das Chanukkafest wird in der jüdischen Tradition zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. beziehungsweise im Jahr 3597 jüdischer Zeitrechnung gefeiert.
 

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