30.10.2021

Für Digitalisierung, gegen Rassismus: 11. Jugend-Landtag geht zu Ende

Drei Tage lang haben 195 Jugendliche die Plätze der Abgeordneten im Landtag Nordrhein-Westfalen eingenommen. Heute ging der 11. Jugend-Landtag mit der Plenarsitzung zu Ende.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugend-Landtags im Plenarsaal des Landesparlaments.

Nach dreistündiger Debatte fassten die 16- bis 20-Jährigen mehrheitlich zwei Beschlüsse. Angenommen wurden die Anträge „Digitalisierung von Schulen und Hochschulen“ und „Gegen Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei“. Diese Beschlüsse werden jetzt dem Hauptausschuss des Landtags zugeleitet und den Abgeordneten als Parlamentspapier bekannt gemacht. Die Präsidentin des Jugend-Landtags, Hannah Sellemerten, hatte die Sitzung eröffnet und als ersten Tagesordnungspunkt die Aktuelle Stunde „Geplantes Versammlungsgesetz – so nicht“ aufgerufen. 

Die Jugendlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen lernten während der drei Tage im Landtag die parlamentarischen Abläufe kennen: Sie wählten Fraktionsvorstände, Schriftführerinnen und Schriftführer, Ausschussvorsitzende und Themensprecherinnen und -sprecher. In Anhörungen informierten Sachverständige über Hintergründe zu den Themen des Jugend-Landtags. In Ausschüssen bearbeiteten die jungen Abgeordneten die Anträge und stimmten heute nach der Debatte in der Plenarsitzung darüber ab.

Bei der Plenarsitzung zugegen waren Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke und Landtagsvizepräsident Oliver Keymis sowie weitere Abgeordnete des Landtags. Carina  Gödecke verabschiedete die jungen Abgeordneten nach der Sitzung. Sie sagte: „Der Jugend-Landtag ist ein Demokratie-Erlebnis. Die jungen Abgeordneten debattieren leidenschaftlich, treten für ihre Standpunkte ein und lernen, Kompromisse miteinander zu finden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert und politisch interessiert junge Menschen in NRW sind. Sie machen hier aber auch an vielen anderen Stellen auf ihre Belange aufmerksam und treten für ihre Interessen ein. Dieses Engagement fördern wir im Landtag Nordrhein-Westfalen ausgesprochen gerne mit dem Jugend-Landtag.“

Der Jugend-Landtag war am Donnerstag mit einem Demokratietraining der Landeszentrale für politische Bildung gestartet. Aufgrund der Dauer von drei Tagen, der Nähe zu den parlamentarischen Abläufen und dem Demokratietraining ist der Jugend-Landtag Nordrhein-Westfalen eines der intensivsten und längsten Planspiele der parlamentarischen Bildung, zudem erhalten die Abgeordneten des 17. Landtags die Beschlüsse zur weiteren Befassung. 

Bei einem Parlamentarischen Abend am Freitag hatten sich die Jugendlichen mit den Abgeordneten des 17. Landtags über die Erfahrungen aus dem politischen Alltagsgeschäft ausgetauscht. Bei Spielen wie Kicker, Tischtennis, Air Hockey oder Dart lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch besser kennen.

Der Jugend-Landtag fand zu ersten Mal im Jahr 2008 statt. Vorausgegangen war eine Konferenz der Landtagspräsidentinnen und -präsidenten in Düsseldorf. Diese fasste den Beschluss, die Jugendarbeit der Landesparlamente zu stärken, um junge Menschen für Demokratie und Politik zu begeistern. An den elf Jugend-Landtagen haben seitdem insgesamt mehr als 2.000 junge Menschen teilgenommen. 

Die Fraktionen im Landtag NRW