08.10.2021

Gedenkfeier für Ulrich Schmidt: Landtag nimmt Abschied von langjährigem Parlamentspräsidenten

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat heute in einer Gedenkfeier Abschied vom ehemaligen Landtagspräsidenten Ulrich Schmidt genommen. Der Präsident des Landtags, André Kuper, würdigte im Namen der Abgeordneten das politische Lebenswerk von Ulrich Schmidt, der im Alter von 79 Jahren verstarb. Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, und Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, sprachen ebenfalls Worte des Gedenkens.

Landtagspräsident André Kuper würdigte im Namen der Abgeordneten das politische Lebenswerk von Ulrich Schmidt.

30 Jahre lang gehörte Ulrich Schmidt dem Landtag an, von 1995 bis 2005 war er Präsident, von 1990 bis 1995 Vizepräsident. Mit seinem Namen sind wichtige Strukturreformen zum Abgeordnetenrecht sowie die Öffnung des Landtags zum Haus der Bürgerinnen und Bürger verbunden. Neben seiner politischen Arbeit engagierte sich Ulrich Schmidt im sozialen Bereich und für Menschen mit Behinderungen. Er starb am 29. Juli 2021 im Alter von 79 Jahren in seiner Heimatstadt Wetter (Ruhr). In der Gedenkfeier im Plenarsaal haben der Präsident des Landtags, André Kuper, Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen und Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Ulrich Schmidt in persönlichen Worten gewürdigt.

Der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, André Kuper: „Für Ulrich Schmidt war eines in der Politik unerlässlich: Konsens und Ausgleich, verbunden mit Sympathie und Vertrauen. Nicht Macht um der Macht Willen. Er war verantwortungsbewusst und nicht auf eigenen Vorteil bedacht. Jedweder Populismus war ihm zuwider. Unser Land hat in Ulrich Schmidt, wie er über sich selbst sagte, einen ‚praktizierenden sozialen Demokraten‘ verloren. Einen Menschen, der die politische Kultur in Nordrhein-Westfalen über Jahrzehnte mitgeprägt hat, besonders die Parlamentskultur. Seine menschliche Ausstrahlung und sein sicheres Gefühl für Stil und die Würde des Parlaments haben ihn ausgezeichnet.“
 

Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen: „Politik ist kein Shakespeare-Drama um den Aufstieg und Fall großer Charaktere. Politik verlangt zu dienen. Politische Verantwortung ist eine Bürde.  Das wird viel zu oft vergessen – auch von denjenigen, die sie tragen müssen.
Ulrich Schmidt vergaß das nie.“

Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag: „Wir nehmen Abschied von Uli Schmidt, dem Ehemann und Schwager, dem Kommunal- und Landespolitiker, dem Sozialdemokraten und Sozialpolitiker, dem Kollegen und Vorgesetzten, dem Kümmerer und Zuhörer. Kurzgesagt, wir nehmen Abschied von einem Menschenfreund und Wohltäter."

An der Gedenkfeier im Plenarsaal nahmen Angehörige der Familie, die Abgeordneten des Landtags, Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung sowie politische Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter von Ulrich Schmidt teil. Vera Merziger (Violine) und Christian Brandenburger (Klavier) begleiteten die Veranstaltung musikalisch mit Stücken von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Robert Schumann, Edvard Grie und mit dem Steigerlied.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen wurde Trauerbeflaggung zur parlamentarischen Trauerfeier eines Landtagspräsidenten angeordnet.
 

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