05.10.2021

Säulen der Demokratie: Landtag erinnert an von Nationalsozialisten verfolgte Abgeordnete

Der Landtag Nordrhein-Westfalen arbeitet mit dem Projekt Verfolgungsbiografien die Geschichte von Abgeordneten auf, die im Nationalsozialismus verfolgt worden sind. Als „Säulen der Demokratie“ sollen zunächst exemplarisch fünf Abgeordnete an die Schicksale politisch Verfolgter erinnern. Ihre Namen, Biografien und Fotos sind auf dem gläsernen Besucheraufzug im Herzen des Parlamentsgebäudes für jeden gut sichtbar aufgebracht.

Fritz Henssler (SPD), Dr. h.c. Christine Teusch (CDU), Prof. Dr. Paul Luchtenberg (FDP), Johanna Melzer (KPD) und Johannes Brockmann (Zentrum) waren frühe Abgeordnete des Landtags. Ihre Lebensgeschichten verdeutlichen das Ausmaß des politischen Terrors und der Verfolgung politisch Andersdenkender im Nationalsozialismus. 

„Dem Landtag Nordrhein-Westfalen gehörten Abgeordnete an, die auch im Nationalsozialismus für ihre politischen Überzeugungen eingetreten sind – und die dafür verfolgt, eingeschüchtert und eingesperrt wurden. Diese Menschen und ihre Biografien rücken wir in den Mittelpunkt des Parlaments. Der Kampf gegen die Diktatur hat sie geprägt. Und auf dieser Erfahrung bauten sie und andere Abgeordnete nach dem Krieg die Demokratie in Nordrhein-Westfalen auf. Sie sind Säulen der Demokratie. Denn unsere Staatsform wird getragen von Menschen, die sie leben, für sie streiten, sie verteidigen und im Zweifel auch bereits sind, für sie Verfolgung zu erleiden“, sagt André Kuper, Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen.

Die „Säulen der Demokratie“ sind Teil des Projekts Verfolgungsbiografien: Eine Projektgruppe in der Landtagsverwaltung arbeitet daran, bis zum Jahr 2025 mehr als 4.200 Biografien wissenschaftlich zu untersuchen. Im Blick sind die Abgeordneten des Landtags und der demokratischen Vorgänger-Parlamente auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens. Ziel ist es, herauszufinden und darzustellen, wie viele Abgeordnete in welcher Weise von politischer Verfolgung betroffen waren.

Wer sich im Landtag aufhält, kommt an den „Säulen der Demokratie“ künftig nicht vorbei: Die Angaben über die Abgeordneten sind auf dem runden gläsernen Aufzug und damit beim zentralen Empfang in der Bürgerhalle zu sehen. Besucherinnen und Besucher fahren mit diesem Aufzug über die Wandelhalle auf der Plenarsaal-Ebene bis zur Besuchertribüne. Neben den Fotos der Abgeordneten sind biografische Angaben, Zitate und Informationen über ihre Verfolgung durch die Nazis zu lesen. QR-Codes führen zur Internetseite des Landtags mit weiteren Informationen über die Abgeordneten und ihr Leben.

Mehr Informationen zu den Säulen der Demokratie

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