08.09.2021

Gedenkstunde des Landes Nordrhein-Westfalen für die Opfer der Unwetterkatastrophe im Zeichen von Trauer und Hilfe

In einer gemeinsamen Gedenkstunde haben Landtag und Landesregierung der Opfer der Unwetterkatastrophe im Juli gedacht und allen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern Dank ausgesprochen.

Im Plenarsaal des Landtags wurden Kerzen für die 57 Opfer der Unwetterkatastrophe entzündet. Nach einer Schweigeminute wurden Namen von Verstorbenen der Flutkatastrophe eingeblendet. Angehörige der Opfer wohnten der Gedenkstunde im Plenarsaal des Parlaments bei.

Neben der Trauer stand auch der Dank an die Menschen im Mittelpunkt, die den Betroffenen in den Flutgebieten spontan zur Hilfe kamen oder sie durch Spenden unterstützten. Auch die Arbeit der Feuerwehren, Hilfsdienste, der Bundeswehr und weiterer hauptamtlicher Helferinnen und Helfer wurde gewürdigt. So kamen in einem Video unterschiedliche Helferinnen und Helfer zu Wort, unter anderem der 15-jährige Bartek Zarebski, der in Altena einen Feuerwehrmann aus den Fluten rettete. 

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter unter anderem von Hilfs-, Rettungs-  und Sozialdiensten und der Bundeswehr waren zur Gedenkstunde in den Landtag gekommen.

André Kuper, Präsident des Landtags, sprach in seinen Gedenkworten die Angehörigen der Opfer im Plenarsaal an: „Ich möchte Ihnen im Namen aller Abgeordneten des Landtags von Nordrhein-Westfalen mein tiefes Beileid und meine Anteilnahme ausdrücken. Ihr Schmerz, ihre Trauer sind unermesslich. Unsere Gefühle, unser Mitgefühl ist bei Ihnen. Und mit diesem Schmerz und aller Trauer kommt auch die Frage: Wie konnte das geschehen? Mit dieser Frage und mit weiterer finanzieller Hilfe wird sich der Landtag beschäftigen. Diese Katastrophe bleibt im Gedächtnis, aber auch die Hilfe wird auch im Gedächtnis bleiben. In Nordrhein-Westfalen stehen wir zusammen, wir reichen uns die Hände, wir helfen uns.“

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen: „Unbeschreibliche Wassermassen haben Menschenleben fortgerissen. Wir gedenken der zu Tode Gekommenen und trauern mit ihren Familien und Freunden. Zugleich gilt unser Dank all denen, die nach der Unwetterkatastrophe mit angepackt haben: den Einsatzkräften, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr und den Bürgerinnen und Bürgern, die Familie, Freunde, Nachbarn und auch ihnen völlig fremde unterstützt haben. Sie alle haben geholfen. Diese Hilfsbereitschaft berührt zutiefst, sie zeigt, was seit 75 Jahren zu unserem Land gehört, was uns ausmacht: In der Stunde der Not können wir uns aufeinander verlassen. Ich verspreche allen, die jetzt und in Zukunft unter den Folgen der Flut leiden: Wir stehen an ihrer Seite. Nordrhein-Westfalen steht zusammen.“

Während der Gedenkstunde sprach auch die Leitende Notärztin Dr. Nicole Didion, die im Flutgebiet im Einsatz war. Sie sagte: „Die Bilder im Fernsehen zu sehen, das hat mich betroffen gemacht; aber ich war dadurch nicht annähernd darauf vorbereitet, was mich vor Ort wirklich erwartet hat. Materielle Verluste mögen zu ersetzen sein, menschliche Verluste und vertraute Erinnerungen sind es nicht.  Viele beginnen erst langsam zu realisieren wie einschneidend die Langzeitfolgen für den Einzelnen werden. Die Verarbeitung des Geschehenen wird Zeit und Kraft in Anspruch nehmen und ist von Mensch zu Mensch verschieden. Die Menschen in den betroffenen Regionen sind stark, halten zusammen, Freunde und Nachbarn helfen einander, auch in ihrer eigenen großen Not. Sie alle brauchen auch weiterhin unser aller Unterstützung, in Worten und vor allem in Taten.“

In den Landtag eingeladen waren Vertreterinnen und Vertreter von Bundeswehr, THW, DLRG, Malteser Hilfsdienst, DRK, Johanniter-Unfallhilfe, I.S.A.R Stiftung, AWO, Caritas, Arbeitersamariterbund, Paritätischem Wohlfahrtsverband, des Hotel- und Gaststättenverband, Kommunalen Spitzenverbänden, des Handwerks, der Landwirtschaft und der Religionsgemeinschaften. 

Die Fraktionen im Landtag NRW