31.08.2026

Auf den Spuren von Dokumenten des Nationalsozialismus

Präsident André Kuper sprach mit mehr als 200 deutschen und polnischen Jugendlichen in Auschwitz-Birkenau über Erinnerungskultur und die Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben. Im Archiv des ehemaligen NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers informierte er sich über die Sammlung und Restaurierung von NS-Dokumenten, die der Landtag kürzlich an die Gedenkstätte übergeben hat.

André Kuper traf junge Menschen des DGB NRW, der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge und dankte ihnen für ihr Engagement: „Auschwitz-Birkenau ist ein Ort, der kaum zu ertragen ist. Aber die Begegnungen junger Menschen hier macht Hoffnung, sie machen Auschwitz zu einem Ort der Versöhnung. Die Verbrechen der Nazis begannen nicht mit den Vernichtungslagern. Sie waren das Ende einer Entwicklung, die mit Ausgrenzung, Rassismus und der Abschaffung demokratischer Institutionen begonnen hatte.“ 

Auf Einladung des Volksbunds tauschten sich Jugendliche aus Deutschland und Polen eine Woche lang über ihre Perspektive auf die Geschichte und die Verantwortung für die Gegenwart aus. „Es war das Ziel der Nazis, hier in Auschwitz auch die polnische Nation auszulöschen. Diese Erinnerung ist wichtig in einer Zeit, in der wieder Grenzen mit Gewalt verschoben werden. Wir tragen gemeinsam Verantwortung für Sicherheit und Frieden in Europa.“

Im ehemaligen Lager Birkenau sprach der Präsident des Landtags als Schirmherr einer Gedenkstättenfahrt der DGB Jugend NRW. Anke Unger, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, und der Präsident des Landtags legten am zentralen Mahnmal in Birkenau einen Kranz nieder. Rund 200 junge Menschen aus Nordrhein-Westfalen nahmen an der Gedenkzeremonie teil. Im Zentrum für Dialog und Gebet, einer Einrichtung der katholischen Kirche, traf André Kuper Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Austausch.  

Weiterer Schwerpunkt der Reise war die Erforschung des Nationalsozialismus im Archiv und in der Konservierungsabteilung der Gedenkstätte. Im Landtag wurden kürzlich NS-Dokumente an Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Archive übergeben. Die Artefakte, darunter Lagerpostkarten, Täterbriefe und Lagergeld, stammen aus einer nach Protesten abgesetzten Auktion. Zahlreiche Dokumente werden auch in das Archiv von Auschwitz-Birkenau übernommen. Der stellvertretende Direktor der Gedenkstätte, Andrzej Kacorzyk, dankte für das bürgerschaftliche Engagement und betonte den Stellenwert der Erforschung des Nationalsozialismus.

André Kuper sagte: „Durch die Arbeit der Gedenkstätten wissen wir bereits viel über den Terror und den Genozid, den die Nazis in ganz Europa verübten. Es gibt aber noch viele weiße Flecken in der Forschung. Deswegen ist die Arbeit der Archivare mit den Original-Dokumente von unschätzbarem Wert. Sie macht sichtbar, welches Leid die Opfer erlitten und von welchem Hass die Täter getrieben waren. Sie ermöglichen uns einen Blick in die Geschichte, der unser Eintreten für Frieden und Freiheit in der Gegenwart stärkt.“

Die Fraktionen im Landtag NRW