19.03.2026

Neuer Bericht mit klarem Auftrag: Demokratie stärken

Bei rund 42 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen mischten sich laut Bericht demokratische und undemokratische Einstellungen. Die Zufriedenheit mit der tatsächlichen Funktionsweise der Demokratie sei im Vergleich zu 2023 in den mittleren und jüngsten Altersgruppen zurückgegangen. 

Grund dafür ist demnach eine wahrgenommene Verschlechterung der Lebenslage. Kurz gesagt: Wer die eigene Lebenslage als gut beurteile, sei unabhängig vom Alter auch zufriedener mit der Demokratie. Das heißt auch: Die Demokratie stabilisiert sich in der Mitte der Gesellschaft. Die wirtschaftliche Entwicklung ist ein zentraler Faktor. Daneben sei die politische Bildung ein wichtiger Faktor für das Verstehen der Demokratie

André Kuper, Präsident des Landtags, betont: „Demokratie ist nicht selbstverständlich, das zeigt der Bericht der Landeszentrale für politische Bildung. Es ist gefährlich für Frieden und Freiheit, wenn die demokratische Überzeugung einer Gesellschaft ins Rutschen gerät. Der Landtag bringt Menschen zusammen, um Demokratie zu stärken: Mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher, vor allem viele junge Menschen, erleben, wie Politik funktioniert. Demokratie zu leben und zu erklären, ist auch der Auftrag der Landeszentrale. Und ich bin dankbar, dass sie dem jetzt im Landtag, dem Zentrum der Demokratie in unserem Land, nachkommt.“
 
Prof. Dr. Andreas Blätte, Direktor NRW School of Governance, sagt zum Zustand der Demokratie: „Die Demokratie in Nordrhein-Westfalen ist nicht akut gefährdet, aber mittelfristig in Gefahr. Persönliche Sorgen, ein wahrgenommener Mangel an wirtschaftlichen Ressourcen und Chancen sowie diffuse Zukunftsangst nagen am demokratischen Selbstverständnis der Menschen in Nordrhein-Westfalen. Für eine starke demokratische Mitte braucht es eine Politik, die zuhört, erklärt und handelt.“
Die Landeszentrale für politische Bildung gehört seit 1. Januar 2026 zum Landtag mit dem Auftrag, überparteilich die politische Bildung und damit die Demokratie im Land zu stärken.

Hintergründe zum Demokratiebericht:

Der Auftrag zur Studie zum Demokratiebericht geht auf einen Auftrag der Fraktionen des Landtags zurück und verbindet den Wunsch nach Informationen zur politischen Bildung mit der Absicht zur Stärkung der Demokratie. Mit der Verabschiedung des Gesetzes über die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen ist der Demokratiebericht Teil der gesetzlichen Aufgaben der Landeszentrale geworden (§ 2 (2) 8. LpBG NRW). 

An der repräsentativen Befragung haben insgesamt 2.914 Personen teilgenommen. Der Anteil der 14- bis 25-Jährigen war in der Befragung überproportional und später entsprechend dem tatsächlichen Anteil an der Bevölkerung in der Gesamtstichprobe berücksichtigt. 
 

Die Fraktionen im Landtag NRW