Der Präsident des Landtags, André Kuper, betonte: „Der 27. Januar erinnert uns an den dunklen Abgrund, in den Menschenhass und ideologische Verblendung geführt haben: den Zivilisationsbruch der Schoa und die Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden. Zugleich gedenken wir aller Opfer des Nationalsozialismus – auch jener Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Dieser Tag mahnt uns, dem erstarkenden Antisemitismus und jeder Form von Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Und er verpflichtet uns, das Leid der Verfolgten ernst zu nehmen, Diskriminierung zu überwinden und Brücken zu bauen. Menschlich zu sein und menschlich zu bleiben, das ist unser gemeinsamer Auftrag in einer vielfältigen Gesellschaft.”
Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, sagte:
„Es ist unsere bleibende Aufgabe und Verantwortung, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus auch nach mehr als 80 Jahren wachzuhalten. Dazu gehört, auch an jene Opfer zu erinnern, deren Leid lange verdrängt wurde – Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität verfolgt wurden. Dieses Gedenken verpflichtet uns heute. Nordrhein-Westfalen ist Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Das ist ein Geschenk und zugleich ein Auftrag, jüdisches Leben zu schützen. In unserem Land stellen wir uns konsequent gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. Eine lebendige Erinnerungskultur braucht Handeln.“
Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erklärte:
„Dass die demokratische Erneuerung unseres Landes nach dem Menschheitsverbrechen der Schoa gelingen konnte, ist vor allem das Verdienst der Überlebenden. Lassen Sie uns dieses Erbe ehren, indem wir keinen Schlussstrich ziehen."