03.12.2025

Ehrenamtsmedaille des Landtags verliehen

So vielfältig wie die Gesellschaft selbst sind die Menschen und Initiativen, die der Landtag in diesem Jahr mit der Ehrenamtsmedaille 2025 ausgezeichnet hat. Bei einer Feierstunde im Parlament überreichte Präsident André Kuper die Medaille an sieben Initiativen und Einzelpersonen. Sie stehen für Bereitschaft und Verantwortung, für andere einzustehen. Die Auszeichnung ist mit je 3.000 Euro dotiert.

Gewürdigt werden jährlich Personen oder Gruppen, die sich in besonderer Weise durch ehrenamtliche Arbeit für die Demokratie, die Belange ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger oder für das Gemeinwohl verdient gemacht haben. 

„Das Ehrenamt ist der Herzschlag unserer Demokratie. Die Menschen, die wir auszeichnen, leben Solidarität, Menschlichkeit und Verantwortung. Sie erkennen, wo Hilfe gebraucht wird und handeln. Ihr Einsatz zeigt, wie stark eine Gemeinschaft sein kann, wenn Menschen füreinander einstehen. Mit der Ehrenamtsmedaille würdigen wir die Projekte, aber auch die Haltung der Engagierten: Wir kümmern uns. Wir übernehmen Verantwortung. Wir gestalten Zukunft. Die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler sind die guten Seelen der Gesellschaft“, sagt André Kuper, Präsident des Landtags.

Der Jury gehören das Präsidium des Landtags mit Präsident André Kuper, Vizepräsidentin Berivan Aymaz, den Vizepräsidenten Rainer Schmeltzer und Christof Rasche sowie Sprecherinnen und Sprecher des Netzwerks bürgerschaftliches Engagement NRW an. Die Jury wählte die Trägerinnen und Träger der Ehrenamtsmedaille aus 104 Vorschlägen aus ganz Nordrhein-Westfalen aus.

Vorschlagsberechtigt sind die Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen, aber auch Vorschläge aus der Mitte der Gesellschaft sind möglich. Das Preisgeld ist zweckgebunden und für die Förderung des prämierten Engagements und dessen Fortbestand einzusetzen.

Das sind die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger:

Café Kränzchen auf dem Osthofenfriedhof in Soest (vertreten durch Gründerin Martina Brennecke und Karin Schulze-Kump-Grade)
Das „Café Kränzchen“ schafft auf dem Osthofenfriedhof in Soest einen offenen Begegnungsort für Trauernde und Menschen aus der Nachbarschaft. Ehrenamtliche bieten Gespräche, Begleitung und einen geschützten Raum für Austausch an. Das Projekt baut soziale Isolation ab und zeigt, wie Friedhöfe als Orte des Miteinanders wirken können.

GIP Gewaltintervention und -Prävention Werl (vertreten durch Dr. Wolfgang Gossmann)
GIP Werl unterstützt Betroffene häuslicher und sexualisierter Gewalt. Der anerkannte Träger der freien Jugendhilfe führt seit 2000 Gewaltprävention in Kitas und Schulen durch – mit Projekten zu Mobbing, sexuellen Grenzverletzungen und sozialer Kompetenz. Die Arbeit wird überwiegend durch Spenden finanziert und ermöglicht kostenlose Angebote.
 

Bilitis Naujoks mit ProMensch Kamen & Bündnis #VielfaltverbindetKamen
Bilitis Naujoks prägt Kamens Zivilgesellschaft als Gründerin des Kamener Literaturcafés und Vorsitzende von ProMensch Kamen. Als Mitinitiatorin des Bündnisses „Vielfalt verbindet Kamen“ organisiert sie Bildungsformate, kreative Aktionen und Unterstützung für Opfer sozialer und rassistischer Gewalt.

Ralf Heibrok mit „Glückstour“ aus Schloß Holte-Stukenbrock
Ralf Heibrok aus Schloß Holte-Stukenbrock initiierte 2006 zum ersten Mal die Glückstour, eine bundesweite Spendenradfahrt des Schornsteinfegerhandwerks für krebskranke Kinder und Kinderhospizarbeit. Mit über vier Millionen Euro Hilfsgeldern unterstützt die Tour Familien, Einrichtungen und Forschungsprojekte. 

Initiative für Respekt und Toleranz Münsterland (vertreten durch Andrea Wommelsdorf und Burkhard Knöpker)
Die Initiative aus Münster und dem Münsterland entstand 2020 als Reaktion auf zunehmende Angriffe auf Einsatzkräfte. Mit der bundesweiten Wanderausstellung „Der Mensch dahinter“ und weiteren Projekten gibt sie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Bahn- und Ordnungsdienstpersonal ein Gesicht und wirbt öffentlich für mehr Respekt. 

Samson Grzybek mit Queermed Deutschland aus Köln 
Queermed wurde 2021 von Samson Grzybek aus Köln gegründet und bietet ein bundesweites Verzeichnis für queerfreundliche, diskriminierungssensible Praxen (mehr als 2000). Das ehrenamtliche Projekt hilft Betroffenen, passende und diskriminierungsfreie medizinische Versorgung zu finden, und sensibilisiert Behandelnde durch Materialien, Vorträge und Workshops. 

Sören Werlemann aus Münster
Der 17-jährige Sören Werlemann engagiert sich für politische Bildung und die Beteiligung junger Menschen – von der Schülervertretung bis zum Jugendrat Münster. Er vertritt die Interessen von mehr als 50.000 Schülerinnen und Schülern und setzt erfolgreiche Projekte wie BMX-Parks oder Hygieneartikelspender um. Als Jugenddelegierter wirkt er inzwischen auch auf Landes-, Bundes- und UN-Ebene.

Die Fraktionen im Landtag NRW