05.11.2025

Wie verteidigungsbereit ist Deutschland?

Drohnensichtungen an Flughäfen, russische Militärflugzeuge im litauischen Luftraum, der Ukraine-Krieg, der Handelsstreit mit China und die USA als unsicherer Bündnispartner beschäftigen die EU und Deutschland. Das Parlamentsgespräch im Landtag thematisierte die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands, die Wehrpflicht und die Rolle der NATO.

Der Fokus lag insbesondere auf den Auswirkungen der Lage für die NATO, Europa und Deutschland. Mit dabei waren Prof. Dr. Klemens H. Fischer (Universität zu Köln) und Christoph Heusgen (Münchner Sicherheitskonferenz).

Der Präsident des Landtags, André Kuper, hatte zum Parlamentsgespräch eingeladen. Er betonte: „Die westlichen Demokratien teilen die gleichen rechtsstaatlichen und freiheitlichen Werte und stehen füreinander ein. Für Deutschland und Europa ist es von zentraler Bedeutung, dass wir eng zusammenarbeiten und kooperieren, damit wir gemeinsam unsere Wertevorstellung verteidigen. Die aktuelle verteidigungspolitische Lage erfordert die Kräfte und den Zusammenhalt aller Bündnispartner.“

Der ehemalige UN-Botschafter und Vorsitzender der Münchener Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, beschrieb die Ausgangslage: „Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren die sicherheitspolitischen Herausforderungen für Deutschland nicht mehr so groß wie heute. Aber so wie die junge Bundesrepublik ihre Hausaufgaben bewältigt hatte - mit Ärmelhochkrempeln und europäischer Zusammenarbeit - so können wir auch heute mit den Schwierigkeiten fertig werden.“

Der Völkerrechtler und Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität zu Köln, Prof. Dr. Klemens H. Fischer, stellte fest: „Nach dreieinhalb Jahre Ukraine-Krieg, einem unsicheren Bündnispartner USA und einer größer werdenden geoökonomischen Herausforderung durch China sieht sich Deutschland mit geopolitischen Zwängen konfrontiert, die letztlich nicht nur mit Geld gelöst werden können. Politischer Konsens auf deutscher und EU-Ebene ist der Schlüssel. Und die Uhr tickt.“

Zur Diskussionsreihe „Parlamentsgespräche“ lädt der Präsident des Landtags regelmäßig ein. Themen waren unter anderem Antisemitismus in Deutschland, die Zukunft Europas und der Einfluss der Demoskopie auf die Demokratie.

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