04.09.2025

Gelöbnis der Bundeswehr vor dem Landtag

Mehr als 420 Rekrutinnen und Rekruten haben vor dem Landtag den Fahneneid abgelegt. Das Gelöbnis ist das größte in ganz Deutschland in diesem Jahr und es fand zum ersten Mal vor dem Parlament von Nordrhein-Westfalen statt.

Die Rekrutinnen und Rekruten kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen und Berlin bekannten sich öffentlich zum Grundgesetz und zu ihrem Dienst am deutschen Volk.

Im Jahr 2022 hatte der Landtag beschlossen, dass ein Gelöbnis vor dem Parlament stattfinden soll. Der Präsident des Landtags, André Kuper, begrüßte die jungen Soldatinnen und Soldaten aus verschiedenen Truppenteilen und ihre zahlreichen Angehörigen. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass das Gelöbnis jetzt – in einer besonderen sicherheitspolitischen Lage vor dem Landtag in aller Öffentlichkeit stattfindet.

Ebenso begrüßten Ministerpräsident Hendrik Wüst und der Minister des Innern Herbert Reul die Rekrutinnen und Rekruten. Die Gelöbnisrede hielt der Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, Brigadegeneral Hans-Dieter Müller. 

Der Präsident des Landtags, André Kuper, unterstrich die Bedeutung des erstmaligen Gelöbnisses vor dem Landtag: „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Und das Gelöbnis findet nicht hinter einer Kasernenmauer statt, sondern am zentralen Ort der Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Wir wünschen uns allen Frieden und arbeiten jeden Tag dafür. Wir müssen und verteidigen können, um uns nicht verteidigen zu müssen. In Zeiten, in denen Russland als Aggressor die Frage von Krieg und Frieden in Europa neu stellt, sendet das Gelöbnis zugleich ein wichtiges Signal: Die Bundeswehr ist mit ihren Soldatinnen und Soldaten fest in der Mitte unserer Gesellschaft verwurzelt. Unser Parlament steht mit seinen Abgeordneten hinter der Bundeswehr. Wir danken den Rekrutinnen und Rekruten für ihre Bereitschaft, dem Land zu dienen und die Werte zu verteidigen. Der Landtag steht zu den Menschen, die unsere Freiheit und Sicherheit verteidigen. Unsere Demokratie ist nach außen und innen wehrhaft.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Die jungen Rekrutinnen und Rekruten treten ihren Dienst in einer sicherheitspolitisch besonders herausfordernden Zeit an. Der Überfall Russlands auf die Ukraine zeigt eindrücklich: Frieden, Demokratie und Freiheit sind auch in Europa nicht selbstverständlich. Unsere Werte müssen verteidigt werden. Mit ihrem Gelöbnis verpflichten sich die jungen Soldatinnen und Soldaten unserer Verfassung. Sie versprechen, Deutschland zu dienen und Recht und Freiheit zu verteidigen. Damit übernehmen Sie eine große Verantwortung. Die Menschen in unserem Land zählen darauf, dass diese jungen Menschen unser Land im Ernstfall schützen und verteidigen. Sie sind damit nicht weniger als das personifizierte Schutzversprechen des Staates an die Gesellschaft.“

Brigadegeneral Hans-Dieter Müller: „Dieses Feierliche Gelöbnis ist historisch: Zum ersten Mal geloben rund 420 Rekrutinnen und Rekruten vor dem Landtag Nordrhein-Westfalen. Sie leisten ihren Eid vor der ‘Herzkammer’ der Demokratie im Bundesland auf ausdrücklichen Wunsch der politischen Leitung unseres Landes NRW. Es ist ein mehr als deutliches Bekenntnis aller, dass die Bundeswehr ihren Platz genau hier hat: In der Mitte der Gesellschaft. Die jungen Rekrutinnen und Rekruten verteidigen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung. Sie sind stolz, Deutschland zu dienen. Dieses in der Öffentlichkeit abgehaltene Feierliche Gelöbnis zeigt, dass uns Soldatinnen und Soldaten als Staatsbürgerinnen und -bürgern in Uniform größte Wertschätzung entgegengebracht wird. Dafür bin ich persönlich zutiefst dankbar.“

Minister des Innern Herbert Reul: „Sicherheit ist der Anfang von allem, das Fundament staatlicher Ordnung. Das Gelöbnis der Soldatinnen und Soldaten ist die Voraussetzung, dass unser Land ein grundlegendes Versprechen an seine Bürgerinnen und Bürger halten kann: Das Versprechen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um sie vor Gewalt und Willkür zu schützen.“

Das feierliche Gelöbnis stellt den öffentlichen Moment dar, in dem Soldatinnen und Soldaten ihre Verpflichtung bekräftigen, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und Recht sowie Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen. Damit wird die zuvor eingegangene rechtliche Bindung in einem feierlichen Rahmen sichtbar gemacht. Das Gelöbnis verdeutlicht sowohl die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen als auch die Verankerung der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft. Es dient somit der inneren Vergewisserung über Auftrag und Rolle der Soldaten und unterstreicht gleichzeitig nach außen die Bindung der Bundeswehr an Verfassung und Rechtsstaatlichkeit.

Die Rekrutinnen und Rekruten, die ihren Fahneneid vor dem Landtag abgelegt haben, stammen aus acht Verbänden in Nordrhein-Westfalen sowie aus Berlin:

  • Panzerbataillon 203 und
  • Panzergrenadierbataillon 212 aus Augustdorf,
  • das Aufklärungsbataillon 7 aus Ahlen,
  • das Versorgungsbataillon 7 aus Unna,
  • das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 aus Minden,
  • das ABC-Abwehrbataillon 7 aus Höxter,
  • das Heimatschutzregiment 2 aus Münster sowie
  • das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung in Berlin.

 

Musikalisch begleitet wurde das Gelöbnis durch das Luftwaffenmusikkorps aus Münster unter Leitung von Major Alexander Kalweit.

Die Fraktionen im Landtag NRW