13.11.2024

Unterstützung für Olympia an Rhein und Ruhr

Der Landtag unterstützt die Pläne für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland. Er verabschiedete dazu einen gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP. Darin werden auch die Pläne des Landes und der Stadt Düsseldorf, stellvertretend für die Städte der Rhein-Ruhr-City-Initiative, begrüßt, offiziell als möglicher Bewerber ins Rennen zu gehen. Die AfD-Fraktion stimmte mit Nein.

Die außergewöhnliche Stimmung der Spiele im Sommer in Paris habe eine Bewerbung Deutschlands „beflügelt“, heißt es im Antrag der Fraktionen (18/11327 Neudruck). Neben Ministerpräsident Hendrik Wüst hätten sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz und Außenministerin Annalena Baerbock in Paris für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland stark gemacht und ein klares Bekenntnis abgegeben.

Nordrhein-Westfalen biete als „Sportland Nummer 1“ hervorragende Voraussetzungen, um Gastgeber der Olympischen und Paralympischen Spiele zu werden, sagte Jens-Peter Nettekoven (CDU): „Unsere Sport-Infrastruktur, unser  Engagement für den Leistungs- und Breitensport – all das macht uns zu einem idealen Kandidaten.“ Die Spiele bedeuteten aber „weit mehr als nur Sport“, sagte Nettekoven. Sie seien ein „Fest der Völkerverständigung, ein Zeichen für Toleranz und Inklusion“. Die Politik stehe geschlossen hinter dem Vorhaben. 

„Wir sind überzeugt, dass die Austragung des größten Sportereignisses der Welt viele positive Impulse auslösen kann“, sagte Tülay Durdu (SPD). Dies gelte für Wirtschaft, Infrastruktur, Beschäftigung und die Menschen im Land. Eine Bewerbung müsse für alle Beteiligten transparent sein. Zudem gehe es um nachhaltige Spiele. Man wolle kein „schnell verpufftes Strohfeuer“, sagte Durdu: „Postolympische Ruinen wird es mit uns nicht geben.“ Die „in die Jahre gekommene Sportstätten-Infrastruktur“ müsse auf Vordermann gebracht werden. 

Sportgroßveranstaltungen und deren Organisation gingen nicht immer mit Respekt und Toleranz einher, sagte Marc Zimmermann (Grüne). Bei der Fußball-WM in Katar (2022) und den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi (2014) sei das deutlich geworden. Die Sommerspiele in Paris (2024) dagegen hätten gezeigt, dass es auch anders geht. Man habe sich am Pariser Klimaabkommen orientiert. Die NRW-Landesregierung stelle ebenso die Weichen für „nachhaltige Spiele“ im Sinne der Klimaneutralität, der Menschenrechte sowie von Vielfalt und Respekt. 

Die FDP-Fraktion habe bereits im Jahr 2017 ein klares Bekenntnis für Olympische Spiele in NRW abgegeben, sagte Christof Rasche (FDP). Zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Grünen noch dagegen ausgesprochen. In NRW seien benötigte Sportstätten fast vollständig vorhanden, anders als bei Bewerbern wie Berlin und München. Olympische Spiele in NRW seien daher „besonders nachhaltig“. Sie würden sich sehr positiv auf das Bundesland auswirken. Schon vor dem eigentlichen Ereignis entstehe Begeisterung, es werde in Infrastruktur investiert. 

Andreas Keith (AfD) kritisierte, dass die Menschen im Land die Träume der Politik von Olympia mit ihren Steuergeldern bezahlen müssten. Die olympischen Werte seien heute in Vergessenheit geraten. Vielmehr gehe es um sportliche Höchstleistungen und ein Milliardengeschäft. Mit Blick auf die deutschen Ambitionen auf Olympia bemängelte Keith, dass es keine Bewerbung, kein Konzept und auch keine Finanzierungszusagen gebe. Und die Menschen seien auch nicht gefragt worden. 

Nathanael Liminski (CDU), Minister und Chef der Staatskanzlei, betonte, Olympia in Paris habe die ganze Welt begeistert und gezeigt, wie moderne Spiele aussehen könnten. Der Deutsche Olympische Sportbund wolle bis Ende 2025 eine Entscheidung über eine Bewerbung treffen. Daher sei es wichtig, dass Nordrhein-Westfalen deutlich mache: „Wir sind am Start.“ Das Land habe Erfahrungen mit sportlichen Großveranstaltungen und sei bereit. Die Landesregierung stehe hinter den Plänen und wolle die Spiele nach NRW holen. 

Text: zab, tob, wib 
 

Die Fraktionen im Landtag NRW