07.10.2024

Landtag und Landesregierung gedenken der Opfer

Landtag und Landesregierung Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam der Opfer des terroristischen Überfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 gedacht.

Vor einem Jahr töteten Terroristen bestialisch weit über tausend Menschen in der israelischen Grenzregion zum Gaza-Streifen und verschleppten mehr als 200 Frauen, Männer und Kinder. 101 Geiseln werden immer noch im Gaza-Streifen festgehalten. Wer von ihnen noch lebt, ist unklar. 

Neben dem Präsidenten des Landtags, André Kuper, sprachen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, der Gesandte des Staates Israel in Deutschland, Guy Gilady, als Vertreter des Botschafters sowie der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer.

Zur Gedenkstunde in der Wandelhalle des Landtags kamen die Abgeordneten des Parlaments und die Mitglieder der Landesregierung unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern der jüdischen Verbände zusammen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Religionsgemeinschaften waren anwesend.

Anlässlich der Gedenkveranstaltung eröffnete der Präsident des Landtags die Ausstellung „Humans of October 7“ vor dem Plenarsaal. Fotograf Erez Kaganovitz rückt mit seinen Fotos die persönlichen Geschichten von Israelis in den Mittelpunkt, die dem Terrorismus entgegengetreten sind. Dazu gehören Überlebende, die stundenlang in Schutzbunkern ausharrten, ein Israeli, der zahlreiche Besucherinnen und Besucher des Supernova-Festival in Sicherheit brachte. Eine Shoah-Überlebende, selbst nur knapp den Terroristen entkommen, berichtete, dass sie nun schon zum zweiten Mal Familienmitglieder durch Mord und Hass verlor. Mehrere ihrer Angehörigen wurden in den Gaza-Streifen entführt.

Der Präsident des Landtags, André Kuper, sagte: „Was heute vor einem Jahr in Israel passiert ist und was gerade in der Nahost-Region passiert, ist eine Tortur für das jüdische Leben und für die Menschen jüdischen Glaubens, begleitet von so viel Leid und Elend bei allen Betroffenen. Die Terroristen der Hamas im Gaza-Streifen und der Hisbollah im Libanon nutzen Zivilistinnen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde und nehmen den Tod unschuldiger Menschen in Kauf. Israel wird seit einem Jahr nahezu täglich angriffen. Der jüdische Staat kämpft in einem Mehrfronten-Krieg um seine Existenz. Unsere Solidarität gilt Israel und allen Opfern in Folge des Terrors vom 7. Oktober 2023. Sie mahnen uns heute mehr denn je zu Frieden und Verständigung.“

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Am 7. Oktober 2023 wurde die Welt durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel Zeuge des größten Massenmordes jüdischen Lebens seit der Shoa und unvorstellbarer, grausamer Verbrechen. Ein Jahr später trauern wir noch immer über mehr als tausend Menschen, die am 7. Oktober 2023 brutal ermordet wurden. Wir bangen noch immer um das Leben von mehr als hundert Menschen, die sich als Geiseln in den Händen von Terroristen befinden. Und wir beobachten mit großer Sorge, wie der Terrorangriff der Hamas zu einem Flächenbrand einer ganzen Region und zu unermesslichem Leid für unzählige Zivilistinnen und Zivilisten geführt hat. Auch nach einem Jahr gilt weiterhin: Die Geiseln müssen freigelassen werden. Das Blutvergießen muss ein Ende haben.“

Der Gesandte des Staates Israel in Deutschland, Guy Gilady, sagte: „Im demokratischen Herzen Nordrhein-Westfalens gedenken wir heute der Opfer des 7. Oktober. Es ist ein Ausdruck der engen Verbindungen zwischen uns, dass Sie die Türen des ehrwürdigen Landtags für mein Land an diesem besonderen Tag geöffnet haben. Wir haben im letzten Jahr gesehen, wer unsere wahren Freunde sind – Nordrhein-Westfalen gehört ohne Zweifel dazu. Die Ausstellung „Humans of October 7“ des israelischen Fotografen Erez Kaganovitz erzählt von den Barbareien der Terroristen, sie erzählt aber auch vom Heldentum aller, die sich dem Terror in den Weg gestellt haben. Dieser Einsatz der Israelis geht auch heute weiter: Gemeinsam kämpfen wir dafür, dass die Geiseln nach Hause zurückkehren, die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können und die terroristische Infrastruktur im Nahen Osten zerschlagen wird.“

Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden: „Ich wünsche uns allen ein süßes, gutes und gesundes Jahr Jahr 5785. Möge es Frieden für die Menschen in Israel, dem Libanon und den palästinensischen Gebieten bringen. Für uns in Deutschland und vor allem für uns in Nordrhein-Westfalen wünsche ich mir einen noch stärkeren Zusammenhalt gegen all jene, die unsere Demokratie von innen und außen bedrohen, aber auch den Zusammenhalt mit der jüdischen Gemeinschaft, die sich nach einem Zeichen der Solidarität der Mehrheitsgesellschaft sehnt, so wie es heute hier im Landtag von NRW gerade gegeben wird.“
 

Die Ausstellung „Humans of October 7“ ist ein gemeinsames Projekt der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und des Büros des Landes Nordrhein-Westfalen in Israel in Zusammenarbeit mit dem Landtag Nordrhein-Westfalen. Fotograf Erez Kaganovitz schreibt zu seinen Bildern: „Seit dem entsetzlichen Überfall am 7. Oktober heizt die Hetze auf den Straßen und in den sozialen Medien den Antisemitismus und die falschen Vorstellungen über Israel und das ganze jüdische Volk fortwährend weiter an. Als Fotojournalist und Künstler empfinde ich es als meine Pflicht, gegen diese Missverständnisse und den wachsenden Antisemitismus anzukämpfen, indem ich die menschliche Seite meines Landes zeige. Zu diesem Zweck habe ich Menschen für die Ausstellung Humans of October 7 fotografiert. Sie sollen zeigen, wofür die israelische Gesellschaft steht, was uns ausmacht.“

Eine zweite Ausstellung zeigt Stillleben aus Israel zum Zeitpunkt des Terroranschlags vom 7. Oktober. Die Fotografinnen Osnat Ben Dov und Sofie Berzon MacKie geben in „Works from Kibbuz Be'eri” einen Einblick in die scheinbare Normalität vor dem Angriff der Hamas. Nachdem die Originalwerke bei einem Anschlag auf den Kibbuz zerstört wurden, hat die Landeshauptstadt Düsseldorf die Werkschau nach Nordrhein-Westfalen geholt. 
Die Vizepräsidentin des Landtags, Berivan Aymaz, hat die Ausstellung eröffnet und die Künstlerin Osnat Ben Dov begrüßt. Die Fotoausstellung wird bis zum 30. Oktober 2024 im Landtag gezeigt.

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