Stellungnahme der Jury:
Die Fotos, die in den Flutgebieten entstanden sind, erzählen Geschichten von Zerstörung, Verwüstung und Verzweiflung, aber zugleich auch von Mut, Hilfe und Hoffnung. Das Siegerfoto fasst viele dieser Emotionen in einer beeindruckenden Konzentration auf einen einzigen Protagonisten zusammen. Es zeigt Walther Jüliger wie er den Schlamm aus einem Keller in der Innenstadt von Bad Münstereifel schöpft. Es ist eine Situation, die in den Wochen nach dem Unwetter Alltag war in den Flutgebieten: Arbeiten bis zur Erschöpfung. Aber es ist auch ein Symbol für das Anpacken, das in diesen schweren Tagen immer wieder beeindruckt hat. Ein Signal – wir lassen uns nicht unterkriegen. Die Jury überzeugte der Aufbau des Bildes und seine Schlichtheit. Es ist ein Foto aus einem Katastrophengebiet, das aber auf den ersten Blick keine Zerstörung zeigt, keine Trümmer, Schlammlawinen oder Müllberge. Im Mittelpunkt steht vielmehr ein Mensch, auf dessen Gesicht sich Besorgnis und Erschöpfung, aber auch Tatkraft und Hoffnung spiegeln, der aus der Dunkelheit heraus die Zukunft anpackt.