In der Bürgerhalle des Landtags Nordrhein-Westfalen zeigten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler vor rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauern eine intensive Befassung mit der Dramatisierung des Buches. Es gelang ihnen, das Grauen des Vernichtungslagers zu vergegenwärtigen und gleichzeitig die Ängste und Hoffnungen der Musikerinnen darzustellen. Auch die Vizepräsidentin des Landtags, Carina Gödecke, und Abgeordnete verfolgten die Aufführung.
Das Stück basiert auf dem Buch „Das Mädchenorchester von Auschwitz“. Zu der Aufführung hatten André Kuper, Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, eingeladen. Sie eröffneten den Abend gemeinsam mit dem Generalkonsul der Republik Polen, Jakub Wawrzyniak, der auch Doyen des Konsularischen Korps Nordrhein-Westfalen ist. Kooperationspartner des Projekts sind die Volksbühne Düsseldorf und Fortuna Düsseldorf.
Parlamentspräsident André Kuper sagte: „Sich mit unserer Geschichte zu befassen ist unsere Pflicht als Demokratinnen und Demokraten. Dennoch rührt es mich an, wie intensiv sich junge Menschen für das Stück ‚Zeitspiel‘ in das Geschehene hineinversetzen. Sie leisten einen wichtigen und beeindruckenden Beitrag zur Erinnerung, zur Prävention und zur Aussöhnung. Es ist völlig unverständlich, wie man vor dem Hintergrund unserer Geschichte Antisemit sein kann. Wir sind dankbar für jüdisches Leben. Wir sind dankbar dafür, dass wir in diesem Jahr 2021 besonders intensiv über das deutsch-jüdische Leben nachdenken und 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland feiern.“
Auf dem Vorplatz des Landtags erinnerte am Tag des Theaterstücks sowie am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht, ein originalgetreuer Eisenbahn-Waggon an die Züge, mit denen Juden während des Nationalsozialismus deportiert wurden.