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Architektenwettbewerb zur Erweiterung des Landtags und Entwicklung des Bürgerparks Bilk: Gewinner steht fest

24.11.2020 / Der Architektenwettbewerb für das Erweiterungsgebäude des Landtags Nordrhein-Westfalen und der Ideenwettbewerb für die Entwicklung des Bürgerparks Bilk ist abgeschlossen. Das Preisgericht hat am Freitag, 20. November 2020, das Büro schulz+schulz aus Leipzig als Sieger des Architektenwettbewerbs gekürt.

Der Landtag wird jetzt Verhandlungen über die Details des Vertrags mit dem Architekturbüro aufnehmen. Das Erweiterungsgebäude ist notwendig geworden, weil das in den 80er-Jahren errichtete Landtagsgebäude nicht mehr den Anforderungen eines modernen Parlaments mit fünf Fraktionen gerecht wird.

Im Januar hatten der Landtag und die Landeshauptstadt Düsseldorf den Planungswettbewerb gestartet. Das Preisgericht befasste sich mit insgesamt 34 Entwürfen, von denen neun in die engere Wahl gekommen waren. Dem Preisgericht gehörten unter anderem Architektinnen und Architekten, Stadtplanerinnen und Stadtplaner, Landschaftsarchitektinnen und -architekten an, zudem der Präsident des Landtags, André Kuper, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Planungsdezernentin Cornelia Zuschke sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Düsseldorf und Mitglieder aller Fraktionen des Landtags.

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Der Präsident des Landtags, André Kuper, mit dem Modell des Sieger-Entwurfs.

Der Siegerentwurf sieht unter anderem vier ringförmige, aufgeständerte Gebäude vor, die miteinander und mit dem Landtagsgebäude verbunden sind und sich einfügen in die Park- und Architekturlandschaft der Solitäre Landtag, Rheinturm und WDR. Geschichtete Glasfassaden verbinden Gebäude und Grün und ermöglichen Blickbeziehungen. Dachbegrünungen passen sich dem umgebenden Parkcharakter an. Dem Entwurf zufolge soll das Gebäudeensemble integraler Bestandteil des Rhein- und Bürgerparks werden. Es soll zudem höchsten Nachhaltigkeits- und Energiesparansprüchen genügen, zum Beispiel durch die intensive Nutzung von Photovoltaik als Bauteile von Sonnenschutz und Brüstungen sowie durch die Verwendung von Holz als nachwachsendem Baustoff. Eine Kostenschätzung ist aktuell noch nicht möglich, weil der Entwurf durch Vertragsverhandlungen weiter verändert werden kann. Zudem sind die Kosten für die Erschließung des Grundstücks in dieser Phase des Projekts noch nicht absehbar.

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Prof. Jörg Aldinger, Architekt und Vorsitzender des Preisgerichts, begründet die Entscheidung: „Den Verfassern des 1. Preises ist es gelungen, den unverwechselbaren Ort der Rheinauen in Düsseldorf und die eigenständige Architektur des Landtags fortzuschreiben und neu zu interpretieren. Der Entwurf stellt eine wunderbare Symbiose von Gegenwart und Zukunft in Städtebau, Landschaftsplanung und Architektur dar und wird sich aufs Beste mit dem Ort und den Menschen verbinden.“

„Das große Teilnehmer-Interesse zeigt: Das Gebäude des Landtags Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutendes Parlamentsgebäude. Aber: Es wurde in den 80er-Jahren für nur drei Fraktionen und einen anderen Parlamentsbetrieb als heute geplant. Das Gewinner-Büro hat jetzt einen Entwurf für ein Gebäude vorgelegt, mit dem der Landtag auf Dauer arbeitsfähig bleiben kann: Die Zahl der Sitzungen von Arbeitskreisen und Ausschüssen sowie die Zahl der Anhörungen hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Die Fraktionen benötigen mehr Raum für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Sachverständigen, um die immer komplexer werdenden Fragestellungen unserer Zeit zu diskutieren. Und wir holen immer mehr Besucherinnen und Besucher, besonders junge Menschen, ins Haus, um für unsere Demokratie zu werben. Das alles führt dazu, dass Sitzungsräume Mangelware sind und sich angemietete Büros auf vier Standorte in der Stadt verteilen. So kann das Parlament des größten Bundeslandes auf Dauer nicht arbeiten“, sagt der Präsident des Landtags, André Kuper.

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Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf betont: „Dem Gewinnerentwurf des Büros schulz+schulz aus Leipzig gelingt eine wirklich angemessene Erweiterung des bestehenden Landtagsgebäudes. Ich freue mich, dass das Parlaments- und Regierungsviertel damit einen hochattraktiven Neubau erhält, der Düsseldorf als Landeshauptstadt weiter stärkt. Besonderes Augenmerk liegt von unserer Seite auch auf der besseren Verbindung der Rheinuferpromenade mit dem Medienhafen, die parallel weiter ausgearbeitet wird. Wir werden nun zusammen mit den Ratsgremien zügig das erforderliche Bebauungsplanverfahren und die hierbei regelmäßig durchzuführenden Bürgerbeteiligungen starten. Gemeinsam mit dem Landtag NRW freuen wir uns auf die Detailplanung und die anschließende Realisierung.“

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Hintergrund

Das 1988 eröffnete Landtagsgebäude am Rhein kann den Bedarf an Büro- und Sitzungsräumen nicht mehr abdecken. Es wurde in den 80er-Jahren für nur drei Fraktionen geplant und wurde im Bauverlauf für vier Fraktionen umgeplant; heute sind es fünf Fraktionen. Die Fraktionen und die Verwaltung des Landtags sind auf vier Liegenschaften in Düsseldorf verteilt, was kontinuierlich steigende Mietkosten in Höhe von derzeit rund drei Millionen Euro jährlich verursacht. 
In den vergangenen 30 Jahren hat sich die parlamentarische Arbeit stark verändert. Ein Grund ist der zunehmende Bedarf an persönlicher Kommunikation und fachlicher Zuarbeit für die immer komplexer werdenden Problemstellungen. Vor der Verabschiedung von Gesetzen befassen sich die Abgeordneten inhaltlich ausführlich mit den Themen, zum Beispiel in den Fachausschüssen. Allein die Zahl der Sitzungen der Ausschüsse ist von 122 (in den Jahren 1995 bis 2000) auf rund 600 (in den Jahren 2012 bis 2017) gestiegen. Die Belegung von Sitzungsräumen stieg von 2.000 Buchungen im Jahr 2005 auf rund 12.000 im Jahr 2019. Auch die Fraktionen des Landtags beteiligen verstärkt Sachverständige und Bürgerinnen und Bürger: Im Jahr 2011 luden sie zu rund 70 Workshops und Veranstaltungen ein, im Jahr 2019 waren es 200 Veranstaltungen. 

Der Landtag baut kontinuierlich die Angebote für Besucherinnen und Besucher, vor allem für junge Menschen, aus: Jede Schülerin und jeder Schüler soll einmal während der Schulzeit einen „Demokratiekontakt“ zu einem Parlament erhalten. Neben der wachsenden Zahl an Jugendlichen, die ins Parlament kommen, bietet der Landtag neue Informations- und Diskussionsformen an: Zu den Aktionstagen „Landtag macht Schule“ kamen bislang 1.200 Neuntklässler in den Landtag. Bei Projekttagen erhalten sie Informationen zu aktuellen Themen wie Europa, Medien und Fake News oder Israel. Zu drei Bürgerempfängen kamen rund 180 Bürgerinnen und Bürger; rund 800 Flüchtlinge nahmen an zehn Terminen der sogenannten Demokratieschule teil und in acht Parlamentsgesprächen diskutierten interessante Persönlichkeiten vor jeweils rund 100 Gästen über aktuelle gesellschaftliche Themen.

Landtag, Landesregierung und Landeshauptstadt hatten im Dezember 2019 eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Darin sind als Ziele festgehalten: die Erweiterung des Landtagsgebäudes am Rheinturm, die Weiterentwicklung des Bürgerparks Bilk zu einem Grünraum mit Aufenthaltsqualität mit Anbindung an den Rhein und wichtiger Vernetzungsfunktion zwischen Medienhafen und Innenstadt und die Voraussetzungen für den Wegfall des Parkhauses an der Moselstraße. Baubeginn könnte Ende 2021 sein.

 

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Fotos: Bernd Schälte / schulz+schulz 
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