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Fragen und Antworten zum Erweiterungsgebäude des Landtags und zum Bürgerpark Bilk

24.01.2020 / Der Landtag Nordrhein-Westfalen plant ein Erweiterungsgebäude für das Parlament und gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf die Weiterentwicklung des Bilker Bürgerparks. Der Architekten-Wettbewerb ist gerade gestartet. Im Landtag haben sich Anfang Januar in einer frühzeitigen Bürgerinformation mehr als 100 Gäste zu den Plänen informiert. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt.

Was genau wird geplant?

Im Jahr 2016 gab es Planungen für Wohntürme mit 17 Stockwerken bei 60 Meter Höhe an dieser Stelle. Nun ist geplant, ein Erweiterungsgebäude für das Landtagsgebäude am Rheinturm zu errichten, den Bürgerpark Bilk zu einem Grünraum mit Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln und an den Rhein anzubinden sowie die Voraussetzungen für den Wegfall des Parkhauses an der Moselstraße zu schaffen.

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Warum ist ein Erweiterungsgebäude notwendig?

Das 1988 eröffnete Landtagsgebäude war ursprünglich für drei Fraktionen geplant worden, heute sind bereits fünf Fraktionen im Landtag mit entsprechend höherem Bedarf an Sitzungsräumen und Büros. Deswegen sind die Fraktionen und die Verwaltung des Landtags aktuell auf drei Gebäude in Düsseldorf verteilt, wofür jährlich mehrere Millionen Euro an Miete zu zahlen sind. Und die Anforderungen an moderne Politik steigen: Durch neue Formate der Bürgerbeteiligung wächst der Bedarf an Sitzungsräumen enorm.. Allein die Zahl der Sitzungen der Ausschüsse ist von 122 (in den Jahren 1995 bis 2000) auf rund 600 (in den Jahren 2012 bis 2017) gestiegen. Gleichzeitig beteiligen z.B. die Fraktionen im Vorfeld neuer Gesetzesinitiativen die Betroffenen mit Werkstattgesprächen und Diskussionsforen. Die Zahl der Sitzungsraumbuchungen ist pro Jahr von 2000 im Jahr 2005 auf 12.000 im Jahr 2018 gestiegen.

Damit werden für Abgeordnete und Mitarbeiter zukunftsfähige Rahmenbedingungen geschaffen. Und gleichzeitig können wir nur so gewährleisten, dass unser Landtag weiterhin für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher öffnen können.
 
Aber es geht nicht nur um den Landtag: Die Stadt Düsseldorf ist an dem Projekt beteiligt, um auch die Umgebung teilweise neu zu gestalten: Der Bürgerpark Bilk wird weiterentwickelt, es wird ein Übergang von der Rheinuferpromenade zum Medienhafen geschaffen und es ist das Ziel, Parkraum unter der Erde zu schaffen und das Parkhaus an der Moselstraße entfernen zu können.

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Wo soll das Erweiterungsgebäude stehen?

Zwischen dem WDR-Gebäude und dem bestehenden Landtag, neben dem Rheinturm. Das Wahrzeichen der Stadt muss dabei in die Pläne einbezogen werden und es muss genügend Platz zum WDR-Gebäude und zum Landtagsgebäude bleiben, um die Frischluftzufuhr vom Rhein in die Stadt zu sichern.

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Was passiert mit der Rheinuferpromenade und wird es Grünflächen geben?

Wichtige Ziele des Projekts sind, den Bürgerpark Bilk weiterzuentwickeln und einen guten Zugang von der Stadt zum Rhein für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer kreuzungsfrei zum Verkehr zu ermöglichen. Das Gelände rund um den Landtag und den Rheinturm wird zum Teil neu gestaltet. Die Architektinnen und Architekten müssen bei ihren Plänen zum Beispiel sicherstellen, dass der Luftaustausch zwischen Rhein und den angrenzenden Wohngebieten gut funktioniert.

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Wann kann man sich die Pläne ansehen und wann wird gebaut?

Land, Landtag und Landeshauptstadt Düsseldorf haben vereinbart, einen europaweiten zweistufigen Architekten- und landschaftsplanerischen Wettbewerb auszuschreiben. Architekturbüros sowie Landschaftsplanerinnen und Landschaftsplaner können ab jetzt Ideen und Pläne einreichen. Nach Abschluss des Wettbewerbs werden voraussichtlich im November die eingereichten Vorschläge öffentlich ausgestellt. Voraussichtlicher Baubeginn ist Ende 2021.

Wie lange dauert das Vorhaben?

Wann das Erweiterungsgebäude fertig und der Bürgerpark Bilk neu gestaltet sein wird, ist aktuell noch nicht absehbar und hängt auch von den Überlegungen und Entwürfen der Architekturbüros ab.

Was kommt in das Gebäude?

Für die vielen zusätzlichen Sitzungen der Ausschüsse und die Anhörungen von Sachverständigen sollen drei große Säle geplant werden. Sie sollen jeweils bis zu 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fassen und damit die gestiegenen Anforderungen von Bürgerinnen und Bürgern zur Teilnahme an Sitzungen des Landtags als Gäste zu ermöglichen. Zusätzlich sind vier mittlere Sitzungssäle für 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und weitere Besprechungsräume vorgesehen. Außerdem sollen 400 Büros in dem Gebäude untergebracht werden und ein Veranstaltungsraum.

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Wird der bestehende Landtag mit dem Erweiterungsgebäude verbunden?

Das neue Gebäude wird einen eigenen Eingang mit Foyer haben. Gleichzeitig ist aber auch eine direkte Verbindung mit dem bestehenden Landtagsgebäude zu planen, um kurze Wege zu ermöglichen.

Was kostet das Erweiterungsgebäude des Landtags?

Die Kosten sind noch nicht bekannt: Sie hängen auch von den Vorschlägen der Architektinnen und Architekten ab und davon, wie viele Etagen in der Tiefgarage entstehen.

Wird das Parkhaus Moselstraße abgerissen? Und wo wird man noch parken können?

Das Erweiterungsgebäude kann dabei helfen, nötige Parkplätze zu schaffen, damit das Parkhaus Moselstraße nicht mehr benötigt wird.

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Warum planen Landtag und Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam?

Düsseldorf ist mit dem Landtag die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens. Der Landtag ist Teil der Stadt Düsseldorf. Das gilt nicht nur für die Politik und die vielen Veranstaltungen und kulturellen Angebote, sondern auch für die Stadtplanung. Der Bau des bestehenden Landtagsgebäudes im Industriehafen in den 80er Jahren hat die gesamte Umgebung, zu der heute der Medienhafen gehört, aufgewertet. Auch die Rheinuferpromenade ist danach entstanden. Das Erweiterungsgebäude bietet jetzt die Möglichkeit, die Umgebung mit dem Bürgerpark Bilk, den Zugang zum Rhein und die Verkehrssituation zu verbessern.

Wie wird der Erweiterungsbau aussehen?

Die Optik ist der Kreativität der Architektinnen und Architekten überlassen, die bei dem Wettbewerb mitmachen. Landtag und Stadt Düsseldorf haben aber Vorgaben gemacht: Zum Beispiel darf der Neubau nicht höher werden als das bestehende Landtagsgebäude (28 Meter). Und wichtig ist auch die Bedeutung des Gebäudes: Der Landtag ist das Zentrum der Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Seine Architektur zeichnet sich wegen der vielen Glasflächen durch Transparenz und Offenheit aus. Die kreisrunde Form des Plenarsaals und die umliegenden halbrunden Gebäudeteile stehen symbolisch für die Debattenkultur einer Demokratie. Die Gestalt des Neubaus muss zudem Ausdruck einer Architektur des frühen 21. Jahrhunderts sein und diese selbstbewusst vertreten – im Respekt der benachbarten Architekturen aus unterschiedlichen Zeiten. Daher gilt es, sich mit den Anmutungen der Fassaden, Farben und Materialien auseinanderzusetzen. „Im Kontext des Selbstverständnisses des Landtags eine eigene überzeugende Gestaltungsidee für ein einprägsames Haus formulieren“, heißt es in der Auftragsbeschreibung. Der Landtag bleibt das Hauptgebäude, der Neubau darf ihn nicht „in den Schatten stellen“. Bei Planung und Bau wird besonderer Wert auf Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit gelegt, beispielsweise in Bezug auf Flächennutzung und Energieeffizienz. Wichtig ist auch die Dachfläche, wird sie doch von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern des Rheinturms gesehen.

Welche Vorgaben werden den Architektinnen und Architekten für die Umgebung gemacht?

Angestrebt wird ein Gebäude, das sich ganz selbstverständlich in den umliegenden öffentlichen Raum einfügt, sich gewissermaßen als dessen Erweiterung begreift. Dazu gehört aber noch mehr, denn das Gebiet zwischen Rheinkniebrücke und Medienhafen, mit Landtag, Rheinturm und Yachthafen ist ein wichtiger Teil der Düsseldorfer Stadtsilhouette. Es werden Ideen erwartet, wie der Erweiterungsbau und die Planung von Wegen und Grünflächen diese Silhouette vervollständigen. Nicht zuletzt wird es auch darauf ankommen, die Zwischenräume zwischen den Gebäuden so zu setzen, dass eine Verknüpfung zwischen der Rheinuferpromenade und dem Yachthafen/Handelshafen gelingt. Keinesfalls darf der
Erweiterungsbau eine trennende Wirkung entfalten.

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Fotos: Melanie Zanin
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