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Präsidium des Landtags macht Demokratie für Schülerinnen und Schüler erlebbar

03.12.2019 / Der Präsident des Landtags, André Kuper, und seine Stellvertreter, die Vizepräsidentinnen Carina Gödecke und Angela Freimuth sowie Vizepräsident Oliver Keymis, haben in den vergangenen vier Wochen mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern über Landtag, Demokratie und Politik diskutiert. Das Programm „Präsidium macht Schule" sowie die Wanderausstellung „Landtag macht Schule" machten Halt in Hückeswagen, Herford, Krefeld, Baesweiler, Aachen, Viersen und Nordkirchen.

Musikalisch eröffnet wurde die Wanderausstellung des Landtags am 28. Oktober 2019 in der städtischen Realschule in Hückeswagen – das Orchester der 9. Klassen unter der Leitung von Gerald Wasserfuhr begrüßte die Ausstellungsgäste. Bei der anschließenden Diskussion von Vizepräsident Oliver Keymis mit Schülerinnen und Schülern des Sozialwissenschaften-Kurses der Jahrgangsstufe 10 war unter anderem das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen ein großes Thema.

„Streit ist wichtig – wenn er konstruktiv ist!“, sagte Vizepräsident Oliver Keymis, der die Ausstellung eröffnete. „Wir müssen das aushalten, wenn andere etwas sagen, was wir für falsch halten. Wir verhandeln im Landtag auf Augenhöhe, dies zeigt schon die Sitzordnung im Plenarsaal.“ Schulleiter Thorsten Schmalt ermutigte die Schülerinnen und Schüler zu mehr Engagement. „Ihr seid diejenigen, die unsere Demokratie verteidigen müssen“, sagte Keymis. „Es geht um eure Zukunft!“

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Zum Abschluss der Eröffnung der Wanderausstellung „Landtag macht Schule" trug sich Vizepräsident Oliver Keymis (sitzend) in das Goldene Buch der Stadt  Hückeswagen ein, das Bürgermeister Dietmar Persian (l.) aus dem Hückeswagener Schloss mitgebracht hatte. (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)

„Der Landtag ist ein großes Treffen der von Ihnen gewählten Menschen. Die tun ihr Bestes!“, erklärte Vizepräsidentin Carina Gödecke am 4. November 2019 anlässlich ihres Besuchs im Rahmen des Programms „Präsidium macht Schule“ im Friedrich-List-Berufskolleg in Herford. Die Vizepräsidentin appellierte an die anwesenden Schülerinnen und Schüler zu mehr Einsatz für die Demokratie. „Und wenn Sie selbst mitmischen wollen, fangen Sie am besten in der Kommunalpolitik an. Allerdings muss man eine hohe Frustrationstoleranz haben. Weil das, von dem man persönlich überzeugt ist, nicht immer gesetzt werden kann und entschieden wird.“

Am Standort in der Hermannstraße in Herford gibt es gleich drei Berufskollegs mit insgesamt 5.000 Schülerinnen und Schülern. Am Friedrich-List-Berufskolleg belegen besonders viele den Bildungsgang Büromanagement. Hier gibt es sogar einen „Azubi-Coach“, der die Jugendlichen an die Hand nimmt, mit ihnen Bewerbungsgespräche simuliert und sie zu den Firmen begleitet. Seitdem habe sich die Vermittlungsquote deutlich erhöht, erzählte Landrat Jürgen Müller, der – ebenso wie der Landtagsabgeordnete Christian Dahm – an dem Schulbesuch teilnahm.

Nach 90 Minuten intensiver Diskussion freute sich Schulleiter Ulf Kleine-Piening: „Es ist Nähe entstanden zwischen dem Landtag und uns. Der Besuch war nicht nur interessant und detailreich, sondern auch sehr persönlich!“

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Die Vizepräsidentin des Landtags, Carina Gödecke (r.), diskutierte mit jungen Erwachsenen in Herford. In der ersten Reihe saßen Landrat Jürgen Müller sowie der Abgeordnete Christian Dahm (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)

Landtagspräsident André Kuper war am 7. November 2019 im Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld zu Gast, um mit den 150 Jugendlichen in der Aula ins Gespräch zu kommen. Anlässlich einer Frage nach Sinn des Föderalismus und von 16 unterschiedlichen Schulsystemen berichtete der Präsident des Landtags von der Auslandsreise einer Parlamentarierdelegation. „Die Zentralregierung dort ist gerade dabei, die Schulbücher einzusammeln und zu verändern. Deshalb bin ich froh, dass so etwas bei uns durch den Föderalismus nicht möglich ist. Hier schauen viele drauf, was an den Schulen gelehrt wird, und die Länder kontrollieren sich auch gegenseitig“, sagte der Landtagspräsident und hielt anschließend ein Plädoyer für die Demokratie: „Demokratie ist nicht mehr selbstverständlich. Viele meinen, wenn sie auf die Straße gehen, etwas fordern und diese Forderung dann nicht erfüllt wird, sei die Demokratie schuld. Aber Demokratie funktioniert nur mit Kompromissen. Man muss versuchen, mit guten Argumenten zu überzeugen, aber am Ende den Kompromiss akzeptieren.“

Zuvor hatten die 16- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schüler viele Fragen an den Präsidenten gestellt: „Gibt es Tage, an denen Sie nichts zu tun haben? Mussten Sie schon einzelne Abgeordnete oder ganze Fraktionen aus dem Plenarsaal werfen? Was halten Sie von einem Tempolimit auf Autobahnen?“, fragten sie beispielsweise.

Der straffe Terminkalender des Präsidenten – auch rund um den Schulbesuch in Krefeld – beeindruckte den Schulleiter Dr. Udo Rademacher: „Dies zeigt, wie wichtig Ihnen der Schulbesuch ist“, sagte er. André Kuper antwortete: „Ja, ich finde es tatsächlich extrem wichtig, mit Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Und Spaß macht es auch noch, wenn das Publikum so gebannt und aufmerksam ist wie hier in Krefeld.“

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Die Landtagsabgeordnete Britta Oellers sowie des Fachbereichsleiter Schule Jürgen Maas (erste Reihe v. l.) verfolgten das Gespräch von Landtagspräsident André Kuper (r.) mit den 16- bis 18-jährigen Schülerinnen und Schülern in Krefeld. Schulleiter Dr. Udo Rademacher und der SoWi-Lehrerin Sarah Lutta-Hegazy hatten die Veranstaltung vorbereitet. (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)

Dass die Wanderausstellung des Landtags am 11. November 2019 im Gymnasium der Stadt Baesweiler eröffnet wurde, war Sowi-Lehrerin Paulina Kania zu verdanken. „Mitreden setzt Information voraus“, sagte Landtagspräsident André Kuper zur Ausstellungseröffnung vor rund 100 Schülerinnen und Schülern. „Euer Mitreden ist mehr denn je nötig. Ich möchte euch motivieren: Bringt euch ein! Jede Art von Engagement – ob SV, Feuerwehr oder die Jugendorganisation einer Partei – ist wichtig.“

Auch die anwesenden Landtagsabgeordneten begrüßten die Jugendlichen. „Vorgestern hatten wir einen denkwürdigen Tag: Wir feiern am 9. November 100 Jahre Demokratie, denn die Weimarer Republik wurde an diesem Tag geboren. Es ist aber auch der Tag, an dem unendliches Leid geschah und über 1000 Synagogen brannten. Die Teilung Deutschlands fand an diesem Tag vor 30 Jahren ein Ende und die Demokratie siegte“, sagte Eva-Maria Voigt-Küppers. „Demokratie kann nur leben, wenn sie die Menschen mitnimmt!“

Hendrik Schmitz MdL war einst selbst Schüler des Baesweiler Gymnasiums gewesen: „Mein erster Auftritt war hier in der Aula, als ich mich als Schülersprecher zur Wahl gestellt habe. Ich war extrem nervös. Ich habe damals nicht geglaubt, mal als Politiker in den Landtag einzuziehen, ich wollte nur die Schule verbessern - aber wenn man durchhält, ist man irgendwann da, wo man Entscheidungen treffen kann. Wenn man nichts gesagt und nichts tut, darf man sich nicht beschweren, wenn andere Entscheidung treffen“, sagte er.

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Zur Ausstellungseröffnung in in Baesweiler kamen neben dem Präsidenten, André Kuper (3. v. l.),  die Abgeordneten Hendrik Schmitz (2. v. l.) und Maria Voigt-Küppers (im gelben Jackett).  Bürgermeister Dr. Willi Linkens (l.) erläuterte den Jugendlichen, der Landtag sei sehr wichtig: „Die Kontakte sind eng. Viele Gesetze betreffen uns unmittelbar: das Ordnungsrecht, das Baurecht, das Polizeigesetz. Dieses Gebäude wurde mit Fördermitteln des Landes saniert, ebenso das Hallenbad und unsere Grundschulen.“ (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)


„Viele glauben, mit Grundschulkindern käme man nicht über politische Inhalte ins Gespräch. Aber das stimmt nicht - die Kinder waren wieder sehr gut informiert über ihre Schule, aber auch weit darüber hinaus“, sagte Vizepräsidentin Carina Gödecke am 22. November 2019 in der katholischen Grundschule Michaelsbergstraße in Aachen. Die Viertklässler sprachen mit ihr über Tierschutz, Umweltverschmutzung und über Werte.

„Welches Kinderrecht finden Sie am wichtigsten und warum?“, wollte beispielsweise Emma wissen, Präsidentin des Schüler-Parlaments. „Wir haben die Kinderrechte in die Landesverfassung aufgenommen“, antwortete Carina Gödecke. „Ich persönlich finde das Recht auf Bildung am wichtigsten.“

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In Aachen besuchte Vizepräsidentin Carina Gödecke die Grundschule Michaelsbergstraße (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)


Vor rund 300 Schülerinnen und Schülern eröffnete der Vizepräsident des Landtags, Oliver Keymis, am 25. November 2019 die Schulwanderausstellung „Landtag macht Schule“ am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium im niederrheinischen Viersen. Der Vizepräsident erläuterte in seinem Grußwort die Arbeit, Funktionen und auch die Bedeutung des Landesparlaments des bevölkerungsreichsten Bundeslands. Keymis sagte: „Wir sind froh, dass wir mit der Ausstellung bei euch sein können.“ Ziel sei es darzustellen, wie spannend Politik sei und dass es in der politischen Auseinandersetzung immer darum gehe, am Ende eine Lösung zu finden, die von allen akzeptiert werde. An die Schülerinnen und Schüler appellierte er, sich für die Demokratie einzusetzen. Zuvor hatte sich Schulleiter Christoph Hopp dafür bedankt, dass die Wanderausstellung für rund zwei Wochen Station in Viersen mache. Sie zeige den Schülerinnen und Schülern u. a., wie es möglich sei, Politik mitzugestalten.


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Der Vizepräsident des Landtags, Oliver Keymis (l.), eröffnete die Wanderausstellung in Viersen. Dabei waren auch (v. l.) Schulleiter Christoph Hopp, Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller, der Abgeordnete Dietmar Brockes und Politiklehrer Christian Wolters. Im Vordergrund sind Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zu sehen, darunter Schülersprecherin Alexandra Papanikolaon (2. v. l.).

Am Morgen des 25. November 2019 begann die Schulwoche auch in der Gesamtschule Nordkirchen mit dem Thema Landtag. Vizepräsidentin Carina Gödecke stellte sich im Rahmen von „Präsidium macht Schule“ den Fragen der Elftklässler. Vor Ort waren auch Bürgermeister Dieter Bergmann sowie der örtliche Abgeordneten André Stinka.

Nachdem zunächst über den Landtag, Extremismus und Lobbyismus gesprochen worden war, stellte ein Schüler die Frage: „Wurden Sie schon einmal bedroht?“ Carina Gödecke berichtete, es habe sogar schon ein Gerichtsverfahren wegen Morddrohung gegeben. Selbst mit Klarnamen und existierender E-Mail-Adresse würden Menschen mittlerweile Drohungen schicken. Daraufhin berichteten Schüler von eigenen Gewalt-Erfahrungen.

Ein Sechzehnjähriger sagte, er habe die Schule gewechselt – an seiner früheren Schule habe ihn jemand mit einer Schreckschusspistole bedroht, ohne dass es Konsequenzen gegeben hätte: „Ich finde, hier muss die Politik reagieren!“ Ein bewegender Vormittag, der in Erinnerung bleiben wird, so Schulleiter Ulrich Vomhof.

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Ernste und wichtige Themen beschäftigten die Jugendlichen in Nordkirchen, mit denen Vizepräsidentin Carina Gödecke in der Aula ins Gespräch kam (Foto: D. Dietsch/Landtag NRW)

 

 

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