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Lebenslang lernen oder lebenslang ausgegrenzt

(28.2.2013) Einmütig für Stärkung der Weiterbildung: Das lebensbegleitende Lernen stand heute im Mittelpunkt einer Unterrichtung der Landesregierung.

Aktueller Anlass waren Empfehlung einer Konferenz von Organisationen (PDF), die auf diesem Gebiet tätig sind. Darin werden unter anderem ein Weiterbildungsbeirat sowie ein neues Berichtswesen als Grundlage für die zukünftige Förderung vorgeschlagen. Angesichts der vielfältigen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen begrüßten Sprecher aller Fraktionen die Empfehlungen und eine behutsame Weiterentwicklung des bestehenden Weiterbildungsangebots.

Als "ebenso zukunftsweisend wie anspruchsvoll" lobte Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (GRÜNE) die vorliegenden Empfehlungen. Sie hätten unter anderem die Stärkung von "Support Strukturen" sowie der Professionalität der Weiterbildung hervorgehoben. Außerdem hätten sie auf die Notwendigkeit von Weiterbildungsberatung und die Bedeutung regionaler Bildungsnetzwerke hingewiesen.

"Wer aufhört, dazuzulernen, wird auf Dauer aus dieser Gesellschaft ausgegrenzt", betonte Klaus Kaiser (CDU) die Notwendigkeit eines "Lebens des langen Lernens": im Hinblick auf die Veränderungen im Beruf in einer immer älter werdenden Gesellschaft sowie auf die Komplexität der politischen Welt. Bildung sei der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben.

Weiterbildung könne zu Persönlichkeitsentwicklung, politischer Teilhabe und beruflicher Qualifizierung beitragen, unterstrich Marlies Stotz (SPD). Sie müsse gesellschaftlichen Wandel aktiv voranbringen sowie transparent, gerecht und zukunftsfähig gestaltet sein. Insofern sei sie ein wichtiger Auftrag in öffentlicher Verantwortung und Teil der flächendeckenden Daseinsvorsorge.

Ein Angebot für alle Bevölkerungsschichten war für Gudrun Zentis (GRÜNE) von hoher Bedeutung. Notwendig sei, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen, auch mittels verstärkter Beratung für bildungsferne Zielgruppen. Grundbildung sei auch wichtig im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit. Generell habe die Konferenz Handlungsbedarf und zum Teil auch Lösungsansätze aufgezeigt.

Die Weiterbildungslandschaft in NRW sei qualitativ hochwertig lobte Ingola Schmitz (FDP). Hier beziehe sie bewusst auch kommerzielle Anbieter ein. Schmitz unterstützte den Ansatz, die Weiterbildungsmotivation zu erhöhen und verstärkt bildungsferne Schichten zu gewinnen, sprach sich aber gegen eine weitgehende Verengung der Angebote auf einzelne Gesellschaftsgruppen aus.

Bildung sei eine zentrale Bedingung für die Teilhabe in der Informationsgesellschaft, so Monika Pieper (PIRATEN). Sie biete die Möglichkeit nachzuholen, was in Schule und Ausbildung versäumt wurde, Fertigkeiten zu erweitern und mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten. Der Zugang zu einer gemeinwohlorientierten Weiterbildung müsse einfach, vielfältig und barrierefrei sein.

Text: Christoph Weißkirchen

Herausgeberin: Die Präsidentin des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
E-Mail:  hans.zinnkann@landtag.nrw.de

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