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„Politische Entscheidungen in ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen erfahrbar machen“

(20.1.2012) Experten unterstützen im Fachgespräch ein Haus der Geschichte für NRW Wissenschaftler und Institutionen bieten Zusammenarbeit an

 

 

Die Bitte um weiterführende "Impulse für ein Haus der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen" fiel auf fruchtbaren Boden. Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg hatte unter diesem Titel Fachleute aus renommierten Institutionen, Wissenschaftler zur Zeitgeschichte und Bildungspraktiker in die Villa Horion eingeladen. Seit gut einem Jahr findet der Anstoß für ein solches Haus viel Sympathie und Interesse. Uhlenberg griff damals die Anregung von Landeshistorikern auf, in Nordrhein-Westfalen ein "Haus der Geschichte" ins Leben zu rufen, wie es der Bund u.a. Bonn und das Land Baden-Württemberg in Stuttgart bereits verwirklicht haben. Bayern hat ebenfalls den Aufbau einer Dauerausstellung beschlossen.

Unter Moderation von Dr. Jürgen Brautmeier berieten die rund 20 Fachleute angeregt über die Funktionen und Vorbereitungen, die sich mit einer solchem Haus verbinden sollten. Thema waren ebenso  nötige Vorbereitungsschritte, wissenschaftliche Grundlagen und Leitideen, die eine hohe Besucherattraktivität ermöglichen. Einleitend hatte Uhlenberg unterstrichen, dass ein Haus der Geschichte eine  Bereicherung sein werde:

  • für die Vermittlung von Geschichte und Politik in allen Generationen und Bevölkerungsgruppen
  • für das Verständnis von Identität und Entwicklung des Landes und den Zusammenhalt  in Nordrhein-Westfalen 
  • für den Sitz von Landtag und Landesregierung
  • und auch als Chance, z.B. in Sonderausstellungen den Weg der Regionen des Landes oder wichtige soziale Entwicklungen zu präsentieren, die aus der Geschichte in die Gegenwart reichen.

"Heimat ist immer mehr als nur ein Ort. Das Haus der Geschichte bietet eine vorzügliche Option, vom Weg in die Gegenwart her auch über Zukunftsentwürfe für unser Land und Zusammenleben kreativ und konkret zu diskutieren. Darüber wird ja auch maßgeblich im Landtag entschieden. Das macht eine Nähe beider Einrichtungen so sinn- wie reizvoll", so Uhlenberg.

Erfreut nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Uhlenberg auf, dass die Vertreterin der Landesregierung grundsätzliche Zustimmung zu dem Vorhaben signalisierte. Auch die Vertreter der landeshistorischen Einrichtungen und Museen, insbesondere der beiden Landschaftsverbände, und die anwesenden Landeshistoriker, Archivare, Didaktiker und Pädagogen, betonten, dass ein zentrales landeshistorisches Museum in der Landeshauptstadt dem Land gut zu Gesicht stünde. Es werde nicht als störende Konkurrenz empfunden, sondern könnte ein wertvoller Partner sein. Prof. Hütter, Präsident des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, und ebenso Thomas Schnabel, Direktor des Baden-Württembergisches Hauses der Geschichte, ermunterten Landtag und Landesregierung aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen und der großen Besucherresonanz ihrer Einrichtungen, das Vorhaben für Düsseldorf voranzutreiben. Unterschiedliche Beiträge unterstrichen, dass es ein wachsendes Interesse an der Geschichte der eigenen Heimat gebe, aber auch einen wachsenden Bedarf gerade bei jungen Generationen.

"(Landes-)Politische Entscheidungen in ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen erfahrbar zu machen" (Hütter), könne die zentrale Zielsetzung eines Hauses der Landesgeschichte sein. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass eine Reihe von Fragen noch zu klären sind. Dazu gehört und nicht zuletzt, welcher Zeitraum und welche inhaltlichen Schwerpunkte abgedeckt werden sollen. Einigkeit bestand zudem darin, dass ein solch ambitioniertes Projekt nicht durch neben- und ehrenamtliche Arbeitsgruppen zum Ziel gebracht werden kann, sondern dass ein fachkundiger Aufbaustab mit einem klar definierten Mandat Kurs und Abschnitte festlegt und gestaltet.

Die von Uhlenberg ins Gespräch gebrachte Villa Horion böte sich von ihrem historischen Hintergrund als ehemalige Staatskanzlei ("Authentizität des Ortes") und aufgrund ihrer Lage als Standort grundsätzlich an. Auf der anderen Seite müssten die modernen Anforderungen an die Präsentationsformen sowie räumlichen und technischen Ansprüche eines landeshistorischen Museums sorgfältig geprüft werden. Wichtig sei weiterhin, bald zu beginnen, die Bürgerinnen und Bürger am Aufbau zu beteiligen, z.B. als Zeitzeugen oder durch Bereitstellung geeignete Ausstellungsstücke aus bald sieben Jahrzehnten Landesgeschichte und Landespolitik.

Text: Dr. Martin Michalzik

 

Herausgeber: Der Präsident des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
E-Mail:  hans.zinnkann@landtag.nrw.de

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