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Paul Löbe und Carl Ulitzka: Parlamentarier in Demokratie und Diktatur - Ausstellung im Landtag NRW
(30.11.2009) Das politische Wirken des Sozialdemokraten Paul Löbe und des Zentrumspolitikers Carl Ulitzka veranschaulicht eine Ausstellung, die vom 2. bis 13. Dezember 2009 im Landtag NRW präsentiert wird. Veranstalter sind neben dem Landtag, die Landeszentrale für politische Bildung NRW und das Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf.
Die Lebensläufe der beiden Parlamentarier sind eng verbunden mit der schwierigen Geschichte der Demokratie in Deutschland, mit ihrer Selbstbehauptung und Krise, mit Diktatur und demokratischem Neubeginn. Paul Löbe (1875 - 1967) und Carl Ulitzka (1873 - 1953) gehörten 1919 der Nationalversammlung an, die sich in Weimar versammelte. Beide stammten aus Schlesien und waren dort populär und einflussreich. Sie engagierten sich in den Parteien, die wesentliche Stützen der Weimarer Demokratie waren: in der SPD und in der katholischen Zentrumspartei. Löbe und Ulitzka standen gemeinsam ein für die Sache der Demokratie. Beide engagierten sich im republikanischen Schutzbund "Schwarz-Rot-Gold zur Verteidigung der Demokratie. Regierungen und Koalitionen wechselten häufig in der Weimarer Republik, doch Paul Löbe füllte als Reichstagspräsident elf Jahre lang das zweithöchste Amt im Staat aus. Carl Ulitzka, Pfarrer in Ratibor, Vorstandsmitglied der Zentrums-Reichstagsfraktion und der Zentrumspartei in Berlin machte sich als leidenschaftlicher Anwalt Oberschlesiens einen Namen. Beide brachte ihr Eintreten für die Demokratie während der NS-Diktatur ins KZ. Nach dem Krieg war Löbe Alterspräsident des ersten Deutschen Bundestags. Ulitzka zählte nach 1945 in Berlin zum Gründerkreis der interkonfessionellen CDU.
Die Ausstellung zeigt bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente. Ton- und Filmausschnitte lassen Geschichte lebendig werden. Die Besucherinnen und Besucher können an einem "Wahl-O-Mat" testen, ob sie eher Paul Löbe oder Carl Ulitzka gewählt hätten.
Die Ausstellung ist vom 2. bis 13. Dezember 2009 täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr. Bitte melden Sie sich bei Interesse an unter 0211/884-2422 oder veranstaltungen@landtag.nrw.de.
Herausgeber:
Der Präsident des Landtags
Redaktion:
Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850 Telefax: 0211/884-2250
E-Mail: hans.zinnkann@landtag.nrw.de

