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Begrüßungsworte zur Ausstellungseröffnung "90 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge"

Ausstellung Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (7.10.2009) Begrüßungsworte des Ersten Vizepräsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen Edgar Moron anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „90 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ am 7. Oktober 2009, 9.30 Uhr, Wandelhalle des Landtags

Guten Morgen, meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Gäste!


I.

90 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - ist das ein Anlass zur Gratulation, wo wir doch, wenn wir mit dem Volksbund zu tun haben, immer an die Toten der Kriege erinnert werden?

Die Antwort auf diese rein rhetorische Frage ist eindeutig:

Ja, ohne Zweifel: 90 Jahre Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - das ist ein Anlass zu gratulieren und vor allem: aufrichtig zu danken. Zu danken für 90 Jahre unermüdliche Friedensarbeit.

Für mich ist der Volksbund die wohl älteste und größte Friedensbewegung überhaupt. Er hält einen Teil meiner Lebensgeschichte in Erinnerung und ich bin dankbar dafür.


II.

Ich freue mich sehr, Sie hier im Landtag Nordrhein-Westfalen willkommen zu heißen. Sie alle verbindet das Engagement für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Sehr herzlich begrüße ich den Landesvorsitzenden des Volksbundes, meinen geschätzten Kollegen Fritz Behrens, der über 20 Jahre den Volksbund in NRW als Bezirks- und Landesvorsitzender entscheidend mitgeprägt hat.

Man kann mit Fug und Recht behaupten: Die Zusammenarbeit von Volksbund und Landtag ist besonderes eng und vertrauensvoll.

So gestalten wir alljährlich den Volkstrauertag mit einer gemeinsamen Landesfeier, so am 14. November in Köln. Und deshalb ehren wir hier im Landtag jährlich auch diejenigen, die sich für den Volksbund engagieren und mit der Sammelbüchse unterwegs sind, wie etwa auch stets die Soldaten unserer Bundeswehr.

Zufällig sind heute Morgen Soldaten der Lüttich-Kaserne in Köln-Longerich zu Gast im Landtag. Ich freue mich sehr, dass Sie dieser Ausstellungseröffnung beiwohnen und begrüße Sie sehr herzlich.


III.

Im 90. Jahr seines Bestehens erinnert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit dieser vierteiligen Ausstellung an die Ursache seiner Gründung, seine Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten und gibt Einblicke in seine aktuellen Tätigkeitsfelder.

Dazu gehört in besonderem Maße die schulische und außerschulische Jugendarbeit, die für den Volksbund eine wachsende Bedeutung hat - und die ich deshalb herausstellen will.

Der Grund: Über sechs Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges wird naturgemäß die Zahl derjenigen immer größer, die keine persönliche Erinnerung mehr mit dem Krieg verbindet.

Deshalb sollen junge Menschen die Arbeit der Kriegsge­neration fortführen, ohne auf deren persönliche Erfah­rungen zurückgreifen zu können. Daher versucht der Volksbund den Jugendlichen möglichst viel über den Krieg zu vermitteln und sie aktiv in seine Friedensarbeit einzubinden.

Schwerpunkte sind die Workcamps auf den Kriegsgräberstätten. Gemeinsam pflegen dort heute Jugendliche Kriegsgräber in ganz Europa.

Es sind Jugendliche aus den Ländern der damaligen Kriegsgegner und aus Staaten, die bis vor 20 Jahren noch durch den "eisernen Vorhang" getrennt waren. Sie errichten damit über den Gräbern der Vergangenheit Brücken in die Zukunft - für mich eine ebenso beglückende wie bewegende Vorstellung.


IV.

Gräber sind die erkennbare Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten. Deshalb war und ist die segensreiche Arbeit des Volksbundes für die Hinterbliebenen von unschätzbarem Wert.

Vielen Menschen hat der Volksbund die Trauer durch die Schaffung würdiger Ruhestätten überhaupt erst möglich gemacht. Und der Volkstrauertag als Gedenktag hilft den Familien der Toten auch heute noch, der Trauer eine Zeit und mit den Gräbern auch einen Ort zu geben. 

Ich hoffe und wünsche mir, dass sich trotz der hektischen Parlamentstage möglichst viele Kolleginnen und Kollegen, aber auch Besucherinnen und Besucher dieses Hauses ein wenig Zeit nehmen, sich mit der Ausstellung zu beschäftigen.

Meine herzliche Bitte an Sie alle lautet: Lassen Sie nicht nach in Ihrem Engagement für den Volksbund.

Ich danke Ihnen.

Herausgeber: Der Präsident des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
E-Mail:  hans.zinnkann@landtag.nrw.de

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