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Ausstellungseröffnung anlässlich des Anti-Kriegstages

Antikriegstag - Ausstellungen im Landtag NRW (1.9.2009) Begrüßungsworte des Vizepräsidenten des Landtags Nordrhein-Westfalen Oliver Keymis zur Eröffnung der Ausstellungen „Die Waisenkinder Afghanistans“, „Am Rande der Schöpfung“ und „Das explosive Erbe des Krieges“ anlässlich des Antikriegstages am 1. September 2009, 18.00 Uhr, Wandelhalle des Landtags

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Gäste!

Ich freue mich, einige Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete hier begrüßen zu können, ebenso wie die Staatsministerin im Auswärtigen Amt a. D., Kerstin Müller MdB und auch die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Landtag NRW, Sylvia Löhrmann, die sich mit für das Zustandekommen dieser Ausstellung engagiert hat!

I.

„Als am 1. September 1939“, also heute, vor 70 Jahren, „die Truppen Nazideutschlands Polen überfielen, schoben sie vor sich her eine Welle von flüchtenden, angsterfüllten polnischen Menschen.

Und hinter sich machten sie den Weg frei für das, was nach ihnen kam: für das Brennen und Morden, das Rauben und Vernichten des nationalsozialistischen Terror-Regimes.

Fünf Jahre später kehrte der Krieg zu denen zurück, die ihn begonnen und die der nationalsozialistischen Barbarei nicht widerstanden, ja sie sogar bejubelt hatten.

Den geschlagen zurückflutenden deutschen Soldaten eilten Millionen Flüchtlinge - diesmal deutsche – voraus. Und hinter ihnen wurde der Weg frei für Vergeltung und Vertreibung.“

So fasst der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Klaus Hänsch, die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zusammen.

Und das besondere Verhältnis zu Polen heute verdanken wir unter anderem einer besonderen politischen und symbolischen Geste: dem Kniefall Willy Brandts in Warschau, am 7. Dezember 1970, dem Tag der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages. Vielleicht muss man um des Friedens Willen im doppelten Sinne des Wortes auch einmal in die Knie gehen - nicht nur diese Ausstellungen hier im Landtag NRW jedenfalls machen uns einmal mehr deutlich, dass Krieg und Gewalt keine politischen Mittel sind - der sogenannte "Krieg gegen den Terror" hat die Welt nicht sicherer gemacht.

Aber der Kniefall von Warschau.  - Eine gerechte Weltordnung macht die Welt sicherer und friedlicher - auch dafür setzen sich die Initiatorinnen der drei Ausstellungen ein, die wir heute hier gemeinsam eröffnen! -


II.

Dazu begrüße ich Sie heute am „Antikriegstag“ bzw. am „Weltfriedenstag“, den wir auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes seit 1957 begehen, zur Eröffnung von drei sehr unterschiedlichen Ausstellungen, die wir thematisch an diesem Gedenktag zusammengefasst haben. Alle eint die Sehnsucht der Menschen nach Frieden.

„Die Waisenkinder Afghanistans“, „Am Rande der Schöpfung“ und „Das explosive Erbe des Krieges“ -  so lauten die Titel der Ausstellungen, und ich freue mich sehr, engagierte Menschen persönlich begrüßen zu können, die uns die Ausstellungen jeweils vorstellen werden.

Herzlich willkommen:

Dr. Conrad Schetter vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Uni Bonn,
Uli Preuss, Journalist und Fotograf aus Solingen,
und Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe Duisburg.


III.

Die audiovisuelle Wanderausstellung„Die Waisenkinder Afghanistans“ stammt von den beiden afghanischen Frauen Farzana Wahidy und Shikiba Babori und zeigt beispielhaft das Schicksal von zwölf dieser unzähligen Kinder auf, die der Krieg traumatisiert  hinterlassen hat.

UNICEF schätzt die Zahl der Waisenkinder im krisengeschüttelten Afghanistan auf unvorstellbare 1,6 Millionen. Sie sind weitgehend ohne soziale Anbindung und werden nicht selten von politischen oder religiösen Gruppierungen für ihre Zwecke instrumentalisiert.

Sie, verehrter Herr Preuss, zeigen mit Ihren Kinderbildern aus Kriegen und Krisen, wie Kinder „Am Rande der Schöpfung“ leben, wie sie als die unschuldigsten Opfer von Krieg und Gewalt ihren Alltag bewältigen müssen.  Sie rücken dabei aber auch die segensreiche Arbeit der Helfer von „Friedensdorf International“ in den Fokus der Öffentlichkeit, die Sie nach Afghanistan, Tadschikistan und Angola begleitet haben.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese Ausstellung in diesem Jahr mit dem „Bertha von Suttner Kunst- und Medienpreis“ ausgezeichnet wurde.

Das Aktionsbündnis landmine.de ist ein Zusammenschluss von 17 deutschen Hilfswerken und NGOs, die seit über 15 Jahren „Das explosive Erbe des Krieges“, nämlich Landminen und Streumunition, anprangern und sich für deren Opfer engagieren.

Auch hier sind es in ganz vielen Fällen Kinder und Jugendliche mit schrecklichen Verstümmelungen, die vielerorts nicht oder nicht ausreichend medizinisch behandelt werden können und einen Schulbesuch oft nicht mehr zulassen.


IV.

Mit diesen drei Ausstellungen erinnert der Landtag Nordrhein-Westfalen am Antikriegstag an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall auf das polnische Volk.

Wir gedenken aber auch der Opfer der Kriege in aller Welt. 

Wie sagte der Pädagoge und Gründer der SOS-Kinderdörfer Hermann Gmeiner so schön und richtig:

„An dem Tag, an dem wir voller Überzeugung sagen können, dass alle Kinder dieser Welt unsere Kinder sind, beginnt der Friede auf Erden.“

Verehrter Herr Dr. Schetter, Sie haben als erster nun das Wort zu den „Waisenkindern Afghanistans“.

Herzlichen Dank.

Herausgeber: Der Präsident des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
E-Mail:  hans.zinnkann@landtag.nrw.de

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