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Parlamentarischer Abend mit dem FrauenRat NW

Parlamentarischer Abend FrauenRat NW (27.5.2009) Begrüßungsworte der Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen Regina van Dinther anlässlich des Parlamentarischen Abends mit dem FrauenRat NW am 27. Mai 2009, 20.00 Uhr, Wandelhalle des Landtags

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

verehrte Gäste!

 

I.

Herzlich willkommen zum Parlamentarischen Abend des FrauenRates Nordrhein-Westfalen.

Verehrte Frau Vorsitzende Patricia Aden, es ist kaum zu glauben:

Dieser Abend mit dem Netzwerk von rund 70 Frauenverbänden und Frauengruppen in Nordrhein-Westfalen, der Vertretung von 4 Millionen Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen - dieser Abend stellt tatsächlich eine Premiere dar.

Deshalb gilt mein besonderer Willkommensgruß den vielen Netzwerkerinnen, die ihren Verband heute Abend vertreten und mit Ständen repräsentieren. Schön, dass Sie so zahlreich gekommen sind.

Natürlich ist der FrauenRat mit seinem kompletten Vorstand vertreten. Auch Sie begrüße ich sehr herzlich.  Neben Patricia Aden sind das Maria Opterbeck und Roswitha Damen.

Zwei weitere Vorstandsmitglieder gehören diesem Parlament an, Ulla Meurer und Maria Westerhorstmann.

Da Letztere heute Geburtstag hat, wäre es doch schön, wenn wir ihr ein kleines  Ständchen singen würden und den FrauenRat für einen Moment in einen Frauenchor umwandeln könnten. Die Männer bilden den Background-Chor:

„Viel Glück und viel Segen auf all Deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei.“

Herzlichen Glückwünsch, liebe Maria!

 

II.

Der FrauenRat Nordrhein-Westfalen kann auf eine vier Jahrzehnte währende erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Auch das ist ein guter Grund diesen Parlamentarischen Abend endlich durchzuführen.

1969 wurde erstmals über die Gründung eines Dachverbandes der Frauenverbände in NRW nachgedacht. Ein Jahr später war es dann soweit:

„Um an der Klärung und Lösung gesellschaftspolitischer Fragen gemeinsam mitarbeiten zu können und die Meinung und Verantwortung der Frauen in unserem Land konzentriert zur Geltung zu bringen, haben Frauenverbände und Frauengruppen gemischter Verbände den FrauenRat NW gegründet."  So steht es in der Präambel der Satzung. Der Grund:

Weil „aktive Frauenorganisationen und Verbände der Überzeugung sind, dass zahlreiche Fragen des öffentlichen Lebens alle Frauen angehen, unabhängig davon, welcher parteipolitischen, konfessionellen oder sonstigen Richtung sie angehören oder zuneigen.“  Soweit die Präambel.

Der FrauenRat NW ist demnach der „Verband der Verbände“ und hat die schwierige Aufgabe, die unterschiedlichsten Interessen zu bündeln und umzusetzen.

Wie schon gesagt: von rund 70  angeschlossenen gewerkschaftlichen, konfessionellen und überkonfessionellen Berufsverbänden, Verbänden in den Bereichen Kirche, Kultur und Sport sowie parteigebundene Organisationen.

 

III.

Wir Frauen wissen nur zu gut: Noch immer bedarf es großer Anstrengungen, um dem Gleichheitsgebot unserer Verfassung, aber auch dem Recht für Frauen und Männer auf freie Entfaltung der Persönlichkeit tatsächlich Geltung zu verschaffen.

Das Geschlecht ist nach wie vor ausschlaggebend über berufliche Positionen, Macht und Erfolg - und zwar unabhängig von der individuellen Qualifikation und Leistung.

Weder in Vorstandsposten noch im Geldbeutel zahlt sich der weibliche Bildungsvorsprung bisher aus. Immer noch klafft eine große Lücke zwischen Grundgesetz und Wirklichkeit.

Das Frauenthema ist also noch nicht „erledigt“! Es ist und bleibt Zukunftsthema.

Für eine wirkliche Chancengleichheit sind wir deshalb auf einen breiten  gesellschaftlichen Dialog angewiesen - selbstverständlich unter Einbeziehung des vielfältigen gleichstellungspolitischen Sachverstandes in Verbänden, Organisationen und Institutionen - wie er im FrauenRat Nordrhein-Westfalen reichlich vorhanden ist.

 

IV.

Ich darf Ihnen deshalb meinen ausdrücklichen Dank für ihr großes, überwiegend im Ehrenamt geleistetes Engagement aussprechen.

Wir brauchen Frauenverbände, in denen sich Frauen aus allen Lebensbereichen zusammenfinden, um Erfahrungen auszutauschen, Anregungen zu geben, gemeinsame Strategien und Aktionen zu entwickeln.

Und das ist gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wichtig, in denen wir uns über die Grundlagen unseres Zusammenlebens immer wieder neu verständigen müssen.

Die Frauenräte haben in Deutschland eine lange, gute Tradition entwickelt, auch über Partei- und Verbandsgrenzen hinweg erfolgreich zu kooperieren. Das gilt ganz besonders auch für den FrauenRat Nordrhein-Westfalen.

Ich wünsche uns am heutigen Abend Freude, ein bisschen Entspannung, aber vor allem gute Gespräche. Das fällt uns Frauen ja in der Regel nicht schwer.

 

Herzlichen Dank!

 

Herausgeber: Der Präsident des Landtags
Redaktion: Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850   Telefax: 0211/884-2250
E-Mail:  hans.zinnkann@landtag.nrw.de

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