Informationen
Ausstellungseröffnung "Der Parlamentarische Rat 1948/49"
(6.5.2009)
Begrüßungsworte der Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen Regina van Dinther anlässlich der Ausstellungseröffnung „Der Parlamentarische Rat 1948/49“ am 6. Mai 2009, 9.30 Uhr, Wandelhalle des Landtags
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Verehrter Herr Professor Hütter!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Verehrte Gäste!

I.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Mit diesen Worten beginnt Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates haben diese Worte ganz bewusst an den Anfang unserer Verfassung gestellt.
Fast neun Monate lang haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes in Bonn getagt, um Deutschland den Weg in die Demokratie zu ebnen.
Nach dem Scheitern der Weimarer Republik, nach den grausamen Verbrechen der Nazi-Diktatur und Millionen von Toten im Zweiten Weltkrieg sollte das Grundgesetz den Menschen ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit ermöglichen.
Das Grundgesetz ist von den Lehren der deutschen Geschichte geprägt. In ihm haben es die Mitglieder des Parlamentarischen Rates vollbracht, die Grundlagen für einen demokratischen Rechtsstaat und für eine wehrhafte Demokratie zu schaffen.
Der Präsident des Rates, Konrad Adenauer, hat damals zu Recht darauf hingewiesen, mit der Unterzeichnung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 habe ein „neuer Abschnitt in der wechselvollen Geschichte unseres Volkes“ begonnen.


II.
Heute nun, im Jahr 2009, können wir auf 60 Jahre Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, auf 60 Jahre Grundgesetz zurückblicken.
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Der Landtag Nordrhein-Westfalen ist stolz, zu diesem historischen Anlass eine höchst interessante und viel beachtete Ausstellung präsentieren zu dürfen. Zur Eröffnung begrüße ich Sie herzlich in der Wandelhalle unseres Parlaments.
Hier, im Haus der 18 Millionen Bürgerinnen und Bürger Nordrhein-Westfalens, zeigt die Stiftung „Haus der Geschichte des Bundesrepublik Deutschland“ historische Aufnahmen der Fotografin Erna Wagner-Hehmke.
Ihre Bilder dokumentieren lebhaft, wie der Parlamentarische Rat in Bonn gearbeitet hat, und wie seine Beratungen öffentlich wahrgenommen wurden.
Mein Dank gilt ganz besonders dem Präsidenten der Stiftung für die fruchtbare Kooperation mit dem Landtag. Verehrter Herr Professor Hans Walter Hütter, ich freue mich sehr, dass Sie gekommen sind und gleich zu uns sprechen werden.


III.
Hier in Düsseldorf haben sich die politischen Akteure der westdeutschen Länder 1948 auf Bonn als Sitz des Parlamentarischen Rates verständigt – zu einer Zeit, als ein Großteil der Bevölkerung noch unter den unmittelbaren Folgen des Zweiten Weltkrieges zu leiden hatte.
Lebensmittel waren knapp, die Wirtschaft lag am Boden – und viele Menschen blickten einer ungewissen Zukunft entgegen.
Umso glücklicher können wir heute sein, dass 60 Jahre später die überwältigende Mehrheit der Deutschen das Grundgesetz als unverzichtbare Grundlage für unsere offene und tolerante Gesellschaft bezeichnet Umfragen belegen diese positive Einstellung immer wieder.
Das hätten sich die Mütter und Väter des Grundgesetzes sicher nicht erträumen können:
Als Übergangsverfassung, als Provisorium war ihr Entwurf ursprünglich gedacht. – Bis sich die Menschen in einem geeinten Deutschland auf eine neue Verfassung einigen mögen.
Heute, nach sechs Jahrzehnten bewegter Geschichte, hat sich das Grundgesetz als beständige Verfassung für das wiedervereinigte Deutschland bewährt.
Dennoch müssen wir gerade in Zeiten der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche sensibel bleiben für den Erhalt des Grundgesetzes, für den Fortbestand seiner demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien.
IV.
Mit großem Engagement und aus persönlicher Überzeugung haben sich die Mitglieder des Parlamentarischen Rates für die demokratische Weichenstellung in Deutschland eingesetzt.
Ihnen setzen die hier gezeigten Aufnahmen ein gebührendes Andenken.
Ich persönlich würde mich freuen, wenn viele Besucher hier im Landtag die Ausstellung erleben. – Dazu haben sie beispielsweise am kommenden Samstag zur Düsseldorfer „Nacht der Museen“ eine schöne Gelegenheit.
Und nun, verehrter Herr Professor Hütter, freuen wir uns auf Ihre einführenden Worte!
Seien Sie herzlich willkommen!
Herausgeber:
Der Präsident des Landtags
Redaktion:
Hans Zinnkann, Pressesprecher; Florian Melchert, stv. Pressesprecher
Telefon: 0211/884-2850 Telefax: 0211/884-2250
E-Mail: hans.zinnkann@landtag.nrw.de

