1. Jugend-Landtag NRW
(22.6.2008) Grußwort der Präsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen, Regina van Dinther, anlässlich des 1. Jugend-Landtags NRW am 22. Juni 2008, 16 Uhr, Plenarsaal
Liebe Jugendliche!
Liebe Abgeordnete des Jugend-Landtags NRW!
I.
"Politik ist langweilig."
"Politik ist Sache der Erwachsenen."
So lautet ein hartnäckiges Vorurteil, wenn es um das politische Interesse von Jugendlichen geht. Doch wenn ich mich jetzt hier im Plenarsaal umschaue, dann meine ich:
Wir können dieses Vorurteil sofort vergessen.
Ich freue mich sehr, Euch zum 1. Jugend-Landtag Nordrhein-Westfalen begrüßen zu können. Aus allen Teilen unseres Landes seid Ihr nach Düsseldorf gekommen, um den Landtag aus Sicht der Abgeordneten zu erleben.
Mit vielen persönlichen Erwartungen habt Ihr im Plenarsaal Platz genommen, um Politik selbst zu gestalten. Einen besseren Beweis für das politische Interesse von Jugendlichen kann es nicht geben.
II.
Hier, im Landtag Nordrhein-Westfalen, entscheiden 187 Abgeordnete über die Zukunft unseres Landes – und damit entscheiden sie auch über Eure Zukunft.
Was läge also näher, als sich selbst in die politische Arbeit einzubringen? Was läge näher, als mit eigenen Ideen die parlamentarische Arbeit zu bereichern?
Unsere Demokratie ermöglicht allen Bürgerinnen und Bürger politische Teilhabe. Jeder Mensch hat in unserem Land das Recht, seine Meinung frei zu äußern und eigene Positionen zu vertreten.
Deshalb ist unsere Demokratie in Nordrhein-Westfalen und Deutschland eines der besten politischen Systeme weltweit. Damit dies so bleibt, müssen junge Menschen wie Ihr stärker in die politische Arbeit einbezogen werden.
Mit anderen Worten: Ohne Jugend ist kein Staat zu machen!
Durch Eure Interessen, durch Eure Meinungen leistet Ihr einen unverzichtbaren Beitrag zur Vielfalt unserer Demokratie. Und schon in ein paar Jahren seid Ihr es, die einen Großteil der politischen Verantwortung für unser Land übernehmen müsst.
III.
In den nächsten Tagen soll dieses Hohe Haus allein Euch gehören. Die Landtagsabgeordneten haben Ihre Plätze für Euch geräumt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch über diese drei Tage hinaus politisch interessiert und politisch engagiert bleibt.
Natürlich weiß ich: Gerade in Eurem Alter beschäftigen Euch viele andere, spannende Themen. Politik ist nicht alles. Doch sie ist unverzichtbar, wenn es darum geht, unterschiedliche Interessen zu äußern und gemeinsam akzeptierte Kompromisse zu finden.
Traut Euch also, Eure Meinung zu sagen. Sprecht offen an, was Euch auf dem Herzen liegt. Nur dann könnt Ihr Veränderungen in Eurem Sinne erreichen. Der Jugend-Landtag Nordrhein-Westfalen bietet Euch hierzu eine ideale Gelegenheit.
IV.
Mein großer Dank gilt der "Stiftung Mercator" für ihre großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die die Durchführung des Jugend-Landtags nicht möglich gewesen wäre. Herzlichen Dank dafür, verehrte Frau Kaufmann-Hocker vom Beirat der Stiftung Mercator.
Mein Dank gilt ebenso den Studierenden der Universität Duisburg-Essen für ihre organisatorische Hilfe. Und nicht zuletzt danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meiner Landtagsverwaltung, die seit Monaten den Jugend-Landtag vorbereitet haben.
V.
Mit ernsten und meist auch komplizierten Themen muss sich Politik auseinandersetzen. Das heißt aber nicht, dass Politik nicht auch Spaß machen darf.
Ich wünsche Euch deshalb viel Freude und schöne Erlebnisse beim 1. Jugend-Landtag Nordrhein-Westfalen.
Und wer weiß? – Vielleicht kehrt Ihr eines Tages als gewählte Abgeordnete in unser Parlament zurück.
Ich freue mich auf weitere Begegnungen in den nächsten Tagen mit Euch und sage:
Schön, dass Ihr hier seid!

