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Ein Tag in…

…Merzenich, Niederzier, Dormagen und Düsseldorf

(19.9.2011) Gleich zwei Bürgermeister begleiteten den Landtagspräsidenten bei seinem Schulbesuch in der Gesamtschule Niederzier/Merzenich. Peter Harzheim, Bürgermeister von Merzenich, sowie Hermann Heuser, Bürgermeister von Niederzier, leben nämlich bereits seit 19 Jahren den Schulfrieden zwischen zwei Kommunen vor – solange besteht die gemeinsame interkommunale Gesamtschule. Viel Prominenz hatte sich in der Aula eingefunden, neben den beiden Bürgermeistern begrüßte Schulleiter Herrmann Josef Gerhards auch den Landtagsabgeordneten Josef Wirtz, die leitende Regierungsschuldirektorin Marion Grau und Ratsmitglieder.

Studienrat Daniel Didion hatte hier auf der Jugendseite des Landtags von dem Angebot gelesen, den „Landtag in die Schule zu holen“. Und die Teilnehmer der SoWi-Kurse aus den Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 waren gleich angetan von der Idee, dem Präsidenten Fragen stellen zu können. Natürlich ging es zuerst um die Berlinwahl. „Bei jeder Landtagswahl sitze ich vor dem Fernseher“, sagte Eckhard Uhlenberg. „Dann darf man mich von 18.00 Uhr bis 20.15 Uhr nicht stören“. Dass die FDP unter zwei Prozent rutsche, habe er allerdings nicht erwartet. 

Sind die Diskussionen im Landtag ideologisch geprägt?, wollten die Schüler wissen, von denen erst drei einmal Düsseldorf besucht hatten. "Eine Auseinandersetzung zwischen den Parteien gehört zur Demokratie", erläuterte Uhlenberg, "die Abgeordneten ringen um den richtigen Kurs, auch in der eigenen Partei. Wenn die Auseinandersetzung schärfer ausfällt, muss ich als Präsident dazwischen gehen, aber das kommt selten vor."

Eine Austauschschülerin aus Dänemark wollte wissen, ob der Föderalismus im Bildungswesen nicht schlecht sei: „So etwas haben wir nicht in Dänemark. Dann kann man ja nicht umziehen!“ Uhlenberg gab zu, dass das föderalistische System Vorteile und Nachteile habe. Vorteil sei, dass man sich gut um jede Region kümmere – was bei Zentralismus vielleicht nicht der Fall sei. Die Nachteile, etwa wenn Familien umziehen, versuche die Kultusministerkonferenz abzufedern.

Nach der Papstrede im Bundestag gefragt, warb Uhlenberg für mehr Toleranz. Auf den Einwand "Aber der ist doch gegen Verhütungsmittel" sagte der Präsident: "Das müssen wir in der Demokratie aushalten, dass jemand spricht, der anderer Meinung ist - das gehört zur Lebendigkeit der Demokratie."

Nach dem Schulbesuch ging es weiter in das Rathaus in Niederzier, wo sich der Landtagspräsident in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug. Bürgermeister Herrmann Heuser berichtete dabei von seiner Sorge, dass die Gemeinde nicht mehr lange einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könne: RWE-Power habe nachdem Beschluss zum Atomausstieg die Gewerbesteuerzahlung um 80 Prozent reduziert. Uhlenberg möge im Landtag dafür werben, dass die Kommunen weitere finanzielle Hilfen bekämen. Die Gesamtschule allerdings bezeichneten auch die anwesenden Fraktionsvorsitzenden als Erfolgsgeschichte. 

Viel Zeit hatte Landtagspräsident Uhlenberg leider nicht mehr im Rathaus von Niederzier. Denn in auch im Bettina-von-Arnim-Gymnasium in Dormagen warteten bereits Schüler, Lehrer, Politiker, der Bürgermeister und Gäste. Diesmal nicht um Fragen zu stellen, sondern um gemeinsam die Wanderausstellung über den Landtag zu eröffnen. Die Schüler spielten zur Eröffnung Klavier und reichten Getränke - für mehr als eine knappe Stunde reichte aber leider auch hier die Zeit nicht. Im Landtag in Düsseldorf wartete die nächste Gruppe - eine Besuchergruppe - auf den Präsidenten.

(Text und Fotos: Dorothea Dietsch / Landtag NRW)

Schüler, Lehrer und Gäste der Gesamtschule Niederzier/Merzenich freuten sich über den Landtags-Besuch.

Schüler der Sowi-Kurse lernen etwas über den Landtag und stellten dem Präsidenten ihre Fragen.

Schüler, Lehrer und Gäste des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums in Dormagen waren zur Eröffnung der Wanderausstellung gekommen, bei der zwei Oberstufenschüler zur Begrüßung Diabelli vierhändig spielten.

Und natürlich durfte der Eintrag ins Goldene Buch nicht fehlen. Weder in Dormagen (vorne links: Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann, Mitte: Schulleiter Lindner, rechts: Landtagsabgeordneter Wiljo Wimmer)...

... noch in Niederzier (stehend: Hermann Heuser, Bürgermeister von Niederzier).

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