An 167 Gesetzen in vier Jahren mitgewirkt
Wenn Politik Schule macht: Landtagsvizepräsidentin Angela Freimuth zu Besuch in Münster
(10.11.2009)
Mit Gesang begrüßten die Schüler der Peter-Wust-Schule am 9. November 2009 die Vizepräsidentin Angela Freimuth in Münster-Mecklenbeck. Noch bevor "Paul" aus der Powerpoint-Präsentation den Kindern der vierten Klasse den Landtag erklären durfte, mussten sich diese aufgrund des besonderen Datums die Frage nach dem historischen Ereignis gefallen lassen. Obwohl der Mauerfall vor ihrer Geburt stattgefunden hat, wussten (zur Freude der aus Leipzig stammenden Direktorin) alle Kinder darüber Bescheid.
Auch Angela Freimuth war vom Wissensstand der Schüler positiv überrascht. Fragen nach der Bedeutung des Landeswappens, Sitz, Größe und Funktion des Landtags stellten für die Kinder keine Herausforderung dar.
Im Anschluss an die Präsentation des Landtags wurde die Landtagsvizepräsidentin von künftigen Jungwählern ins Kreuzfeuer genommen und stellte sich allen möglichen Fragen der Schüler der Klassen 4a und 4b. Unter anderem konnten die Schüler in Erfahrung bringen, dass Angela Freimuth einen fast dreijährigen Sohn hat, mit dem sie trotz ihres vollen Terminkalenders möglichst viel Zeit verbringt.
Aber auch wenn sie ihren Tagesablauf sehr flexibel gestalten kann, erledigt sich die Arbeit nicht von selbst. "Wer tagsüber mehr Pausen macht, der muss halt abends noch mal für ein paar Stündchen an den Schreibtisch", erklärte die Politikerin den Neun- und Zehnjährigen.Mit ihrer Kenntnis über das Umfeld der Schule setzte Angela Freimuth vor allem die anwesenden Lehrer und Elternvertreter in Erstaunen. Da ihr Mann gebürtiger Münsteraner ist, ist sie oft zu Besuch in Münster.
Auch nach ihrem politischen Werdegang wurde befragt. Sie wolle die Gesellschaft, in der sie lebe, aktiv mit gestalten und sei so zur Politik gekommen, sagte sie. Im Landtag sitzt sie seit fast zehn Jahren. Während der letzten vier Jahre als Vizepräsidentin hat sie an genau 167 Gesetzen mitgewirkt.
Die Sorgen der Kinder, dass man nur mit einem abgeschlossenen Studium in den Landtag gewählt werden könne, konnte Angela Freimuth zerstreuen. Es sei wichtig, dass im Landtag alle Bevölkerungsteile und somit nicht nur Akademiker vertreten seien.
Konkrete Fragen gab es zur Schulpolitik. Nach Ansicht einer Schülerin wäre ein späterer Unterrichtsbeginn ab 9:00 Uhr wünschenswert. Die Landtagsvizepräsidentin gab jedoch zu bedenken, dass sich der Unterricht so nicht verkürzen, sondern nur nach hinten verschieben würde. Außerdem sei man nachmittags weniger aufnahmefähig. Die Frage sei jedoch Thema ständiger Diskussion im Landtag und auch unter den Experten heiß diskutiert.
Zur Frage "Energiesparen und was tut der Landtag dafür?", erklärte die Vizepräsidentin, dass auch ein modernes Gebäude wie der Landtag ständig an die neuen technischen Möglichkeiten angepasst werden müsse. Momentan würde darüber beraten, wie man die vorhandenen Glasflächen im Plenarsaal besser Wärmeregulieren könne, um Kühlkosten im Sommer und Heizkosten im Winter einzusparen.
(Text: Kourosh Gürtler, Fotos: Doro Dietsch / Landtag NRW)
Landtagsvizepräsidentin Angela Freimuth (vorne links) wurde am Montag morgen von möglichen Jungwählern ins
Kreuzfeuer genommen: Sie besuchte auf Einladung der Lehrerin Sybille Rotermund (rechts) die Viertklässer der
Peter - Wust - Schule in Mecklenbeck.
Mit einer Power-Point-Präsentation wurde der Landtag in Düsseldorf den zukünftigen Wählern vorgestellt.


